Fahrt von Tok nach Dawson City -- 303 km
23.07.2009
Balken

Nach dem üblichen morgendlichen Ablauf, die Dusche war übrigens auch sehr gut, gingen wir die paar Schritte zu "Fast Eddys Restaurant" hinüber um zu frühstücken. Das Wetter scheint es heute gut mit uns zu meinen, auf jeden Fall ist heute früh Sonnenschein mit viel blauem Himmel zu sehen.

Frühstück bei "Fast Eddy"

Das Restaurant ist wieder gut besucht und ausnahmsweise sucht man sich zum Frühstück seinen Platz selber aus. Sonst wird man normalerweise in Kanada und Alaska durch die Bedienung platziert. Elke bestellt sich ein Senioren Frühstück, sie hat nicht so großen Hunger, während ich mir ein "Miners Breakfast" bestelle. Hört sich riesig an besteht aber letztendlich aus: 2 Eier nach Wunsch, Hash Browns, 2 Toast und Speck, Schinken oder Wurst. Ich bestelle eine "Reindeer-Sausage" dazu, die sehr herzhaft schmeckt. Kaffee gibt es bis zum Abwinken. Die Bedienung ist wieder sehr flott und wir bezahlen auch diesmal wieder, wie so oft, mit Kreditkarte. Das ist hier ein Zahlungsmittel wie bei uns Bargeld.

wir fahren auf dem "Top of the World Highway"

Unsere Sachen sind schnell gepackt. An der Tankstelle füllen wir unseren Tank wieder bis zur Kante voll, diesmal allerdings für nur noch für 323 US-Cent pro Gallone, deutlich günstiger als in Valdez. Mit der Gewissheit, dass wir auf dem Rückweg hier wieder eine gute Unterkunft vorfinden werden, verlassen wir Tok auf dem Alaska Highway Richtung Südosten. An der Tetlin Junction biegen wir links ab auf den Tailor Highway. Diese Straße zu befahren verbieten eigentlich fast alle Autovermieter in Alaska, da sie etappenweise nur eine Schotterpiste ist. Wer aber die bekannte Strecke in Alaska/Yukon, die einer 8 ähnelt, befahren will muss über diesen Highway nach Dawson City in Kanada fahren.

auf dem Top-of-the World-Highway Richtung Dawson City

auf dem Top-of-the World-Highway Richtung Dawson City

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Die Strecke ist anfänglich in sehr gutem Zustand und wir kommen zügig voran. Immer wieder stoppen wir um diesen tollen Anblick in die unendliche Weite der bergigen Landschaft zu geniessen. Die Straße verläuft in sanften Kurven, leichten Steigungen und Gefälle durch die Landschaft. Mit Tempo 80 km/h ist man nicht allzu schnell unterwegs und kann auch beim Fahren die Landschaft genießen.

Chicken, ein Nest irgendwo im Nirgendwo

Nach etwa 80 Meilen erreichen wir das kleine Örtchen Chicken. Mitten in der Einsamkeit liegt diese ehemalige Goldgräberstadt die heute im Sommer für viele Touristen zum Pflichtstopp geworden ist. Im Sommer leben hier etwa 35 Einwohner, im Winter sind es nur noch 15 die hier ausharren. Eigentlich gibt es hier außer ein paar historischen Gerätschaften und einigen Geschäften (für die Touristen) nichts weiter zu sehen. Aber auch wir schauen mal vorbei und erfreuen uns an dem Charme der paar alten Häuschen.

jetzt geht es auf die Piste

Ab Chicken verändert sich der Straßenzustand dann deutlich. Die Teerstraße geht über in eine Schotterpiste, die von losem Schotter bis zu einer festgefahrenen Sanddecke alles bereithält. Ab hier sollte man etwas aufmerksamer fahren, aber es geht trotzdem ganz zügig voran. Wir können unterwegs noch einige sehr schöne Ausblicke genießen. Im Augenblick blühen hier in Pink überall in den Bergen die Fireweed, auch Waldweidenröschen genannt. Wie ein Teppich sehen die Blüten manchmal aus der Entfernung aus, ein wunderbarer Anblick. Dann allerdings verfinstert sich der Himmel und es fängt an zu regnen.

unsere ersten Wildtiere

Als wir um eine längere Kurve fahren, zwingt mich Elke ganz plötzlich zum Anhalten. Vor uns auf der Straße laufen 2 Caribous, Rentiere. Offensichtlich Mutter und Kind. Wir sehen unsere ersten Wildtiere auf freier Strecke. Natürlich versuchen wir auch Fotos zu schießen, aber der Regen und die Autoscheibe verhindern eine gute Qualität der Bilder. Trotzdem ein tolles Erlebnis, auf welches wir 10 Tage warten mussten. Wir fahren weiter und sind noch ganz begeistert von diesem Erlebnis, als ich kräftig bremsen muss, während Elke noch die Straße filmt.

wir sehen unser erstes Wild in Alaska, ein Rentier

wir sehen unser erstes Wild in Alaska, ein Rentier

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Durch den Sucher der Kamera hat sie gar nicht mitbekommen, dass erneut ein Caribou auf der Straße steht. Diesmal jedoch besitzt es ein ziemlich großes Geweih und sieht damit noch imposanter aus. Der Regen hält immer noch an, aber trotzdem versuchen wir auch jetzt einige Fotos zu schießen. Einige davon werden auch ganz gut. Aber das Erlebnis selber steht natürlich im Vordergrund. 2 Camper stehen auch noch auf der Straße und beobachten das schöne Tier. Möglicherweise hat dann das Blitzlicht einer Kamera (absoluter Blödsinn bei dieser Entfernung) das Tier aufgescheucht, denn es rennt quer über die Straße und verschwindet im Wald. Schade !! Während der Weiterfahrt freuen wir uns immer doch nun schon 2 mal wilde Tiere gesehen zu haben, während es draußen in Strömen gießt. Das Fahren auf dem teilweise rutschigen Untergrund wird noch etwas problematischer.

was passiert jetzt bei der Grenzkontrolle ?

Dann erreichen wir die amerikanisch/kanadische Grenze. Wir haben noch keine Vorstellung wie die Kontrolle hier letztendlich ablaufen wird. Ein Stoppschild an einem Haus weist uns an, im Auto sitzen zu bleiben bis jemand erscheint. Kurz darauf erscheint eine Frau in Uniform, sieht sich unsere Pässe an, fragt uns ob wir wieder nach Amerika zurückkehren werden, stempelt die Pässe ab und das war`s. Keine Frage nach Waffen, Obst oder Ähnlichem. Keinerlei Kontrolle des Wagens oder des Gepäck, nichts. Das haben wir uns schwieriger vorgestellt, aber umso besser. Übrigens erreichen wir hier im Bereich der Grenze den höchsten Punkt des Highways mit knapp 1400 m Höhe, damit hatte ich nicht gerechnet. Und man muss hier seine Uhr eine Stunde vorstellen - es gilt jetzt Yukon-Zeit. Außerdem gelten jetzt auch wieder Kilometer und Liter und nicht mehr Gallonen und Meilen.

die nächste Überraschung

Kurz nach der Grenze entdecke ich einen Aussichtspunkt, wo ich, wegen des nachlassenden Regens gerne einen Fotostopp einlegen möchte. Plötzlich zupft mich Elke ganz aufgeregt, sie hat gerade 2 sich bewegende Geweihe auf dem Hügel auf der anderen Straßenseite gesehen. Schon wieder Caribous ? Wir wenden und fahren ein Stück zurück um eine bessere Position zu haben. Aber wir sehen leider nichts. Wir wenden erneut, fahren zur Sicherheit noch einmal zu dem letzten Aussichtspunkt und sehen plötzlich eine ganze Herde von vielleicht 20 Caribous. Wir sind total begeistert. Erst die einzelnen Tiere und jetzt die ganze Herde.

ein schöner Anblick, eine Herde Rentiere zieht an uns vorbei

ein schöner Anblick, eine Herde Rentiere zieht an uns vorbei

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Wir sehen die Tiere mehr als Schattenriss gegen den Himmel, aber auch das ist ein schöner Anblick. Die Tiere beobachten sehr genau unser Auto und als ich etwas weiter vorwärts rolle, ziehen sie den Hügel abwärts und damit aus unserem Blickfeld. Wo finden wir jetzt noch einen guten Blick?. Die Straße abwärts müsste es eigentlich ganz gut gehen. Also fahren wir dorthin. Noch einmal sehen wir die Herde, allerdings schon etwas weiter entfernt. Sie ziehen weiter in die Landschaft hinein und wir genießen noch mal diesen letzten Blick.

die Fahrt geht weiter

Kurz nach der Grenze geht die Schotterpiste wieder in eine geteerte Straße über. Wir freuen uns schon, aber die Freude währt nicht lange. Immer wieder wechseln sich Schotterpisten mit Teerstraßenabschnitten ab. Die Straße wird jetzt auch kurvenreicher und die Steigungen und Gefälle nehmen zu. Der Regen lässt ganz langsam wieder nach und kurz vor Dawson City können wir einen ersten Blick auf die Stadt durch die Bäume erhaschen, ein über die Strasse flitzendes Eichhörnchen begrüßt uns.

wir setzten über

Dawson City erreicht man nur mit der Fähre von dieser Seite aus

Dawson City erreicht man nur mit der Fähre von dieser Seite aus

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Zwischen uns und der Stadt liegt jetzt nur noch der Yukon River. Eine Fähre pendelt ständig zwischen den beiden Ufern, allerdings ohne eine feste, betonierte Anlegestelle. Eine flache Stelle am Ufer ohne jede Befestigung dient als Pier. Die Fähre legt an, die Laderampe wird auf das Ufer geklappt und wir können sogar als erste an Bord fahren. Nach uns passen sogar noch 2 große Laster auf die Fähre. Die Fähre ist kostenlos. Wenige Minuten später sind wir in Dawson City und erreichen unsere Unterkunft, die Klondike Kate Cabins.

unser "Hüttchen"

Wir checken ein und erhalten die Kabine Nr. 15. Voller Erwartung gehen wir dort hin. Wir sind gespannt, ob das Innere den Bildern im Internet entspricht. Wir sind angenehm überrascht. Klein, aber fein. 2 große Betten, ein kleiner Tisch mit 2 Stühlen, Fernseher und Kühlschrank sowie eine Garderobe und eine Kommode mit 3 Schubladen. Und natürlich auch eine Heizung. Dazu noch ein sehr schönes Badezimmer mit einer großen Dusche, Toilette und Waschbecken. Wir sind positiv überrascht und fühlen uns sofort wohl. Unser Gepäck stellen wir zunächst einfach ins Zimmer. Im Klondike Restaurant, (3. Ave / King Str., gehört zur Anlage) genießen wir 2 Cappuccino und freuen uns über unsere problemlose Ankunft. Der Cappuccino schmeckt wirklich gut und auch die beiden süßen Teile dazu sind lecker. Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch das Städtchen Dawson City, was doch einen recht zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Doch dazu morgen mehr.

der Rest des Tages

Im Klondike Restaurant lassen wir uns dann auch zum Abendessen nieder. Die Kaffeezeit ist noch nicht so lange vorbei, daher bestellen wir uns beide nur je einen Hamburger. Beide (einer mit Beef und einer mit Hühnchen) schmecken sehr gut. Dazu genehmigen wir uns 2 Bier aus Whitehorse, die auch lecker sind. Zurück auf dem Zimmer versuche ich ins Internet zu gehen, was mir jedoch heute nicht gelingt. Mal sehen, vielleicht kann ich morgen was regeln. Ansonsten hat Elke heute wieder einige sehr schöne Bilder, auch von den Caribous geschossen und der Reisebericht fällt auch wieder "üppiger" aus.

Heute war, trotz des Regens, ein sehr schöner Tag. Die Landschaft war sehr interessant, wir haben Tiere gesehen und auch die Sonne hat uns eine ganze Weile mit ihrer Anwesenheit beglückt. Daher waren auch die Temperaturen angenehmer.

An der Rezeption wird uns auf Nachfrage (Ferngespräche) eine Calling Card der Fa. Telus angeboten, Kostenpunkt 10 CA$. Mit dieser Karte soll man wesentlich preisgünstiger telefonieren können, als wenn man ein Ferngespräch direkt übers Telefon anwählt. Das ist hier im Yukon und auch in Alaska (eigene Erfahrung) sündhaft teuer. Man muss lediglich über eine spezielle Telefonnummer sich per Pin (auf der Karte) einwählen und dann wie gewohnt die Vorwahl für Deutschland usw. wählen. Eine Minute koste dann 5,6 Cent nach Deutschland.

Balken
Wetter : Regen, Sonne, von allem etwas, maximal 21 Grad
Unterkunft : Klondike Kate's Cabins -- Ü
Kategorie Standard -- Kostenloses Internet (Kabel)
3rd Avenue / King Street
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