Bootsausflug in den Kenai Fjord Nationalpark -- 186 km Bootstour
19.07.2009
Balken

Heute konnten wir es uns leisten mal richtig auszuschlafen. Jedenfalls haben wir es bis etwa 7 Uhr 30 im Bett ausgehalten, mehr als 8 Stunden. Die Betten waren wirklich gut und man konnte herrlich darin liegen.

wir sind schon gespannt auf das Frühstück

Das Frühstücksbüffet ist in der Verlängerung der Lobby in einem großen Raum aufgebaut, mit schönem Blick auf den Hafen. Das ist allerdings schon fast das Beste daran. Natürlich kein Brötchen und keine Wurst. Zum Glück gibt es ja noch die Cerealien, die wir uns jeden Morgen gönnen. Dazu eine Packung Milch und/oder einen Joghurt aus dem Kühlschrank in Selbstbedienung. Auch die hart gekochten Eier liegen dort. Der Kaffee ist hier einigermaßen gut. Wer will, kann sich den Kaffee mit Vanille, Haselnuss oder anderen Geschmacksrichtungen "verfeinern". Ansonsten wieder Bagel (z.B. mit Heidelbeerfüllung) oder Toast, dazu Eieromelette mit oder ohne Käsefüllung und kleine süße Teilchen für danach. Man wird davon satt, aber irgendwie fehlt doch so eine richtig herzhafte Wurststulle. Aber dass wussten wie ja vorher. Eine undefinierbare Soße musste ich natürlich auch testen. Sie schmeckte süß, nach Käse und als ob auch Hackfleisch darin wäre, insgesamt aber sehr merkwürdig.

einchecken bei Kenai Fjord Tours

Nach 2 Telefonaten, die wir wegen der Zeitverschiebung immer morgens führen müssen, wandern wir am Hafen entlang. Wir versuchen trotz des Regens der seit unserer Ankunft fällt, wenigstens einige Fotos zu schießen. Bei Kenai Fjord Tours wollen wir schon mal unsere Bordkarten abholen, unser Boot fährt aber erst um 11 Uhr 30 ab. Am Counter erklärt man uns aber zu unserem Erstaunen, das die Tour heute bereits 30 Minuten früher beginnt und wir bereits (es ist 10 Uhr 30) an Bord gehen können. Gut dass wir schon frühzeitig hier sind. Eigentlich wollte ich erst gegen 11 Uhr hier erscheinen, dann wäre das Boot gerade abgefahren. So begeben wir uns also an Bord und können uns, da noch kaum jemand eingestiegen ist, die schönsten Plätze aussuchen. 120 Passagiere werden später an Bord sein.

die Fahrt beginnt

Um 11 Uhr 05 startet der Kapitän dann endlich die Motoren der Global Explorer während uns die Besatzungsmitglieder noch die Benutzung der Schwimmweste erklären.

ein Seeotter unbeeindruckt vom Schiff, putzt sich ganz gemütlich

ein Seeotter unbeeindruckt vom Schiff, putzt sich ganz gemütlich

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Wir verlassen den "Small Boat Harbour" um kurz darauf schon wieder zu stoppen. Ein Seeotter treibt rücklings am Boot vorbei und alle wollen dieses possierliche Tierchen natürlich fotografieren. Sehr toll für meinen Videofilm taucht der Otter kurz darauf ab. Gegen 11 Uhr 30 wird der Lunch (im Reisepreis eingeschlossen) allen Passagieren serviert. Es gibt einen kalten Hühnchen-Wrap und als Beilage Mini-Möhrchen und einen süßen Riegel. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

die Fahrt wird unruhiger

der Weißkopfseeadler sieht etwas durchnässt aus

der Weißkopfseeadler sieht etwas durchnässt aus

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Es hängen noch immer sehr viele Wolken heute Mittag tief in den Bergen. Die Landschaft zieht daher eher gespenstisch an uns vorbei, das ist aber auch irgendwie ein faszinierender Eindruck. Wir fahren durch die Resurrection Bay, vorbei an Fox Island Richtung offenes Meer. Jetzt merkt man, dass die See rauher wird. Der Kapitän hatte das zwar schon angekündigt. Wir denken zunächst, er will bloß die besonders Ängstlichen vor einigen wenigen Wellen vorwarnen, aber die Wellen sind dann doch etwa 4-5 Fuß (bis zu 1,70 m) hoch. Für uns kein Problem, es schaukelte halt ein wenig. Der Kapitän versucht auch das Boot so zu steuern dass es möglichst wenig schaukelt, trotzdem erwischt etliche Leute die Seekrankheit. Das Personal kümmert sich sehr freundlich um die "Seekranken", während uns die Schaukelei nichts ausmacht.

Während ich so aus dem Fenster sehe, entdecke ich allein tatsächlich einen Wal, der gerade hochgesprungen sein muss. Ich sehe ihn jedenfalls noch wie er wieder eintaucht und dabei das Wasser rechts und links davon spritzt. Bevor ich noch Elke rütteln kann ist alles schon wieder vorbei. Schade. Außer vielen Wasservögeln sehen wir auf der weiteren Fahrt erst mal keine Tiere mehr. Weiter südlich umfährt der Kapitän dann das Kap Aialik der gleichnamigen Halbinsel. Nach etwa 30 Minuten Schaukelei beruhigt sich langsam das Boot, da wir jetzt wieder im Schutz einer riesigen Bucht weiterfahren. Von der Landschaft ist leider immer noch nicht sehr viel zu sehen. Nur wenn der Kapitän das Boot sehr dicht an der Küste entlang steuert, sehen wir die hohen, teilweise noch schneebedeckten und meist baumbewachsenen Berge. Eine sehr schöne Landschaft.

wir erreichen den Aialik-Gletscher

Nach ca. 2-½ Stunden Fahrzeit erreichen wir den Aialik-Gletscher. Auf dem letzten Stück dorthin sehen wir einige Kajaks und am Ufer steht sogar ein Zelt in dieser sehr abgelegenen Gegend. Im Wasser sind zunächst nur kleine Bruchstücke von Eis zu erkennen, die immer dichter werden, je näher wir dem Gletscher kommen. Dann taucht aus dem Dunst die riesige Gletscherwand des Aialik-Gletscher auf. Etwa 1,5 km breit und 120 m hoch erhebt sich der Gletscher jetzt vor uns. Ein beeindruckendes Bild. Unser Schiff fährt auf etwa 200-300 m an den Gletscher heran. Dieser Abstand muss aus Sicherheitsgründen mindestens eingehalten werden.

der gewaltige Aialik-Gletscher, es knackt und knirscht an allen Ecken im Gletscher

der gewaltige Aialik-Gletscher, es knackt und knirscht an allen Ecken im Gletscher

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Wir können jetzt die ziemlich zerklüftete Front des Gletschers direkt vor uns sehen. Wieder fallen uns die vielen verschiedenen Blautöne am Gletscher auf. Auch sind auf dem sichtbaren Teil keine schwarzen sondern eher bräunliche Ablagerungen zu sehen. Plötzlich ertönt ein lautes Krachen und wir erleben gerade noch wie ein Teil des Gletschers "kalbt" (abbricht) und mit Getöse ins Meer fällt. Beeindruckend !!!. Und das Unglaubliche geschieht ab jetzt noch mehrmals. Eigentlich während unserer gesamten Zeit vor dem Gletscher (etwa 50 Minuten) sind immer wieder laute krachende Geräusche an den verschiedensten Stellen des Gletschers zu hören. Manchmal sieht man dann auch noch wie Teile gerade ins Wasser fallen. Ein einziges Mal habe ich durch Zufall von Anfang an gesehen, wie sich weiter oben etwas vom Gletscher löst, herunterrutscht und mit lautem Krachen ins Meer stürzt. So etwas haben wir bisher noch nicht erlebt und sind ganz fasziniert. Trotz Regens sind wir fast die ganze Zeit im Freien um nichts zu verpassen. Wir haben allerdings große Probleme immer wieder die Objektive von Fotoapparat und Kamera trocken zu legen. Wir genießen, obwohl etwas durchgeweicht, dieses Erlebnis sehr.

auf dem Rückweg nach Seward

Als dann das Schiff wieder Fahrt aufnimmt, sehen wir uns noch einmal den Gletscher an bevor er wieder im Dunst verschwindet. Unterwegs tauchen für kurze Zeit neben unserem Schiff etliche kleine Delphine auf, die uns eine Weile begleiten.Die Rückfahrt verläuft zunächst sehr ruhig, bis wir wieder das Kap Aialik passierten 30-40 Minuten lang schaukelt es wieder stärker mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Dann erreichen wir die Insel Barwell Island am Kap Resurrection. Unser Kapitän steuert das Boot einmal um den gesamten Felsen, der Nistplatz von etwa 10.000 Seevögeln ist und auch eine Kolonie Seelöwen beherbergt. Wieder werden viele Bilder geschossen, was bei dem noch schaukelnden Boot nicht ganz einfach ist. Immer entlang der Resurrection Peninsula fahren wir jetzt im Windschatten und damit in ruhigeren Gewässern durch eine sehr schöne Landschaft.

gespenstische Landschaft unterwegs

gespenstische Landschaft unterwegs

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Auch von hier aus sind noch einige Gletscher in der Entfernung zu sehen und auch schöne Felsformationen. So etwas muss man mit eigenen Augen gesehen haben, es ist nur schwer zu beschreiben.

Schon während der ganzen Rückfahrt roch es auf dem gesamten Schiff nach offensichtlich frisch gebackenem Kuchen. Und tatsächlich serviert die Besatzung dann noch jedem Passagier ein frisch hergestelltes Plätzchen mit Schokostückchen. Der Kaffee an Bord ist sowieso kostenlos. Wir genießen diese Überraschung. Gegen 17 Uhr 10 legt die Global Explorer wieder im Hafen von Seward an. Wir hatten übrigens 2 sehr nette Tischnachbarn, ein Paar aus Amerika auf Kreuzfahrt. Er sprach sogar einige Worte deutsch. Auch von einer anderen Frau wurde Elke letztendlich in deutsch angesprochen. Sie bewunderte Elkes noch immer gut sitzende Haare. Elke war da natürlich ganz anderer Meinung nach tausend Mal Mütze auf und ab.

Abendessen

Im Hotelzimmer wärmen wir uns dann ein wenig auf. An Bord wurde zwar auch geheizt, aber in der Nähe der Türen, wo wir saßen, kam die Kälte doch herein es wurde auch für die Seekranken gelüftet. Anschließend fahren wir zu einem Restaurant im Ort, welches u.a. auch griechische Küche anbietet. Dort bestellen wir uns, typisch für Alaska (hahaha) Gyros und Wein. Uns war so danach. Das Essen war ganz gut, man vergleicht es ja immer mit zu hause.

Nun werden wir uns noch um den Reisebericht, die Bilder und die Vorbereitungen für unsere morgige Abfahrt mit der Fähre nach Valdez kümmern.

Trotz des Regens fanden wir die Fahrt ganz toll. Insbesondere weil wir noch nie von See aus an einen Gletscher heran gefahren sind, der sich dann auch noch so "aktiv" zeigte.

Balken
Wetter : es regnet mehr oder minder den ganzen Tag, 13 Grad Maximum
Unterkunft : Holiday Inn Express Seward Harbour -- ÜF
Kategorie Standard -- Buffet Frühstück
Internet (Kabel) -- Guest Laundry (3US$)
1412 4th Ave
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