Nachtfahrt zur Insel Santiago
06.11.1991
Balken

Gegen 3 Uhr nachts fahren wir wieder weiter

Nachts gegen 3 Uhr wurden die Motoren angeworfen und die Beagle nahm Fahrt auf zu ihrem nächsten Ziel. Trotz der ungewohnten Geräusche konnten wir gut schlafen. Nach 2 Stunden und 40 Minuten und 36 Km erreichten wir die Insel Santiago. Gegen 6 Uhr sind wir aufgestanden und an Deck gegangen. Vor uns lag die Insel Santiago.

Infos zur Seekrankheit

Vor der Reise haben wir uns noch mit unserem Hausarzt über die gefürchtete Seekrankheit unterhalten. Er hat uns daraufhin ein Pflaster empfohlen, welches man sich hinters Ohr klebt. Der Wirkstoff wird über ca. 3 Tage direkt abgegeben und soll gut wirken. Dann wird das Pflaster erneuert. Dazu später noch in diesem Bericht.

der morgendliche Ablauf und das Frühstück

Wenn man wollte, konnte man schon um diese Zeit einen Kaffee bekommen. Die Besatzung hatte einen eingedickten Kaffee vorrätig, der nur noch mit Wasser aufgegossen wurde und auch dementsprechend stark war. Das war ganz toll, laue Luft, man sitzt hinten auf dem Boot mit dem Kaffee und genießt die Natur und die Ruhe. Nur die Tiere sind zu hören (und die Geräusche aus der Küche). Zum Frühstück gibt's dann Toastbrot, Spiegeleier, Marmelade, Müsli, Schinken, Kaffee, Tee und einiges mehr. Ein wirklich sehr reichhaltiges und leckeres Frühstück.

Landung auf der Insel Santiago

Mit dem Beiboot fuhren wir dann zur Insel Santiago in die Sullivan Bay. Hier befindet sich ein riesiges Lavafeld eines alten Ausbruchs. Während der Wanderung über das Lavafeld zeigte uns Fabio die unterschiedlichen Lavaarten (Strick, Zopf), erste Pflanzen wie Kakteen und viele kleine Tiere, z.B. Lavaechsen, Heuschrecken u.ä. Als wir zum Anleger zurückkehrten, an dem unser Beiboot lag, lagen dort einige Seelöwen, Pelikane und Pinguine herum.

weiter geht es zur Insel Bartolomé

Zurück auf dem Schiff zogen wir uns unsere Badesachen an. Schwimmen mit Seelöwen nach dem folgenden Ausflug war angesagt. Nach einer nassen Landung auf der Insel Bartolomé am Pinnacle Rock sind wir zunächst quer über die Insel gelaufen, um uns eine Dünenlandschaft anzusehen. Hier in der Nähe beobachteten wir auch einen jungen Bussard, der offensichtlich auf seine Eltern wartete. Direkt in Strandnähe entdeckten wir dann mehrere sehr junge Weißspitzenhaie, die dort ihre Kreise zogen (völlig ungefährlich).

baden mit Seelöwen

Anschließend gingen wir dann zum ersten Mal baden. Ein junger Seelöwe gesellte sich dazu und "spielte" mit uns. Sobald wir aus dem Wasser gingen kam er bis zum Strand hinterher, wir wieder rein ins Wasser, er auch sofort wieder hinterher. Wo hat man schon solche Begegnungen beim Baden.

""gesundes" Mittagessen

Zum Mittagessen gab es wieder viel Fleisch und Gemüse. Wir werden hier an Bord bestimmt verfetten, wenn das so weiter geht.

schöne Aussicht auf die Inselwelt

Nach der Mittagspause ging's wieder zurück nach Bartolomé. Es folgte ein Aufstieg auf einen 140 m hohen Berg. Von hier aus hatte man einen phantastischen Rundblick auf viele umliegende Inseln, die Lavafelder und das Meer. Alte Krater auf Bartolomé und selbst versunkene Krater direkt vor der Küste waren zu erkennen.

wir erhalten eine "Streckenkarte" vom Kapitän

Während wir an Land gingen, hatte sich der Kapitän mit seiner Seekarte auf unserem Esstisch ausgebreitet. Er berechnete dort sowohl die Strecken als auch die voraussichtlichen Fahrzeiten, die wir zurücklegen werden bzw. für die einzelnen Abschnitte der Reise benötigen. Jeder der Mitreisenden bekam dann später von ihm einen Zettel mit allen Daten in die Hand gedrückt.

nachmittags gibt es Kaffee, Kekse und Schokolade an Bord

Wir fuhren inzwischen weiter mit dem Beiboot die Küste entlang. Jede Menge Pinguine und Seelöwen konnten wir dabei beobachten. Nachmittags bei der Rückkehr gibt es auf dem großen Oberdeck immer Kaffee, Tee, Kekse und Schokolade. Sehr entspannend, alle sitzen zusammen und erzählen. Während dieser Zeit konnte ich immer meine Akkus aufladen.

Die Besatzung unterstützt mich beim Laden der Akkus

Zum späteren Zeitpunkt der Reise hat das sogar die Besatzung mit übernommen. Da meine Videokamera ein ziemlicher Stromfresser war, haben sie, wenn ich an Land war, schon meine restlichen Akkus aufgeladen und ich konnte sie dann sofort wieder einsetzten. Die Besatzung war in jeder Hinsichtlich einmalig.

wieder steht Fisch auf dem Speiseplan

Abends gab es diesmal frischen Fisch, sehr lecker. Obwohl ich kein großer Fischesser bin, hat es mir sehr gut geschmeckt.

Anschließend haben alle noch ein bisschen zusammen gesessen und sich unterhalten. Gegen 21 Uhr zogen wir uns in die Kabine zurück. Ich habe noch mein Pflaster hinter dem Ohr erneuert, denn für die kommende Nacht war erhöhter Seegang vom Kapitän angesagt worden. Außerdem musste noch der leichte Sonnenbrand, den wir uns heute geholt hatten, gepflegt werden.

Balken

Wetter :   sonnig, Höchsttemperatur 27 Grad

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