ich besuche die Insel Texel
und spaziere durch den Ort Oudeschild


17.08.2025

Balken

ein weiteres leckeres Frühstück an Bord

Als ich heute früh die Vorhänge zur Seite ziehe sieht draußen alles nur grau aus und es nieselt. Das hatte ich mir anders erhofft. Wir liegen bereits auf Reede vor der Insel Texel und heute wird daher getendert. Nach der morgendliche „Bad-Orgie“ frühstücke ich erneut im Lido. An der „Eierstation“ komme ich mit einer Frau in Gespräch. Heute wird nämlich als Spezialität Egg Benedict angeboten und sie hatte das noch nie probiert. Ich empfehle ihr, es mal zu probieren und sie folgt meinem Rat. Nach dem Frühstück treffe ich sie auf der „Schönen Aussicht“ wieder und sie war mit meiner Empfehlung sehr zufrieden. Ich setze mich zu Ihr und wir unterhalten uns fast eine Stunde lang über Gott und die Welt. Ich vergesse fast, dass ich eigentlich noch an Land gehen wollte.

Geburtstagsüberraschung

Als ich auf meine Kabine zurückkehre, gratuliert mir der Kabinensteward mit Handschlag, noch vor der Kabinentür, zu meinem heutigen Geburtstag. Ich bin völlig überrascht, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. In meiner Kabine finde ich dann auf dem Schreibtisch ein Tier (vielleicht ein Hund), aus Handtüchern gebastelt, vor. Außerdem eine Karte von Phoenix und ein Bild des Kapitäns und der leitenden Mitarbeiter, ein Geburtstagsgruß, eine Flasche Sekt und eine Schachtel Pralinen. Ich freue mich riesig darüber, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Wieder ein Pluspunkt für Phoenix.

Tendern nach Texel

Damit ich nach Texel tendern kann, muss ich zunächst noch in die Show-Lounge und mir eine Tenderkarte besorgen. Das Tendern erfolgt deckweise und Deck 9 ist für die Zeit zwischen 9:00-9:20 vorgesehen. Später kann dann jeder tendern wann er will. Frühaufsteher durften bereit zwischen 7:30 und 7:50 tendern. Ich nehme mir sicherheitshalber einen Regenschirm mit. Übrigens stehen in jeder Kabine 2 Regenschirme von Phoenix für solche Fälle bereit. Das Tendern dauert nicht lange und im kleinen Hafen von Oudeschild besteige ich zunächst einen Aussichtsturm.

Bummel durch den Ort und zum Fort Lunette

Bei diesem Wetter ist die Sicht natürlich begrenzt. Also geht’s weiter immer am Hafen entlang. Über den Deich laufe ich hinüber in den Ort, der aber, bis auf die Touristen, noch wie ausgestorben wirkt. Es ist allerdings auch Sonntag und noch recht früh am Morgen. Interessant ist die Treppe vom Hafen zum Ort. Von oben sieht man nur eine Treppe. Steht man aber unten an der Treppe sieht man ein Bild. Jede Stufe wurde bemalt und das Bild sieht aus wie ein gemauerter Deichdurchgang mit dem dahinterliegenden Hafen.

Ab und zu nieselt es immer wieder mal, aber vereinzelt bricht auch die Sonne durch die Wolken. Zum Glück ist es nicht sehr windig. Vorbei an der Mühle „De Traanroeier“ von 1727, die man gut vom Deich aus sieht, laufe ich in Richtung des Fort Lunette (ca. 1 Km). Allerdings war das Fort, welches Napoleon etwa 1881 errichten ließ, eine Enttäuschung. 1931 wurden aber die Wälle des Forts schon wieder abgegraben und zur Verstärkung der Deiche verwendet. Die Gracht um das Fort blieb jedoch erhalten. Heute steht noch eine einsame Kanone auf dem verbliebenen flachen Wall. Es lohnt sich eigentlich nicht dorthin zu gehen.

Über kleine Seitenstraßen laufe ich in das Zentrum von Oudeschild zurück. Dabei komme ich u.a. an der neugotische St. Martinus Kirche vorbei, die aus dem Jahr 1712 stammt. Es geht weiter, vorbei an netten kleinen, begrünten Häusern Richtung Ortsmitte. Auch hier wirkt der Ort wie ausgestorben. Im Zentrum sind die Touristen hauptsächlich im Souvenirladen fürs Shopping bzw. der Bäckerei zur Stärkung unterwegs. Sonne und Niesel wechseln sich weiterhin immer wieder ab.

ich kehre zurück zur Amera

Nach ca. 2 Stunden bin ich wieder am Tenderboot und fahre zurück zur Amera. An Bord gönne ich mir in Harrys Bar erstmal einen Pina Colada. Von hieraus stelle ich die heutigen Bilder wieder in meinen Whatsapp-Status. Außerdem sehe mir alle Geburtstagsglückwünsche an, die eingegangen sind und beantwortet sie auch gleich.

Currywurst und Pommes sind sehr begehrt

Ab 12 Uhr 30 werden auf der „Schönen Aussicht“ Currywurst und Pommes serviert, die Schlange ist von Anfang an sehr lang. Später gönne ich mir in der Phoenix Lounge am Heck im Freien einen weiteren Pina Colada (sehr lecker) und ziehe mich dann für eine Weile auf meine Kabine für ein Käffchen zurück.

Wiener Kaffeehaus-Kuchenspezialitäten aus Österreich

Nachmittags findet dann in den Restaurants Ozean und Amera unter dem Motto „Wiener Kaffeehaus-Kuchenspezialitäten aus Österreich“ die tägliche Kaffee- und Kuchenstunde statt. Der Andrang ist sehr groß. Zunächst stürzen sich die Fotografen im Restaurant Ozean auf die 4 oder 5 Buffets mit den unterschiedlichsten Kuchenspezialitäten. Als ich die große, zentrale Torte fotografiere, fragt mich die Bedienung, ob ich ein Stück haben möchte, die Torte ist noch nicht angeschnitten. Schnell macht ein Mann noch ein Foto, dann schneidet sie die Torte an und ich bekomme das allererste Stück der tollen Torte, auch eine Art Geburtstagsgeschenk. Dazu bestelle ich mir noch eine typische Melange. Der Kaiserschmarren vom Buffet ist besonders lecker und ich hole mir natürlich später hier auch noch einen Nachschlag. Ich bin rundherum zufrieden.

Galadinner im Pichlers Spezialitätenrestaurant

Um 18 Uhr 30 beginnt dann das Galadinner in Pichlers Restaurant, für welches ich noch einen Platz am Anfang der Reise reservieren konnte. Ich ziehe eine schicke Hose an, dazu ein passendes Hemd und ein helles Sakko. Dieses Galadinner findet passend zu meinem Geburtstag statt. Es gibt ein 6-Gänge-Menü und alles ist (bis auf die Getränke) im Preis der Kreuzfahrt inbegriffen. Die Gänge sind sehr übersichtlich, schmecken aber gut. Ein nettes Pärchen sitzt mit am Tisch und wir unterhalten uns zwischen den Gängen, die sich über 2 Stunden hinziehen. Dazu trinke ich einen Spätburgunder (Rosé) und Wasser. Nach dem Galadinner muss ich mich beeilen, um rechtzeitig zum Kapitänsfoto mit anschließendem Abschiedscocktail in die Show-Lounge zu kommen.

Kapitänsfoto und Abschiedscocktail in der Show Lounge

Ich schaffe es rechtzeitig und bekomme ein schönes Foto mit dem Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor. Natürlich kann man dieses Foto nur käuflich für rund 11€ erwerben, aber das ist mir der Spaß wert. Diese Veranstaltung wie auch der Abschiedscocktail finden übrigens in 2 Sitzungen statt. Alle Passagiere gleichzeitig hätten keinen Platz in der Show-Lounge.

In der Show-Lounge bekommt jeder Passagier noch einen Sekt und der Kapitän sowie der Kreuzfahrtdirektor verabschieden sich von den Passagieren. Auch ein Teil der Mannschaft erscheint in der Show-Lounge. Danach folgt noch eine 45-minütige Show mit internationalen Hits, die mir gut gefällt. Anschließend hole ich mir mein Foto mit dem Kapitän ab. In der Piano Bar trinke ich dann meinen letzten Cocktail an Bord, einen Pina Colada.

langsam geht alles zu Ende

Auf der Kabine packe ich die letzten Sachen in meinen Koffer und erledige die abendlichen Arbeiten am Reisebericht. Das war mein erster Geburtstag, den ich ganz alleine gefeiert habe. Ohne Elke und ohne bekannte Gesichter, aber trotzdem war er irgendwie schön durch die Glückwünsche von vielen Seiten, die Geburtstagsgeschenke auf der Kabine, das erste Tortenstück usw. Auf dem Weg zur Kabine merke ich, wie das Schiff ganz leicht schaukelt und im Treppenhaus hängen auch schon die Spucktüten (warum?). Langsam geht alles zu Ende. Als ich mich ins Bett lege merke ich, wie mich der sanfte Wellengang in den Schlaf schaukelt.

Balken
  Wetter : morgens sehr trübe und Niesel auf dem Schiff, nach Tendern etwas Niesel, dann eine ganze Menge Sonne, dann wieder Niesel und bei der Rückfahrt Sonne
  Wellen : ca. 1m
  Unterkunft : Amera - Balkonkabine 987 - Steuerbord