Nachts gegen 0 Uhr 30 etwa muss der Strom wieder da gewesen sein, wir können das an Hand des elektrischen Weckers feststellen, der ab diesem Zeitpunkt wieder loslief. Bei teilweise schon wieder blauem Himmel gehen wir dann nach dem Aufstehen zum Frühstück. 11,50 für das "Continentel Breakfast" ist schon etwas teuer, da Käse und Wurst durch Abwesenheit glänzen. Das ist übrigens hier in vielen Hotels so. Auto voll packen und Auschecken ist schon ständige Routine geworden und dann geht's auch schon los. Wie fast immer zunächst zur Tankstelle und dann noch mal zum Supermarkt, Getränke auffüllen. Von einem alten Wasserturm sehe ich mir noch mal die nähere Umgebung an und dann fahren wir endgültig los.
eine längere Strecke liegt vor uns
Vor uns liegen heute 539 Kilometer bis Coober Pedy, bei max. 110 km/h doch eine ganz schöne Strecke. Kaum haben wir Port Augusta verlassen, da ändert sich die Landschaft schon ziemlich schnell. Der Bewuchs lässt deutlich nach und dafür taucht die typisch rote Erde für das Innere Australien zeitweise schon auf. Man merkt, wir fahren Richtung Outback.
Lake Hart
An der Straße liegen rechts und links einige Aussichtspunkte, die wir dann auch anfahren. Meistens hat man von hier aus immer einen schönen Blick in die umliegende Landschaft oder z.B. auf den Lake Hart, der aber völlig trocken ist. Die ganze Oberfläche des Sees ist mit Salz bedeckt. Es lohnt sich an jedem gekennzeichneten Aussichtspunkt anzuhalten. Plötzlich sieht Elke während der Fahrt einen Emu am Straßenrand. Wir drehen um, aber als wir den Emu erreichen, flüchtet er mit einem Zweiten weiter weg von der Straße. Die Emus sind ziemlich scheu. Während der weiteren Fahrt haben wir auch noch einen Schakal oder so etwas Ähnliches gesehen. Er lief seelenruhig über die Strasse, hatte aber immer den Verkehr im Blick.
Landepiste auf dem Highway
Auch auf dem Stuart Highway, auf dem wir uns jetzt befinden, treffen wir auch wieder auf eine Landepiste für die Luftwaffe Australiens. Diese Pisten scheinen auf vielen Highways vorhanden zu sein. Die Fahrt, obwohl recht lang, ist immer abwechslungsreich. Teilweise leicht hügelig mit weiten Blicken bei der Abfahrt, dann wieder kilometerlang geradeaus windet sich die Straße durch die Landschaft. Mal steht dichter Bewuchs rechts und links der Straße, dann wieder ist kaum noch ein Strauch oder Baum in allen Richtungen zu erkennen. Von erhöhten Standpunkten aus kann man weit in die Ferne sehen, so etwas ist in Deutschland nicht möglich. Unterwegs gibt es auch noch, wie ich finde, etwas Kurioses.
kuriose Überquerung von Eisenbahnschienen
Aus irgendwelchen Gründen muss die Straße eine Eisenbahnschiene überqueren. Aber anstelle eines normalen Übergangs wurde hier ein Hügel aufgeschüttet über den die Straße hinüberführt und die Eisenbahn unten durch fahren kann. Sehr aufwendig das Ganze. Kurz vor Coober Pedy müssen wir dann den Highway für einen Augenblick verlassen. "Oversized" Laster haben wir ja schon viele gesehen, aber was da ankommt übertrifft alles. Zusätzlich mit Polizeieskorte tauchen 2 riesige Laster auf, die mit ihrer Fracht fast die gesamte Breite des Highways einnehmen. Schon von weitem sind die vielen blinkenden Lichter an der Polizeieskorte zu sehen. Die Kolonne ist schnell vorbei und wir setzen die Fahrt fort.
So langsam fragen wir uns, wo denn hier eine Stadt liegen soll. 10 Km vor Coober Pedy ist noch immer nichts vom Ort zu sehen. Doch dann tauchen die ersten Erdhügel der vielen Opalschürfer auf, jetzt kann es nicht mehr weit sein.
Eine gespenstische Landschaft. Je näher wir dann der Stadt kommen umso zahlreicher werden die Hügel in der näheren und weiteren Umgebung der Straße. Die Einfahrt in die Stadt zeigt einen trostlosen Ort. In vielen ehemaligen Hügeln der Minen haben sich die Menschen ihre Wohnungen teilweise hineingebaut. Klimatisch sehr wirkungsvoll, das ganze Jahr über sollen hier Temperaturen von 23-25 Grad herrschen. Im Sommer steigt das Thermometer sonst im Freien auf über 50 Grad. Von einem Aussichtspunkt (Big Winch) verschaffen wir uns einen ersten Überblick, der aber auch nicht besser ausfällt.
kurze Rundfahrt durch den Ort
Wir checken daher zunächst mal im Desert Cave Hotel ein. Wie gewünscht erhalten wir ein Zimmer im Untergrund. Direkt aus den Sandstein herausgehauen und ohne Tageslicht, ganz wie viele Einwohner hier im Ort. Auch hier herrscht eine angenehme Temperatur, ohne jede Klimaanlage. Es ist kurz vor 17 Uhr und das Visitor Center wird gleich schließen. Also erkundigen wir uns dort noch schnell nach einigen Möglichkeiten hier vor Ort, fahren noch mal zum Highway und sehen uns die durchwühlte Landschaft an und fahren dann ins Hotel zurück. Angeblich gibt es hier über 200.000 Löcher in der Erde.
Känguru, Emu, Kamel und Beef zum Abendessen
Heute gönnen wir uns ein Essen im Restaurant des Hotels. Ein sehr schönes Restaurant, wie auch das Hotel, in dieser öden Gegend. Als wir bestellen wollen hörten wir plötzlich, wie die Bedienung sagt, "dann können wir uns ja in Deutsch unterhalten". Eine junge Deutsche, hier im Desert Cave Hotel, schon erstaunlich. Leider können wir sie später nicht mehr fragen, wie sie hierher gekommen ist, uns bedient dann jemand anderes. Ich gönne mir eine australische Platte mit Känguru, Emu, Kamel und Beef, die sehr gut schmeckt. Elke isst Hühnchen, da mein Essen angeblich sehr umfangreich sein sollte. War es aber nicht. Dazu noch ein gutes Glas Wein. Elke sieht sich noch die Opale an, die hier im Hotel verkauft werden und dann geht's zurück aufs Zimmer. Heute ist viel zu schreiben, den Reisebericht von gestern konnte ich ja wegen des Strommausfalls nur zu einem Drittel schreiben.
| Wetter | : | dunkelgrau bis sonnig, 36 Grad |
| Unterkunft | : | Desert Cave Hotel (Zimmer unterirdisch) Ü 4 Sterne Guest Laundry 3 AU$ pro Waschgang Internet 1 Srunde : 4 AU$ WLAN |






