schöne Reise und katastrophale Reiseleitung
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DIE REISEORGANISATION DES BERLINER REISEBÜRO "MEINKAPITÄN" (waren zuständig für die Transfers) WAR GELINDE GESAGT EINE KATASTROPHE.

NCL SELBER BOT WÄHREND DER KREUZFAHRT EINEN SEHR GUTEN SERVICE.

FLUGZEITEN

Auf Grund der Ausschreibung des Veranstalters (Flug Berlin-Venedig / Barcelona-Berlin) freuten wir uns schon auf ausreichend Zeit in Venedig und Barcelona. Dass wir letztendlich erst um 16:50 über Köln nach Venedig fliegen sollten und in der Unterkunft gegen 22 Uhr 30 ankamen hatten wir uns anders vorgestellt. Damit war der erste Tag “für die Katz”.

Aussage des Veranstalters in seinem Prospekt:
Zu Beginn reisen Sie nach Venedig und haben dort zwei Übernachtungen mit Frühstück in der Villa Albertina. Sie haben somit vor der Einschiffung am dritten Tag jede Menge Zeit Venedig und die nähere Umgebung genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Uns blieb genau ein Tag (23.10.) und ein knapper Vormittag (24.10.) in Venedig.

Genauso war es mit dem Rückflug von Barcelona. Abflug am letzten Tag bereits um 9 Uhr 30, dann mehr als 4 Stunden Aufenthalt in Düsseldorf und erst um 17 Uhr 30 sind wir zurück in Berlin. Das hätte man seinen Kunden schon mal vorab mitteilen können. Wir haben es erst mit den Reiseunterlagen erfahren.

REISELEITER

Im Prospekt von “MeinKapitän” wurde ausdrücklich ein deutscher Reiseleiter (für die Transfers) erwähnt. Diesen haben wir während der gesamten Reise nie gesehen. Wir hatten zwar in Venedig bei der Ankunft eine “Transferbegleitung”, was man aber nicht als Reiseleiter bezeichnen kann. Ich habe in Berlin vor der Reise noch mit “MeinKapitän” wegen der Transfers telefoniert und mir wurde eindeutig gesagt, dass wir ja einen deutschen Reiseleiter haben und dass alles kein Problem ist.

ABFLUG BERLIN-TEGEL 22.10.

Die Probleme begannen schon in Berlin am Flughafen. Beim Check-In erfahren einige Mitreisende am Schalter von Germanwings, dass sie bereits um 15:15 hätten fliegen sollen. Sie wurden aber, nach eigener Aussage, vom Reisebüro in keinster Weise vorher darüber informiert. Man bot ihnen an für 300€ p. P. umzubuchen, was die Mitreisenden natürlich empört ablehnten. Die Notfallhandynummer des Veranstalters (MeinKapitän) war zunächst nicht erreichbar bzw. es meldete sich nur ein Anrufbeantworter. Erst nach ca. 20 Min. war jemand zu sprechen. Nach dem Telefonat wurden die Leute auf den 16:45-Flug kostenlos umgebucht, mit dieser Maschine flogen scheinbar auch alle anderen Mitreisenden. Zum Glück war der Flug nicht ausgebucht, sonst hätte es schon ein weiteres grosses Problem gegeben

ANKUNFT VENEDIG 22.10.

Im Flughafen Marco Polo klappte zunächst noch alles gut und der Transfer nach Lido de Venezia erfolgte ohne Probleme mit einer deutschsprachigen Italienerin, die uns am Flughafen empfing. In Lido de Venezia angekommen ging es mit den Problemen aber schon weiter. Wir erhielten zunächst eine falsche Information von der Reiseleitung über die Transferzeitzeit am 24.10. zum Kreuzfahrthafen. Wir hätten mit dieser Zeit das Schiff nicht mehr rechtzeitig erreicht, erst auf intensive Nachfrage wird uns eine Zeit genannt, die in Ordnung ist.

Anschliessend sollten alle Mitreisenden zu Fuss zu ihren Unterkünften gehen (einschließlich Gepäck). Es sind einige ältere und auch 2 gehbehinderte Personen in der Gruppe, trotzdem erfolgte dieser Transfer letztendlich zu Fuß, Gehzeit etwa 15 Min. Einige hatten Probleme ihr Gepäck zu transportieren. Die Reiseleitung war aber zu keiner anderen Lösung bereit, begleitete aber einen Teil der Gruppe bis zur Unterkunft.

TRANSFER ZUM KREUZFAHRTHAFEN 24.10.

Am Tag des Transfers ließ sich kein Reiseleiter am vereinbarten Treffpunkt blicken, es stand aber wenigstens ein Schiff für den Transfer bereit. Der Schiffsführer hatte aber keine Ahnung, wieviel Gäste er transportieren sollte. Er telefonierte mehrmals und brachte uns dann rechtzeitig zum Schiff, die Verständigung erfolgte mit Händen und Füßen, da die Besatzung nur italienisch sprach.

ANKUNFT BARCELONA 29.10.

Für die Ausschiffung in Barcelona fanden wir in unseren Unterlagen keine Information darüber, wann wir uns vor dem Kreuzfahrtterminal treffen sollen. Die ersten gingen daher schon um 8 Uhr von Bord, die letzten gegen 10 Uhr. Eine Reiseleitung vor Ort gab es wieder nicht. Zum Glück entdeckten wir aber einen Bus mit einem Schild „MeinKapitän“ und einem Fahrer, der aber nur spanisch und ein paar Brocken englisch sprach. Damit wir alle Mitreisenden finden und doch noch alle zusammen zum Hotel fahren können, schnappte ich mir das „MeinKapitän“-Schild vom Autobus und stellte mich damit vor das Terminal. So konnten wir doch noch alle zusammen gegen 10:15 Richtung Hotel fahren.

CHECK-IN HOTEL 29.10.

Beim Check-In im Hotel wurde allen mitgeteilt, dass das Frühstuck nicht mitgebucht worden ist. Einige wütenden Mitreisende riefen sofort in Berlin bei „MeinKapitän“ an. So konnte wenigstens einige Zeit später geklärt werden, dass das Frühstück doch inklusive ist. Gleichzeitig gab es auch einen Termin für die Stadtrundfahrt am nächsten Tag, was bis zu diesem Zeitpunkt auch noch völlig unklar war. Diese Information erhielten zum Glück alle Mitreisenden später noch schriftlich. Alle weiteren Änderungen, die sich später noch ergaben, erreicthen viele, aber nicht alle Mitreisenden nur per „Buschfunk“ oder gar nicht.

Die Stadtrundfahrt, an der wir nicht teilgenommen haben, soll von einem unqualifizierter Reiseleiter geführt worden sein. Er teilte im Bus den Teilnehmern mit, dass der einzige deutschsprachige Reiseleiter in Barcelona (?) krank sei und er das übernehme. Seine Informationen unterwegs soll er, laut Aussage einiger Mitreisenden, per Smartphone und Internet gegoogelt und dann weitergegeben haben.

TRANSFER FLUGHAFEN BARCELONA 31.10.

Auch an diesem Tag erschien nur der Transferbus, aber keine Reiseleitung vor dem Hotel. Nur durch Zufall erfuhren wir von anderen Mitreisenden, dass sich die Transferzeit von 7:30 auf 7:00 geändert hat. Schließlich dauerte es noch bis 7:40 bis wir schließlich zum Flughafen losfuhren.

Einige Mitreisende (die einen späteren Flug hatten) wollten nämlich noch unbedingt frühstücken. Durch diese Verzögerung, die ausnahmsweise mal nicht “MeinKapitän” zu verantworten hat, erreichten wir unseren Flug (mit etwas Glück) gerade mal 30 Minuten vor dem Boarding.

Ironie des Schicksals: einige Mitreisenden, die auch einen frühen Abflug hatten, aber trotzdem frühstücken waren, bekammen jetzt im Bus Angst, dass sie ihren Flug doch nicht rechtzeitig erreichen würden

Wir würden auf Grund dieser völlig unmöglichen Reiseorganisation auf keinen Fall nochmal bei “MeinKapitän” eine Reise buchen.


UNSERE EINDRÜCKE VON DER NORWEGIAN JADE

Die Norwegian Jade ist ein sehr buntes Schiff. Obwohl das Schiff fast 300 m lang ist und rund 2500 Gästen Platz bietet hatten wir öfters das Gefühl, dass es an Bord trotzdem überall voller ist als auf vergleichbaren Aida-Schiffen (Melitta-Klasse).

THEATER

Das Theater mit rund 1000 Plätzen ist für meine 1,82m nicht ideal bestuhlt, Meine Knie stossen immer an die Rückenlehne des Vordermanns. Es gibt aber auch einige wenige Reihen mit mehr Beinfreiheit.

LEKTOR

An Bord befand sich so eine Art Lektor, der auch vereinzelt Vorträge über die einzelnen Stationen der Reise hielt. Aber wie kann man so einen Vortrag z.b. für Valletta an dem Tag morgens um 9 Uhr ansetzen, wo schon sehr viele Leute nur darauf warten von Bord gehen zu können um sich Valletta anzusehen.

BARS

Es ist auch schade, dass es nicht an allen Bars die gleichen Getränke gibt. So muss man sich immer eine Bar suchen, wo es die Lieblingscocktails gibt. Außerdem haben wir noch keine Bar an Bord gefunden (außer der Star Bar), die etwas abseits des Trubel liegt und wo man ohne Entertainment oder sonstiges einfach nur seinen Cocktail genießen kann.

RESTAURANTS

Positiver Eindruck im Grand Pacific Restaurant (kostenlos) es ist nicht übertrieben pompös und abgehoben ausgestattet und es bietet viel Platz zwischen den Tischen. Die Auswahl an Speisen ist sehr gut und das Essen wird relativ schnell serviert. Die Bedienung ist auch in Ordnung.

Das Garden Café (Selbstbedienungsrestaurant, kostenlos) ist ziemlich groß, relativ laut und “wusselig”. Es sind ständig viele Leute zwischen den Buffets und den Tischen unterwegs. Die Tische werden relativ schnell abgeräumt, wobei das von Tag zu Tag sehr unterschiedlich ist. Was uns sehr stört sind die Plastikteller und -Becher. Das Besteck (Metall) ist dafür in Stoffservietten eingepackt (wegen der Hygiene). Aber wenn man auch nur eine Serviette braucht, muss man jedes Mal das Besteck auspacken (auch wenn man es vielleicht garnicht benötigt) und kann dann erst die Stoffserviette nutzen. Eine totale Verschwendung. Wir haben erst später und nach vielem suchen, einen Papierserviettenständer entdeckt.

Das Teppanyaki-Restaurant (Zuzahlung) ist schon ein Erlebnis, wenn man so etwas noch nie mitgemacht hat. Hier gilt, wie auch bei allen anderen zuzahlungspflichtigen Restaurants, man sollte frühzeitig reservieren, am besten per Internet von zuhause aus.

Das italienische Restaurant La Cucina (Zuzahlung) ist sehr schön ausgestattet und es gibt eine gute Auswahl an Speisen.

KABINE

Die Kabine ist mit viel Holz ausgestattet und wirkt dadurch etwas dunkel. Unsere zugewisene Kabine 11528 würden wir nicht noch mal buchen. Sie besitzt statt einer reinen Dusche eine Badewanne mit Duschmöglichkeit, was uns nicht so gut gefällt. Die Bad-Aufteilung ist ansonst nicht schlecht, Badewanne und Toilette sind jeweils mit Schiebetüre vom Waschbeckenbereich trennbar. Die Kabine besitzt einen großen Schrank und viele Staufächer. Der kleine Schreibtisch mit einem Fernseher, einer Kaffeemaschine und einem Safe ist ausreichend groß für mich zum Reisebericht schreiben und Batterien aufladen.

Die Betten sind sehr gut. Sie sind etwas höher und breiter als bei Aida und besitzen eine sehr gute Zudecke. Die Matratze hat auch die richtige Festigkeit. Die Schlafcouch für eine 3. Person ist zum Sitzen nicht so gut geeignet. Die Sitzfläche ist sehr tief und rutscht gerne nach vorne weg. Unsere Kabine liegt direkt unter dem Pooldeck und dieses Deck ragt etwa 2 m über unsere Kabine hinaus. Daher haben wir nur morgens bis etwa 10 Uhr und ab nachmittags gegen 16 Uhr Sonne. Außerdem laufen tagsüber ständig Leute über diese “Ausbuchtung" was man in der Kabine ziemlich laut hört. Nachts ist es dagegen sehr ruhig. Uns erscheinen die Balkonkabinn auf Deck 9 als die besten von der Lage her.

PERSONAL

Es gibt sehr viel Personal an Bord (ca. 1100 Personen), deutlich mehr als bei Aida. Das Personal ist im allgemeinen sehr freundlich und auch hilfsbereit.

FAZIT

Die Norwegian Jade wird sicherlich nicht unser Lieblingsschiff aber bei einer passenden Route (bis ca. 14 Tage), die sonst keiner anbietet, würden wir noch einmal mit diesem Schiff (und der Reederei NCL) fahren. Vielleicht haben wir irgendwann mal Gelegenheit ein anderes Schiff dieser Reederei zu testen. Der Service der geboten wurde war gut.

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