unterwegs zu den Mühlen von Fuerteventura -- 118 km
29.04.2010
Balken

wir besuchen die erste Windmühle

Ein neuer Tag, eine neue Rundfahrt und das übliche Wetter wie schon in den letzten beiden Tage. Es ist morgens gegen 7 Uhr noch sehr dunstig. Wir hoffen, dass sich das auch wieder, wie an den letzten Tagen, schon ändern wird. Als wir gegen 9 Uhr 30 losfahren scheint bereits die Sonne. Wir fahren die Küstenstraße entlang Richtung Süden. Bei Puerto de Laja wollen wir uns eine besonders schöne Mühle angesehen. Schon von weitem sehen wir sie am südlichen Ende des Ortes oben auf einem Hügel stehen.

Wir können problemlos mit dem Auto bis direkt an die Mühle fahren und einige schöne Aufnahmen machen.

eine so genannte "weibliche" Windmühle, eine Molina

eine so genannte "weibliche" Windmühle, eine Molina

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Es handelt sich übrigens um eine so genannte weibliche Mühle, eine Molina, sie besitzt nur einem Stockwerk, was eine deutliche Arbeitserleichterung be- deutet. Molinas stammen aus dem 19.Jahrhundert. Vorher gab es auf Fuerte- ventura (und Spanien) nur so genannte männliche Mühlen, Molinos, die mehr- stöckig sind. Sie entstanden im 17. und 18.Jahrhundert. Bei diesen Mühlen befinden sich die Mühlsteine im oberen Teil des Gebäudes, das Getreide muss also über Treppen hochgeschleppt werden. Das Mahlgut wird über Holzschächte in den unteren Raum geleitet, wo das Mehl in Säcke gefüllt wird.

Tetir und der Berg Temejereque

Vorbei an Puerto del Rosario fahren wir dann ins Landesinnere nach Tetir. Es folgt ein kurzer Besuch der kleinen Kirche Iglesia de Santo Domingo de Guzman in Tetir. Auch in Tetir steht eine „weibliche“ Windmühle, diesmal allerdings mit 6 statt 4 Flügeln. Schon von hier aus sieht man auch den Berg Temejereque mit seinen hohen Funkantennen auf der Spitze des Berges. Über eine Schotterpiste, die man auf keinen Fall mit einem normalen PKW befahren sollte, fahren wir bis auf das Plateau bei 545 m Höhe hinauf. Von hier oben hat man einen sehr schönen aber windigen Rundblick in die Land- schaft bis hinunter nach Puerto del Rosario und in alle anderen Richtungen.

Tefia

Wir holpern wieder bergab und fahren durch La Matilla nach Tefia. Die kleine Ermita de San Agustín, eine kleine Kapelle von 1714, im Ort ist aber leider wie vielen andere Kirchen auf der Insel ver- schlossen ist. Dann fahren wir zum Ecomuseo La Alcogida, einem Museumsdorf, Eintritt 5 € pro Person.

wir besuchen ein Museumsdorf mit restaurierten Häusern

wir besuchen ein Museumsdorf mit restaurierten Häusern

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Mit viel Liebe hat man alte Häuser wieder in den Originalzustand versetzt und für Touristen zugänglich gemacht. Der Rundgang (ohne Guide) dauert je nach Lust und Laune 30-45 Minuten und hat uns gut gefallen. Man bekommt auch eine Information mit auf den Rundgang zur Erklärung der einzelnen Häuser und praktische Beispiele einheimischen Kunsthandwerks. Schon von hier aus sehen wir eine weitere Windmühle, zur der wir anschließend fahren. Es handelt sich diesmal um eine „männliche“ Windmühle mit mehreren Stockwerken.

Los Molinos an der Westküste

Wir fahren weiter nach Los Molinos an der Westküste. Durch eine schöne Landschaft mit einigen kleinen Schluchten, Barrancos, geht es hinab zum Meer. Der „Ort“ ist zunächst mal eine Enttäu- schung.

selbst hier an der rauen Westküste leben Leute

selbst hier an der rauen Westküste leben Leute

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Erst sehen wir nur 2 Häuser, ein kleines Wohnhaus und ein Restaurant. Es da- hinter entdecken wir weitere kleinere Häuser, teils verfallen, teils verrammelt und verriegelt. Ein Ort am Ende der Welt. Aber er besitzt eine phantastische Küste. Kräftige Wellen rauschen unaufhörlich gegen eine Steilküste rechts und links der Bucht und Wasser spritzt hoch in die Luft. Direkt in der Bucht beobachten wir einen Surfer der hier und heute ideale Bedingungen vorfindet.

Wir durchstreifen den kleinen Ort und sehen uns u.a. eine kleine Kapelle direkt im Ort an. Sie ist reich verziert mit Marienfigur, Korallen und einem kleinen Seepferdchen. Im rustikalen Restaurant Casa Pon mit schönem Blick auf das Meer lassen wir uns dann nieder. Erstaunlicher Weise erhalten wir eine Speisekarte gleich in mehreren Sprachen und bestellen uns Salat mit Ziegenkäse bzw. ein spanisches Omelett. Das Essen schmeckt gut. Von einem Aussichtspunkt gleich auf der anderen Seite der Bucht (über Stufen geht’s hinauf zur Steilküste) haben wir anschließend einen tollen Ausblick sowohl auf Los Molinos als auch die Steilküste. Wir beobachten die anrollenden Wellen und die Brecher an der Küste und sind erstaunt wie viele Autos inzwischen auf dem kleinen Parkplatz stehen.

der Vulkan Tindaya

Der Vulkan Tindaya ist unser nächstes Ziel. Hier sollen sich in einer Opferstätte der Guanchen noch Felszeichnungen befinden. Unterschiedlichste Angaben zum Zustand der Zeichnungen und dem Zu- gang haben wir im Internet gefunden und wollen sehen was nun stimmt. Wir finden aber leider keinen Hinweis am Berg, wo sich das alles befinden soll.

Vallebron

So fahren wir weiter nach Vallebronn. Über eine tolle Passtrasse geht es in die Berge. Auf der Pass- höhe (sieht man schon bei der Anfahrt) gibt es 2 schöne Aussichtspunkte, die weite Blicke in die Landschaft gestatten. Von hier aus erkennen wir gut die unterschiedlichsten Färbungen sowohl der Berge wie auch des flachen Landes. Direkt am Weg zu den Aussichtspunkten sieht man auch, dass die Insel gar nicht so kahl ist wie sie auf den ersten Blick aussieht. Es sind zwar meist niedere Pflanzen und kleine Büsche aber die Vielfalt ist schon groß. Überall sind kleine Blüten zu sehen.

alte Terrassenfelder bei Vallebron, sie werden nicht mehr genutzt

alte Terrassenfelder bei Vallebron, sie werden nicht mehr genutzt

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Wir fahren durch Vallebronn hindurch und entdecken sehr viele alte Ter- rassenfelder, die aber heute scheinbar nicht mehr benutzt werden. Von den vielen grünen Feldern in diesem wasserreichen Tal sehen wir allerdings auch nicht viel, aber vielleicht ist es jetzt auch schon zu warm für den Anbau von Obst und Gemüse.

die Windmühlen von Villaverde

So fahren wir weiter durch eine interessante Landschaft nach Villaverde. Hier hatten wir am ersten Tag zwei „männliche“ Windmühlen vom Auto aus gesehen.

2 Windmühlen zwischen Villaverde und La Oliva

2 Windmühlen zwischen Villaverde und La Oliva

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Der Weg dorthin stellt sich als sehr problematisch heraus und es dauert eine Weile bis wir die richtige Straße gefunden haben. Die letzten 50 Meter sind allerdings mit einem normalen PKW nicht zu bewältigen.

Für Leute mit einem Navi unterwegs sind, hier die genaue Koordinaten:
N 28,62296 W 13,91556. Die beide Mühlen stehen etwa 300 Meter ausein- ander und mit einem guten Standpunkt bekommt man beide aufs Bild.

Rückkehr ins Hotel

Von hier aus fahren wir wieder zurück ins Hotel, wo wir gegen 17 Uhr 15 eintrefen. Es war wieder ein sehr schöner Tag mit ganz anderen Eindrücken als am ersten Tag. Wir werden uns daher nach dem Abendessen die Bilder ansehen und den Reisebericht schreiben und auf die morgige Rundfahrt vorbereiten. Unser Auto hat heute ohne Probleme alle Strecken, auch die "wüsten" Schotterpisten, gut überstanden.

Balken
Wetter : morgens 19 Grad, mittags etwa 27 Grad
zunächst schleierartige Bewölkung, die sich aber bald auflöst
Unterkunft : Riu Palace Tres Islas **** HP
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