die Halbinsel Jandia / wilde Westküste bei Cofete -- 314 Km
03.05.2010
Balken

heute spielt das Wetter nicht so richtig mit

Der erster Blick aus dem Fenster und wir sind nicht gerade begeistert. Der Himmel ist stark bewölkt und zeigt sich im Einheitsgrau. Na ja, mal sehen wie das weiter geht. Auf dem Weg zum Frühstück reißt der Himmel plötzlich auf, die Sonne kommt zum Vorschein und die grauen Wolken ziehen Rich- tung Süden ab. Wir freuen uns schon.

Nach dem Frühstück sehen wir allerdings, wie sich im Norden schon wieder graue Wolken zusam- menballen und den Himmel verdunkeln. Und dass an dem Tag, wo wir bis zum südlichsten Punkt Fuerteventuras fahren wollten. Ich schaue schnell mal ins Internet, aber die Wetterberichte sind sich über den Verlauf des heutigen Tages sehr uneins. Sollen wir nun fahren oder auf morgen ver- schieben, einen weiteren Tag haben wir das Auto ja noch. Wir entschließen uns, doch zu fahren. Vielleicht ist das Wetter im Süden ja besser als hier oben.

langer Weg bis zum Süden

Wir machen uns auf den Weg und erreichen nach etwa 1 Stunde 40 Minuten das Ende der befestigten Strecke hinter Morro Jable. Tatsächlich hat sich das Wetter gebessert und die Sonne scheint hier unten sogar. Ab hier sind es noch etwa 20 Km bis zum Leuchtturm Faro de Jandia. Der Zustand der Piste bis zum Abzweig nach Cofete ist übel, eine echte Waschbrettpiste mit vielen Kurven. Nach dem Cofete-Abzweig wird die Strecke zum Leuchtturm besser und hat nicht mehr so viele Kurven. Vorbei an El Puertito, einer winzigen Ansiedlung mit einem riesigen Windrad erreichen wir schließlich den Leuchtturm.

der Leuchtturm Faro de Jandia ganz im Süden der Insel

der Leuchtturm Faro de Jandia ganz im Süden der Insel

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Wir umrunden ihn einmal und sind erstaunt wie relativ wenig Wind hier weht und dass es verhältnismäßig warm ist.

an der Punta Pesebre herrschen raue Verhältnisse

an der Punta Pesebre herrschen raue Verhältnisse

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Über eine ehemalige Asphaltstrecke, die heute aus mehr Schlaglöchern, denn aus Asphalt besteht, sind wir kurz darauf am etwa 4 km entfernten Leuchtturm an der Punta Pesebre. Der Leuchtturm ist eigentlich mehr ein Leuchtfeuer, aber der Blick auf die raue Westküste ist atemberaubend. Besonders weil sich inzwischen die grauen Wolken auch bis auf die Halbinsel Jandia ausgebreitet haben und das fehlende Sonnenlicht die Küste sehr düster wirken lässt. Ich hatte schon fast damit gerechnet, dass uns das schlechte Wetter einholt.

Cofete und die Villa Winter

So machen wir uns, wenn wir schon mal hier sind, auf den Weg nach Cofete. Einem einsamen Nest an der Westküste ganz im Süden von Fuerteventura. Es soll angeblich in einer traumhaften Landschaft liegen. Die Piste nach Cofete ist auch in einem relativ guten Zustand und steigt, da wir eine Bergkette überqueren müssen, teilweise serpentinenartig bergan.

Auf der Passhöhe Degollada de Agua Oveja erwartet uns dann, wie auch schon im Reiseführer be- schrieben, ein phantastischer Aussichtspunkt auf die Küste und das Gebirge. Links ein sich endlos hin- ziehender Sandstrand und rechts die Berge, die teilweise bis auf 700 m ansteigen. Mittendrin ist der kleine Ort Cofete und die "sagenumwobene" Villa Winter zusehen. Ein toller Ausblick bei einer aller- dings heftigen Windstärke, die einen schon fast umbläst. Ab und zu blinzelt sogar die Sonne durch die Wolken.

der alte Friedhof von Cofete liegt schon im Strandbereich

der alte Friedhof von Cofete liegt schon im Strandbereich

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Schnell sind wir zurück im Auto und fahren nach Cofete. Da der Ort absolut nichts Sehenswertes besitzt fahren wir weiter durch den Ort hinunter zum Parkplatz gleich neben dem alten Friedhof. Kilometerweit feinster heller Sandstrand erwarten uns und fast menschenleer und das unfassbare ge- schieht. Die Wolkendecke ist verschwunden, nur einige weiße Fotografier- wölkchen und strahlend blauer Himmel mit viel Sonnenschein. Damit haben wir wirklich nicht mehr gerechnet. Nur einige wenige Touristen sind hier und genießen diesen Anblick.

wir genießen die Landschaft

Wir picknicken im Auto und genießen dabei die tollen Ausblicke nach rechts und links entlang des Strands bzw. in die Berge. Dazu diese plötzliche Wetterbesserung, wir sind einfach nur glücklich da- rüber. Nachdem wir diese tolle Landschaft ausgiebig genossen haben, fahren wir wieder zurück Richtung Zivilisation, Richtung Jandia Playa. Zunächst bergauf, wobei wir einem entgegen- kommenden Wagen ausweichen müssen. Aber es gibt genug Stellen dafür. Vom höchsten Punkt genießen wir noch mal diesen unvergleichlichen Anblick und fahren dann wieder bergab.

Rückfahrt mit Zwischenstopp in Jandia

An der Weggabelung sind es dann noch 11 km Waschbrettpiste bis uns die Zivilisation wieder hat. In Jandia finden wir einen Parkplatz ganz in der Nähe des Leuchtturms. In einer Eisdiele genehmigen wir uns 2 Eisbecher und Elke zusätzlich noch einen Espresso.

der Leuchtturm von Jandia steht nahe dem Strand an den Salzwiesen

der Leuchtturm von Jandia steht nahe dem Strand an den Salzwiesen

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Wie schon Costa Calma, gefällt uns Jandia auch nicht so recht. Zu viele Ge- bäude zu dicht aufeinander und im Sommer bestimmt auch viel zu viele Leute. Außerdem stehen die Hotels im Bereich der geschützten Salzwiesen für unse- ren Geschmack viel zu weit vom Wasser weg. Weiter Richtung Norden stehen sie zwar näher am Strand aber immer noch zu viele Hotels direkt neben- einander.

Bei einem kurzen Besuch am Strand fliegt mir noch mein Basecap ins Meer. Ich kann es aber, trotz der frostigen Temperaturen aus den Fluten retten. Auch hier ist der Himmel noch immer strahlend blau und viel Sonnenschein. Auf dem Heimweg suchen wir noch einen schönen Aussichtspunkt in den Bergen mit Blick auf die Westküste, können ihn aber trotz Navi nicht finden. Wir brechen die Suche ab und machen uns auf den rund 90minütigen Heimweg.

die längste Tour ist zu Ende

Als wir gegen 18 Uhr 30 im Hotel eintreffen hat sich der Himmel schon wieder etwas bezogen, was für ein Tag. Durch die veränderten Essenzeiten, ab heute fangen die beiden Sitzungen jeweils 30 Minuten später an, sind wir fast pünktlich beim Abendessen. Später sehen wir uns dann die Bilder an und sammeln noch mal alle Gedanken für den Reisebericht. Außerdem müssen wir noch überlegen, was wir mit dem morgigen letzten Tag unseres Mietwagens anfangen. Auf jeden Fall wollen wir uns die Hauptstadt Puerto del Rosario ansehen, das haben wir bisher noch nicht geschafft. Und auch der eine oder andere Besichtigungspunkt steht noch aus.

Balken
Wetter : sehr wechselhaft, von dunkelgrau bis strahlend blau war alles vorhanden
morgens 20 Grad, tagsüber wahrscheinlich um die 23 Grad, viel Wind
Unterkunft : Riu Palace Tres Islas **** HP
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