Touren und Wanderungen in Undara
02.10.2011
Balken

eine schwierige Nacht

Die letzte Nacht war nicht so berauschend, irgendwie hatten wir beide so unsere Probleme mit dem Bett. Es war ein bisschen weich und ein wenig schmal. Trotzdem haben wir einige Stunden ge- schlafen. Um 6 Uhr stehen wir wieder auf, denn um 8 Uhr findet bereits der erste Ausflug statt. Die Dusche ist ganz vernünftig, aber an das komische Waschbecken müssen wir uns erst gewöhnen. Kurz vor 7 Uhr machen wir uns auf dem Weg zum Buschfrühstück (Bush Brekki). In einem Areal unter freien Himmel wird gebruzzelt, Tee und Kaffee zubereitet und dann auf Baumstümpfen sitzend verspeist. Wir sind Punkt 7 Uhr die ersten Gäste. Nach einer herzlichen Begrüßung werden wir über den Ablauf des Frühstücks informiert. In einem dem Bäume über uns sehen wir einen Kukabarra sitzen. Dieser, so wird uns erzählt, ist ganz versessen auf die Bratwürste. Man sollte also vorsichtig sein.

Bush Brekki (Frühstück) mit Schwierigkeiten

UNDARA - Bush Brekki, frühstücken wie die 
				Pioniere in den frühen Jahren der Besiedelung Australiens

UNDARA - Bush Brekki, frühstücken wie die Pioniere in den frühen Jahren der Besiedelung Australiens

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Wir nehmen erstmal 2 Tassen Kaffee, der über einer Feuerstelle gebrüht wird. Elke toastet sich anschließend in einem eigens dafür gefertigten Gestell ihr Toastbrot ebenfalls über offenem Feuer. Da muss man vorsichtig taktieren. Nach meinen Cerealien gönne ich mir noch einige warme Sachen, wie Brat- würstchen, ein Ei und Pancakes. Ich habe mich kaum damit hingesetzt, da startet der Kukabarra schon seine erste Attacke. Ich kann ihn gerade noch abwehren. Ein lustiger, verfressener Vogel. Er beobachtet alles wieder von seinem Ast aus, während ich versuche, meine Würstchen mit der gebotenen Vorsicht zu essen.

meine Bratwurst wird mir vom Teller gestohlen

UNDARA - der Kukabarra hat meine Bratwurst schon fest im Visier

UNDARA - der Kukabarra hat meine Bratwurst schon fest im Visier

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Urplötzlich startet der Kukabarra einen erneuten "Angriff", sein Schnabel greift sich mein Wurststück und schon ist er damit wieder auf seinen Ast zurück- gekehrt. Dass ging alles so schnell, dass wir es kaum mitbekommen haben. Ein dreister Vogel. Inzwischen sind weitere Kukabarras eingetroffen. Es haben sich aber auch weitere Gäste beim "Bush Brekki" versammelt und dass wird den Vögeln dann offensichtlich zuviel. Die Attacken hören auf. So sind wir die einzigen, die dieses tolle Ereignis miterlebt haben. Mal sehen, was wir beim morgigen Frühstück erleben.

der Ausflug "Volcano Valley" beginnt

UNDARA - unser erster Lavatunnel, beeindruckend die Dimensionen, 
				200 m lang, 50 m breit, 25 m hoch

UNDARA - unser erster Lavatunnel, beeindruckend die Dimensionen, 200 m lang, 25 m breit, 25 m hoch

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Pünktlich um 7 Uhr 55 stehen wir vor der Rezeption zu unserem gebuchten Ausflug "Volcano Valley" bereit. Unser Guide und Fahrer nimmt uns in Empfang und zusammen mit etwa 12 Personen fahren wir zunächst zum sogenannten Rock Bluff. Von hier aus hat man einen wunderbaren Überblick über die umliegende Landschaft und unser Guide erzählt uns etwas zum heutigen Ausflug und dem Nationalpark. Dann fahren wir weiter zum Wind Tunnel Komplex. Über einen steinigen, unebenen Abstieg (mit Seilen gesichert) geht es hinunter in den ersten Lava Tunnel. Ein toller Anblick. Die Röhre ist etwa 200 m lang, 50 m breit und 25 m hoch. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man schon wieder den Austieg. Dieser Anblick, wie auch die vielen folgenden lassen sich nur schwer beschreiben. (siehe Fotogalerie). Wir bestaunen die vielen Farben und Formen in diesem Lava Tunnel und durchlaufen ihn in ganzer Länge. Am Ende steigen wir wieder nach oben. Auch der Blick zurück ist phantastich.

der nächste Tunnel erfordert Taschenlampen und Scheinwerfer

UNDARA - der Einstieg in einen weiteren Lavatunnel,
				 beeindruckend die Sonnenstrahlen im Eingangsbereich

UNDARA - der Einstieg in einen weiteren Lavatunnel, beeindruckend die Sonnenstrahlen im Eingangsbereich

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Nur ein kurzer Stück weiter und wir erreichen den nächsten Tunnel des Wind Tunnel Komplexes. Insgesamt sind bis heute in dieser Gegend etwas 300 Tunnel bekannt. In diesem Tunnel können wir allerdings nicht das Ende erkennen. Also steigen wir erst einmal hinab und bewundern die unheimliche Deckenhöhe.

UNDARA - beeindruckende Farben an den Wänden des Tunnels, ohne 
				Scheinwerfer würden wir hier nichts sehen

UNDARA - beeindruckende Farben an den Wänden des Tunnels, ohne Scheinwerfer würden wir hier nichts sehen

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Dann erkennen wir im Dunkeln 2 Abzweige im Tunnel. Wir gehen zunächst rechts herum und nur im Licht der Taschenlampen und Scheinwerfer erkennen wir die fantastischen Farben an den Wänden. Wie Stränge ziehen sich die verschiedensten Farben durch das Gestein und vereinigen sich dann in der hintersten Ecke des Tunnels.
UNDARA - am Ende des Tunnels ist wieder Tageslicht zu erkennen

UNDARA - am Ende des Tunnels ist wieder Tageslicht zu erkennen

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Wir kehren wieder um und laufen in die andere ebenfalls stockfinstere Ab- zweigung hinein. Nach etwa 100 m sieht man dann das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels. Auch in diesem Tunnel erzählt uns unser Guide wieder viel interessantes. Dann entdeckt er an der Decke der Höhle noch einige Mini-Fledermäuse, die durch das starke Licht aufgeschreckt ausschwärmen. Wir steigen anschließend über größere und kleinere Steine und Felsen nach oben und erreichen nach kurzem Weg unseren Bus.

Pause mit Getränken und Kuchen

UNDARA - in manchen Lavatunneln findet 
				man auch größere Wasseransammlungen

UNDARA - in manchen Lavatunneln findet man auch größere Wasseransammlungen

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Durch die abwechslungsreiche Landschaft, mal nur Savanne, mal viele Granitfelsen, entstanden während des Vulkanismus, fahren wir zu einer nachgebauten Hütte der ersten Siedler. Bei Kaffee/Tee und Kuchen legen wir eine kleine Pause ein und auch die beiden Toiletten hier sind bei einigen sehr willkommen. Dann geht die Fahrt weiter zum Arch Komplex. Diesmal geht es über bequeme Boardwalks (Bohlenwege) hinab in die Unterwelt. Ein weiteres riesiges Gewölbe tut sich auf. Wieder ein beeindruckender Anblick. Wir steigen in den Tunnel hinunter und erkennen, dass er teilweise mit Wasser gefüllt ist. Vielleicht 10cm hoch. Dadurch spiegelt sich der gewaltige Eingang im Wasser, was einen besonders tollen optischen Effekt ergibt. Wir können nicht bis an das Ende des Tunnels gehen, da hier der Boardwalk überflutet ist. Einige Touristen entledigen sich aber ihrer Schuhe und laufen bis zum Ende.

Höhle mit Fledermäusen und Wasser

UNDARA - in diesem Lavatunnel halten sich viele 
				Fledermäuse auf, es riecht hier sehr merkwürdig

UNDARA - in diesem Lavatunnel halten sich viele Fledermäuse auf, es riecht hier sehr merkwürdig

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Über einen weiteren Boardwalk erreichen wir den "Stevensons Tunnel". Schon auf den ersten Metern zu Tunneleingang verschlägt es einem dem Atem. Es ist einem feuchte und stickige Luft, die einem hier entgegen schlägt. In der Höhle befindet sich sowohl etwas Wasser wie auch die Exkremente von vielen Fledermäusen, die hier leben. Das macht diese besondere Mischung des Dufts aus, der uns entgegen kommt. Wir steigen auch nicht in den Tunnel hinunter, das wäre wahrscheinlich nicht auszuhalten. Das war der letzte von 4 Tunnel, die auf dem Programm stehen. Wir laufen etwa 200m weit zurück zum Bus und fahren anschließend in die Lodge. Nach 4 Stunden ist ein phantastischer und absolut lohnenswerter Ausflug zu Ende.

Lunch, Pool und Siesta

UNDARA - auch das Restaurant besteht
				 aus alten, umgebauten Eisenbahnwagen

UNDARA - auch das Restaurant besteht aus alten, umgebauten Eisenbahnwagen

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Jetzten müssen erstmal die Akkus aufgeladen werden. Bei Blitzlichtaufnahmen gehen sie doch schneller in die Knie. Mit der Videokamera konnte ich im Nachtmodus auch ganz gute Aufnahmen in den dunklen Tunneln machen. Gegen 12 Uhr 30 lassen wir uns im Restaurant nieder und geniessen jeder ein Ciabatta mit Tomate, Ei, Bacon und Salat. Dazu noch ein Getränk. Anschließend ist Siesta angesagt. Wir sitzen vor unserem Abteil auf einer Bank, geniessen dass weiterhin schöne Wetter (12. Tag in Folge Sonne pur) und ich schreibe schon mal den Reisebericht und überspiele die Fotos.

Danach ist uns nach einem kühlen Bad. Die Badesachen sind schnell angezogen und der Weg zum Pool ist nicht weit, aber die Wassertemperatur liegt noch etwas niedriger als gestern. Trotzdem zittern wir uns ins Wasser und bleiben eine Weile dort. Anschließend entspannen wir noch ein bisschen vor unserem Abteil.

"Wildlife at Sunset" und Fledermäuse

UNDARA - phantastischer 
				Sonnenuntergang zu Beginn der abendlichen Tour

UNDARA - phantastischer Sonnenuntergang zu Beginn der abendlichen Tour

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Gegen 17 Uhr 15 begeben wir uns erneut zur Rezeption. Bald erscheint auch der Guide für die abendliche Tour, Tim. Er begrüßt alle recht herzlich und kurz darauf sind wir, dass ist ein Häufchen von ca. 10 Personen, unterwegs auf der Tour "Wildlife at Sunset". Wir fahren kreuz und quer durch den Nationalpark auf der Suche nach Tieren. Wir sehen unterwegs viele Arten von Kängurus, MagPies, Currawongs und vieles mehr. Unser Guide erzählt uns viel zu den einzelnen Tierarten. Kurz vor Sonnenuntergang gegen 18 Uhr 30 stoppen wir am Sunset Bluff und genießen von dort oben den Blick in die weite Landschaft. Die Sonne geht glutrot im Dunst am Horizont unter. Es werden Käse, Früchte, Kräcker, Obst und Champagner gereicht und alle greifen zu. Einige Leute kennen wir schon von der Morgentour.

wir fahren zur Fledermaushöhle

Dann drängt unser Guide zum Aufbruch. Wir wollen zum Höhepunkt der Tour fahren. Mit Beginn der Dämmerung schwärmen Fledermäuse aus einer der vielen Lava Tubes aus. Dieses Schauspiel wollen wir uns ansehen und wenn möglich auch noch fotografieren. Wir stoppen vor der "Barkers Tube" und schon einige Meter vom Eingang entfernt erkennen wir, wie die ersten Fledermäuse hinaus in die Dunkelheit fliegen. Noch ist der Himmel nicht ganz dunkel. Unser Guide geht zunächst alleine zum Eingang der Höhle vor um zu sehen, ob sich eventuell Schlangen auf dem Weg oder in den Bäumen befinden. Als keine Gefahr droht, folgen wir ihm zum Eingang der Lava Tube. Wir sehen nichts weiter als ein schwarzes Loch vor uns.

Fledermäuse, Fotos und ein faszinierender Ausflug

UNDARA - im Blitzlichtgewitter sehen wir 
				die vielen Fledermäuse beim Flug aus dem Tunnel

UNDARA - im Blitzlichtgewitter sehen wir die vielen Fledermäuse beim Flug aus dem Tunnel

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Vorher hatten wir schon einige Verhaltensregeln bekommen, z.B. die Taschen- lampen nur auf den Boden richten, ebenso die helle Rückseite der meistens Digitalkameras (der Monitor). Dieses Licht würden die Fledermäuse als Tageslicht ansehen und sich zurückziehen. Der Guide selber besitzt eine Lampe mit rotem Licht, welches die Fledermäuse nicht weiter stört. Dann beginnt der erwartete Augenblick. Alle Kameras werden scharf gemacht, die Blitze eingeschaltet und auf Kommando dürfen alle für etwa 10-15 Sekunden fotografieren, was das Zeug hält. Man hält einfach die Kamera Richtung Höhle und hofft einige Fledermäuse zu erwischen. Dann ist wieder Schluss.

Dieses Blitzlichtgewitter irritiert die Fledermäuse nur sehr kurzfristig, bzw. stört sie nicht weiter. Es sieht für sie teilweise aus wie Gewitter in der nassen Jahreszeit. Was wir allerdings in diesem Blitzlichtgewitter sehen konnten, ist atemberaubend. Barkers Tube ist wirkliche ein riesiges schlauchartiges Gebilde, welches tief in den Untergrund hineingeht. Und in dieser Lava Tube befinden sich Tausende von Fledermäusen auf dem Flug nach draußen um auf Insektenjagd zu gehen.

UNDARA - im Blitzlichtgewitter sehen wir 
				die vielen Fledermäuse beim Flug aus dem Tunnel

UNDARA - im Blitzlichtgewitter sehen wir die vielen Fledermäuse beim Flug aus dem Tunnel

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Dann folgt eine Phase der fast völlige Finsternis, damit sich die Fledermäuse wieder beruhigen können. Wir können aber über uns am Höhlenausgang gegen den immer dunkler werdenden Himmel sehen, wie die Tiere unbeirrt weiter nach draußen fliegen und offensichtlich nicht von den vielen Blitzen verstört sind. Ab und zu merkt man einen Windhauch. Dann ist gerade eine Fledermaus dicht an einem vorbei geflogen. Dank ihres Echolots können diese Tiere in absoluter Dunkelheit jedes Hindernis erkennen und umfliegen. Die Sache mit den 10-15 Sekunden Blitzlichtgewitter wiederholt sich noch 4-5 mal. Da die meisten Digitalkameras keinen Sucher mehr haben, kann man während der Fotos über die Kamera hinweg in die Höhle sehen und dieses phantastische Schauspiel beobachten.

Zur Demonstration, wie schädlich das Licht einer Taschenlampe ist, leuchtet unser Guide zum Schluss noch einmal mit weißem Licht in die Höhle. Schlagartig sind alle Fledermäuse verschwunden. Sie haben sich in den hinteren Teil der Höhle, den wir nicht einsehen können, zurückgezogen und denken es wäre wieder Tag. Jetzt erkennen wir auch die Dimensionen des Tunnels, der wirklich enorm groß und wie eine Röhre geformt ist; beeindruckend. Das Licht wird wieder ausgeschaltet und sofort setzen die Fledermäuse ihren abendlichen Ausflug wieder fort. Immer noch stark beeindruckt laufen wir zum Bus zurück. So etwas hatten wir bis heute noch nicht gesehen.

pünktlich zum Dinner sind wir wieder zurück

Pünktlich um 19 Uhr 30 setzt uns der Bus vor dem Restaurant ab und wir gehen sofort zum Dinner. Jetzt sehen wir erstmal nach, was auf unseren Aufnahmen überhaupt zu sehen ist. Und tatsächlich haben wir auf einigen Aufnahmen sehr gute Bilder von fliegenden Fledermäusen, allerdings nicht alle ganz scharf. Aber das ist bei der Geschwindigkeit der Fledermäuse und des Scharfstellmechanismus der Kameras auch nicht zu erwarten. Auf einigen Bildern sieht man sehr schön die Höhle mit vielen Fledermäusen im Abflug. Eine unerwartet tolle Ausbeute. Zum Dinner bestellen wir uns "Undara Trio for Two", also Känguru, Krokodil und Emu. Dazu 3 verschiedene Soßen, Pilzsoße, Knoblauchsoße und Burgundersoße. Dazu noch einige Beilagen und 2 Bier. Wir lassen es uns schmecken und genießen den letzten Abend hier in Undara.

Abendprogramm

Wir lassen unser Essen wieder aufs Zimmer schreiben und kehren dann voller Eindrücke in unser Abteil zurück. Ein sehr schöner Tag hier in Undara geht zu Ende und morgen fahren wir schon wieder weiter auf unserer Reise durch Australien. Es ist noch relativ laut am Abend, denn eine Gruppe junger Asiaten ist in die Nachbarabteile eingezogen und die Türen der Abteile fallen noch länger am Abend ziemlich laut ins Schloss. Nach 22 Uhr wird es allerdings ruhiger. Am Nachmittag trafen wir übrigens noch eine Dame vom Housekeeping vor unserem Abteil, die sich erkundigte, ob alles o.k. ist. Wir sagten ihr, dass wir gerne weichere Kopfkissen hätten, wenn möglich. Sie versprach sich darum zu kümmern und brachte uns tatsächlich weichere Kopfkissen vorbei.

Balken
Wetter : es wird kühler, nur noch 31 Grad bei 17% rel. Feuchte, gut zum Wäsche waschen
Unterkunft : Undara Experience Ü
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