Inselrundfahrt im Südosten
morgendliche Routine und eine lustige Begegnung
Die Tage starten ab jetzt eigentlich immer mit dem gleichen Ablauf. Aufstehen, fertig machen, zum Bäcker Blunck Brötchen holen und gegen 9 Uhr 15 wird gemeinsam gefrühstückt. Beim Bäcker bekommen sogar Frühaufsteher ihre Brötchen, er öffnet um 5 Uhr. Interessanterweise wünschen mir diverse Leute sowohl auf dem Hin- wie auch auf dem Rückweg einen „Guten Morgen“. Sehr freundlich.
Genau so wie der Zoll, dem ich heute morgen begegne. Er kommt ganz gemütlich mit dem Auto auf dem breiten Fahrradweg angefahren, während ich schon auf dem Rückweg zur Unterkunft bin. Plötzlich stoppt das Fahrzeug neben mir, ein Fenster öffnet sich und ich werde gebeten meine Kurkarte vorzuweisen. Ich bin erstmal baff. Zu dieser Zeit eine Kontrolle und dann noch durch den Zoll.
Die Beamten müssen mein verdutztes Gesicht gesehen haben, lächeln und sagen mir, daß es nur ein Spaß war. Sie wären auf Kontrollfahrt und hätten gerade nicht viel zu tun. Sie wünschen mir noch einen schönen Tag, das Fenster geht hoch, das Auto fährt weiter und ich stehe immer noch etwas verdutzt da. Dann freue ich mich aber über die lustige Abwechslung und mache mich auf den Weg um die Brötchen rechtzeitig abzuliefern.
Besuch bei den Wisenten
Nach dem Frühstück fahren wir gemeinsam zum Wisentpark bei Prätenow. Als wir ankommen sind keine weiteren Besucher zu sehen. Nachdem wir 7€ Eintritt p.P. bezahlt haben startet unser Besuch. Neben dem Wisentgehege gibt es noch ein weiteres mit Damwild und auch einige Wildpferde stehen in einem eigenen Gehege. Wir gehen aber zunächst zu den Wisenten. 3 Wisente stehen im Gehege, es sind mächtige Tiere. 2 Wisente fressen gerade im Schatten und auch das 3.Tier steht etwas ungünstig für Fotos. Von einer kleinen Besucherplattform können wir die Tiere auch aus einer etwas erhöhten Perspektive sehen.
Wir gehen daher zunächst zum Damwild (was nicht sehr spannend ist) und zu den Wildpferden. 2 verschiedene Wildpferdrassen sind zu sehen. Es sind die sehr bekannten Przewalski-Pferde mit ihrer typischen Erscheinung. Bauch und Nase sind relativ hell, der restliche Körper in Brauntönen gehalten. Neben dieser Rasse stehen auch auch einige Konic-Pferde im Gehege. Diese etwas kleinere Rasse hebt sich mit seiner grauen Körperfarbe deutlich von den anderen Tieren ab. Von hier aus gehen wir zum Eingang zurück. Hier trennen sich unsere Wege. Gitti und Astrid fahren zurück nach Ahlbeck. Ich gehe zunächst nochmal zu den Wisenten und setzte dann meine Rundfahrt im Südwesten der Insel fort.
Schloss Stolpe
Nächstes Ziel für mich ist das Schloss Stolpe, eigentlich ein Herrenhaus, dass ich mit Elke zusammen nur als sehr marodes Gebäude erlebt haben. Jetzt erstrahlt es im neuen Glanz, der Vorplatz ist modernisiert und die Remise rechterhand sieht auch super aus. Mit dem Dorfteich davor und dem Schilf ein schönes Fotomotiv.
Eisenbahnhubbrücke Karnin
Nächster Stopp ist die alte 33 m hohe und 48 m lange Eisenbahnhubbrücke bei Karnin. Sie wurde 1933 erbaut und im Rahmen des Rückzugs der deutschen Truppen 1945 wieder gesprengt um den Russen den Weg über das Wasser zu erschweren. Ein monströses Gebilde was das in der Landschaft steht.
Unterwegs stoppe ich immer wieder an den Rapsfeldern für ein schönes Foto und durchfahre tolle Baumalleen. Auch wechseln sich immer wieder flache Landschaften mit Feldern und hügligen Ecken mit viel Wald ab. Zwischendrin ab und zu kleine Dörfer wo manchmal mobile Bücherboxen und auch kleine Verkaufsstände mit Marmelade, Honig u.ä. stehen.
Usedom Stadt
Mittags kehre ich in Usedom Stadt im Altstadt Café auf eine hausgemachte Erbsensuppe mit Knacker und Brötchen für 7,50€ ein. Sehr lecker. Es folgt ein kleiner Altstadtrundgang , der aber nicht besonderes bietet. Lediglich der Anklamer Turm aus dem 15./16. Jhdt., das älteste Gebäude der Stadt, sieht sehr schön aus.
Wasserschloß Melllenthin
Nächster Stopp ist das Wasserschloß Mellenthin von 1575. Rein optisch hat sich offensichtlich nicht viel getan seit unserem letzten Besuch 2006. Damals begann man mit Renovierungsarbeiten und heute bröckelt die Fassade noch immer genauso wie vor fast 20 Jahren. Allerdings befindet sich heute ein großes Restaurant im Innenhof. 2€ Eintritt (Verzehrbon) muß man derzeit berappen wenn man den Innenhof betreten möchte. Das lohnt sich eigentlich nicht. Unterwegs lege ich eine Pause an einigen sehenswerten Rapsfeldern und einem alten Windkraftwasserschöpfwerk (bei Kachlin) von 1920 ein, welches bis 1968 in Betrieb war. Allerdings wollte ich nicht noch 1 Kilometer bis dorthin laufen und schieße nur ein Foto aus der Ferne.
Gipfelbesteigung
Heute werde ich auch noch zum Gipfelstürmerl auf Usedom. Der Jungfernberg ist mit 18,4 m (!!) die höchste Erhebung auf dem Lieper Winkel. Gerade mal 15 Min. dauert der Aufstieg zum Gipfelkreuz. Richtig gelesen : ein Gipfelkreuz. Eigentlich sollte es auch ein Gipfelbuch geben, aber es ist keines mehr zu finden. Der Blick von hier oben ist sehr schön. Ein 360-Grad-Panorama.
Schöne alte Kirche in Liepe
Vor der Rückfahrt besuche ich noch die evang. Kirche St. Johannes in Liepe. Es ist die älteste urkundlich bezeugte Kirche auf Usedom. 1216 erstmals erwähnt, stammt das heutige Gebäude aus dem 15.Jhdt. Eine schöne aus Feldsteinen erbaute, aber einfach ausgestattete Kirche. An den Wänden befinden sich einige skizzenartige Gemälde. Der Glockenstuhl (ein separater Glockenturm) steht neben der Kirche. In der Anlage rund um die Kirche entdecke ich aus Stein gehauen einen Menschenkopf, der mich sehr an die Olmekenköpfe aus Mexiko erinnert.
Abendessen im Restaurant Haithabu
Gegen 17 Uhr bin ich zurück in Ahlbeck, es war eine schöne Rundfahrt. Um 18 Uhr fahren wir gemeinsam ins Restaurant Haithabu, wo man keine Plätze reservieren kann und oft anstehen muß. Heute steht keiner an, es sind im Augenblick nicht viele Gäste in Ahlbeck. Das Essen im Restaurant schmeckt gut, aber nicht so überragend, daß ich dafür anstehen würde.
Vom Restaurant aus laufe ich zurück während Gitti und Astrid zurückfahren. Später treffen wir uns noch bei den Beiden und sehen ein bißchen Fernsehen. Gegen 22 Uhr 30 ist dann die letzte Gassirunde für die Hunde fällig und ich ziehe mich zum üblichen Abendprogramm in mein Apartment zurück.
Wieder ein toller Tag mit vielen Erlebnissen und ein Superwetter
| Wetter | : | wieder viel Sonne, mittags 19 Grad, wenig Wind |
| Unterkunft | : | Strandresidenz Else Marie Apartment 2.6 |


