Chillagoe nach Cooktown, Felszeichnungen Split Rock -- 503 Km
05.10.2011
Balken

herzliche Verabschiedung von Carolyn

CHILLAGOE - ein letztes Frühstück mit selbstgemachter Marmelade und Jam

CHILLAGOE - ein letztes Frühstück mit selbstgemachter Marmelade und Jam

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Die Nacht war wieder sehr ruhig und wir konnten hervorragend schlafen. Nun geht aber unsere Zeit in Chillagoe zu Ende und wir müssen weiter. Für 8 Uhr haben wir Frühstück bestellt und wie nicht anders zu erwarten, hat Carolyn schon alles bereit gestellt. Wir genießen ein letztes Mal die selbstgemachte Marmelade und Jam (wie gestern) und lassen uns dann noch die ent- sprechenden Bäume von Carolyn zeigen, aus deren Früchte sie dass alles herstellt. Wir packen unsere sieben Sachen und bezahlen die Rechnung für die Höhlentickets und das Essen. Einen Beutel "Crushed Ice" bekommen wir gratis dazu. Carolyn drückt uns beide noch ganz herzlich und dann sind wir kurz nach 9 Uhr wieder zurück auf die Straße.

unterwegs begegnet uns der Savannahlander

SAVANNAHLANDER - von Cairns bis 
				nach Forsyth kann man mit diesen Zug durch das Outback fahren

SAVANNAHLANDER - von Cairns bis nach Forsyth kann man mit diesen Zug durch das Outback fahren

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Eine so persönliche und herzliche Betreuung haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Daran werden wir beide noch lange zurückdenken. Auf der Burke Development Road kommen wir zügig voran, das Teilstück bis zum Abzweig nach Undara ist uns ja schon bekannt. Die Landschaft ist nicht sehr abwechs- lungsreich und wir rollen so vor uns her. Unterwegs sehen wir immer wieder die Gleise der Eisenbahn, die von Cairns über Mareeba nach Forsyth (nahe der Cobbold Gorge Unterkunft) fährt. Auch Carolyn erwartet heute Mittag gegen 13 Uhr neue Gäste, die mit diesem Zug kommen. Unterwegs treffen wir dann, unerwartet, am Roadhouse in Mutchilba am Walsh River, auf diesen Zug, den Savannahlander. Er besteht aus zwei Waggons, wobei einer als Triebwagen fun- giert, aber auch Passagiere transportiert.

Der Savannahlander befährt einen Teil des Bahnnetzes, welches ab 1900 verschiedene Orte, wie z.b. auch Chillagoe, mit der Küste verband. Nach dem Ende der industriellen Entwicklung wurden Teile des Schienenetzes nicht mehr betrieben. Geblieben ist die Strecke bis nach Forsyth, welche heute auf Touren bis zu 4 Tagen Länge von Cairns aus angefahren wird.

Sofort schieße ich ein paar Fotos von diesem ungewöhnlichen Zug. Als sich die Bahn kurz darauf auch noch in Bewegung setzt, drehe ich noch einige Filmszenen.

Fahrt durch das Hinterland Richtung Norden

Unsere Fahrt geht weiter und jetzt verändert sich die Landschaft sehr stark. Alles um uns herum wird grüner und wir sehen erste Plantagen mit Mango-Bäumen und Zuckerrohrfeldern. Auch Kaffee muss hier irgendwo angebaut werden, wozu befindet sich hier sonst das Australische Kaffeeinstitut. Nach rund 100 km verlassen wir links abbiegend die Burke Development Road und fahren jetzt Richtung Norden auf dem Mulligan Highway (Nr.81). Wir legen einen kurzen Tankstopp ein (Diesel : 156 Cent) und fahren weiter in die Great Dividing Range hinein. Dieses Gebirge trennt das Hinterland (wird auch im australischen so genannt) von der Küste.

Bob's Lookout und Jan Pear Lookout

GREAT DIVIDING RANGE - weite Ausblicke in eine schöne Landschaft

GREAT DIVIDING RANGE - weite Ausblicke in eine schöne Landschaft

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Bei 527 m erreichen wir eine Passhöhe und haben einen guten Rundblick. Weiter geht die Fahrt durch die Lighthouse Mountains. 30 km hinter dem Ort Mt. Caribin stoppen wir an Bob`s Lookout, der aber wegen des Sonnen- standes keinen sehr guten Ausblick liefert. Hier hat man am Nachmittag vielleicht die bessere Sicht. Bei der Weiterfahrt verändert sich die Landschaft wieder deutlich. Wir sind jetzt wieder hinter der Great Dividing Range ins Landesinnere gefahren und alles sieht fast wieder so aus, wie wir es vom Outback her kennen. Keine Plantagen und keine Felder mehr, nur Bäume, Sträucher, Gras und Rinder. Dazu aber eine sehr hügelige Landschaft. Etwa 17 km vor dem Abzweig nach Laura sehen wir plötzlich den Hinweis auf einen Lookout und fahren sofort dorthin. Der "Jan Pear Lookout" bietet einen schönen Rundblick in die weite Landschaft der Byerstown Ranges, auf jeden Fall schöner als am Bob`s Lookout. Dann biegen wir links auf die Peninsula Development Road nach Laura ab.

die Felszeichnungen am Split Rock

Wir wollen zum Split Rock fahren, um uns dort Aboriginal Zeichnungen anzusehen. Auf unserer Straßenkarte war noch eine Piste eingezeichnet. Umso erfreuter sind wir, als wir vor uns eine Teerstraße sehen, die offensichtlich ziemlich neu angelegt wurde. Immer wieder treffen wir auf Baustellen und müssen noch auf ein Stück auf die alte Piste ausweichen. Trotzdem kommen wir so viel besser voran als geplant. Interessanterweise sehen wir an einer Stelle entlang der Straße Bananen- und Ananasplantagen. Ein etwas irritierender Anblick in dieser trockenen Ecke Australiens.

"Aufstieg" zur ersten Galerie, "Split Rock Art Site"

SPLIT ROCK - die Felsmalereien der Split Rock Art Site

SPLIT ROCK - die Felsmalereien der Split Rock Art Site

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12 km vor Laura sehen wir erst kurz vor der Zufahrt zum Parkplatz auf der linken Seite ein Hinweisschild auf den Split Rock. Wir sind die einzigen Besucher, der Parkplatz ist leer. Das Gebiet um den Split Rock und auch weitere "Aboriginal Sites" in der Gegend sind " Quinkan Land". Weitere Stellen mit Felszeichnungen können nur im Rahmen von Führungen besucht werden. Es ist etwa 14 Uhr und bei noch ziemlich hohen Temperaturen laufen wir bergauf zu den Galerien. Der Weg ist sehr uneben und man muss über viele Steine steigen. Teilweise ist der Weg auch durch Geländer gesichert. Vom Parkplatz aus bis zur ersten Galerie sind es etwa 500m. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir die "Split Rock Art Site".

Unter einem etwa 15 Meter langen Felsüberhang befinden sich sehr viele verschieden Zeichnungen. Von sehr abstrakten Darstellungen bis hin zu eindeutigen menschlichen Darstellungen ist alles ver- treten. Man sieht z.B. einen Dingo, einen Ameisenigel, menschliche Figuren, eine Schildkröte, sowie Spuren von Menschen und Tieren. Sehr detaillierte Darstellungen, die auch gut zu erkennen sind. Einzelnen Zeichnungen werden durch kleine Hinweistafeln erklärt. Inzwischen sind 4 weitere Touristen an dieser Galerie eingetroffen.

"Flying Fox Art Site" und "Tall Spirits Art Site"

SPLIT ROCK - sehr ungewöhnliche Figuren in der Tall Spirits Art Site

SPLIT ROCK - sehr ungewöhnliche Figuren in der Tall Spirits Art Site

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Wir wandern ein Stück weiter (es sollen nur 40 m sein) zur nächsten Galerie "Flying Fox Art Site". Hier ähneln sich alle Zeichnungen, die man sehen kann. Wir würden es für Tiere halten, sind uns aber nicht sicher. Es gibt auch keine Infotafeln hier. 100 Meter weiter befindet sich die "Tall Spirits Art Site". Hier sind völlig andere Darstellungen zu sehen, als bei den ersten beiden Galerien. Es handelt sich um figürliche Darstellungen. Allerdings sind es sehr dünne und hohe Figuren mit weit ausgebreiteten Armen, die zum Teil recht schwer zu erkennen sind. Vielleicht sind es mehr spirituelle Zeichnungen.

SPLIT ROCK - eine außergewöhnliche spirituelle Figur

SPLIT ROCK - eine außergewöhnliche spirituelle Figur

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Auch hier gibt es keine Hinweistafeln, es sind alles nur meine Vermutungen. Wir sind von allen 3 Galerien sehr beeindruckt. Vor allem die Vielfalt der Zeichnungen beein- drucken uns. Auch der Detailreichtum mancher Zeichnungen ist faszinierend. Langsam steigen wir wieder bergab und sind immer noch ganz begeistert, von dem, was wir dort oben gesehen haben.

Spenden für die Besichtigung sind erwünscht

Übrigens, man findet im Internet Beschreibungen über einen großen Rundweg zu weiteren Galerien hier an diesem Ort, der hinter der Tall Spirits Art Site beginnt. Dieser Rundweg, es steht hier extra ein Schild, darf ohne Genehmigung durch das Quinkan Regional Culture Centre in Laura nicht mehr begangen werden. Nur die 3 beschriebenen Galerien sind frei zugänglich. Es wird allerdings um eine Spende von 5 AU$ p. P. gebeten, die in einer Spendenbox hinterlegt werden kann. Die Felsmalereien hier gehören übrigens zu den Top 10 Felsmalereien der Menschheit und sollen bis zu 15000 - 30000 Jahre alt sein.

wir erreichen Cooktown

Wir kehren zum Auto zurück, genehmigen uns erstmal einen Schluck aus der Flasche und fahren dann auf direktem Weg nach Cooktown. Noch etwa 5-10 km vor Cooktown sind wir uns nicht ganz sicher, dass hier wirklich eine Stadt nahe der Küste liegen soll. Überall nur Berge. Dann aber taucht Cooktown auf und wir erreichen unser Hotel, das Sovereign Resort, ohne Probleme. Wir bekommen ein sehr schönes Zimmer. Endlich mal wieder 2 richtig große und bequeme Betten, ein schönes Badezimmer, einen Fernseher, einen Kühlschrank und noch einiges mehr. Nachdem wir uns eingerichtet haben unternehmen wir einen ersten Stadtspaziergang.

Stadtbummel

COOKTOWN - Sonnenuntergang hinter den Bergen des Endeavour River N.P.

COOKTOWN - Sonnenuntergang hinter den Bergen des Endeavour River N.P.

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Wir laufen zunächst Richtung Fishermans Wharf, die uns aber enttäuscht. Ausser einem teuren Restaurant ist nichts weiter zu sehen. Allerdings erleben wir hier einen wirklich wunderbaren Sonnenuntergang hinter den Bergen des Endeavour River Nationalparks. Wir kehren um und suchen nach einem Laden der u.a. auch Pizza anbietet. Wir haben beide unabhängig voneinander festgestellt, dass es uns nach Pizza gelüstet. Schließlich finden wir ein Restaurant und werden auch sehr freundlich herein gebeten.

Abendessen und Bottle-Shop

Da die Pizzen recht groß sein sollen, können wir uns sogar für 2 verschiedene halbe Pizzen ent- scheiden (gut für unterschiedliche Geschmäcker), was uns sehr entgegen kommt. Die Stücken reichen dann auch für einen mittelmäßigen Hunger aus. Dazu noch 2 Getränke und das Abendbrot ist gerettet. Wir sitzen im Freien, umgeben von vielen Pflanzen, sehr angenehm. Unsere Bedienung bietet auch noch unaufgefordert an, uns beide zu fotografieren. Sehr nett.

Schräg gegenüber befindet sich ein Drive-Through-Bottle-Shop, dem wir dann allerdings zu Fuß einen Besuch abstatten. Eine Flasche Rosé-Wein lächelt uns an und für 12 AU$ wechselt sie dann auch den Besitzer. Inzwischen sitzen wir gut gesättigt auf unserer Terrasse mit Blick über den Pool, genießen den Wein, das schöne Wetter und das tolle Zimmer.

Balken
Wetter : 33 Grad, nachts 24 Grad
Unterkunft : Sovereign Resort Ü
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