Bath, Bristol, Clifton und Blaise Hamlet
heute wollen wir uns Bath und die Umgebung ansehen
In der die letzten Nacht haben wir noch besser geschlafen, man gewöhnt sich langsam an die neue Umgebung. Dann folgt der Tagesablauf wie üblich : fertig machen, frühstücken und alle Sachen zusammen packen. Gegen 9 Uhr 20 verlassen wir Melksham und fahren in ca. 45 Min nach Bath. Auf dem Charlotte Street Car Park, nicht allzu weit weg vom Zentrum und mit viel Platz, parken wir unser Auto. Auch auf diesem Parkplatz befinden sich Toiletten. So etwas sehen wir öfters auf unserer Rundreise.
Royal Crescent und The Circus
Bei strahlend blauem Himmel beginnen wir von hier unseren Rundgang durch die Stadt. Durch den Royal Victoria Park gehen wir leicht bergauf zum Royal Crescent. Royal Crescent ist eine halbkreisförmige Anlage aus 30 Reihenhäuser (direkt aneinander gebaut), die zwischen 1767-1774 errichtet wurden. Der "Halbmond" ist 150 m lang und jedes Gebäude ist fast 15 m hoch, einschließlich kleiner Räume mit Dachgauben im Dachgeschoss. Viele bemerkenswerte Personen haben im Royal Crescent gelebt. Heute ist das Haus Nr. 1 ein Museum, in dem man sich ansehen kann, wie wohlhabende Eigentümer des späten 18. Jahrhunderts ein solches Haus eingerichtet und bewohnt haben. Ein schönes Bauwerk mit tollen Ausblicken über die Stadt.
BATH - "The Circus", Stadthäuser von 1758 stehen um den Kreisverkehr herum
Vorbei an der Straße "Margaret's Buildings", die bei weitem nicht so schön aussieht, wie es eine Seite im Internet versprochen hat, gehen wir über die Brock Street Richtung "The Circus". Um den Kreisverkehr herum stehen große Stadthäuser, die 1754 bis 1768 erbaut wurden. Auf der Mittelinsel stehen mehrere große, alte Bäume. Früher befand sich hier ein kleiner Stausee, der die umliegenden Häuser mit Wasser versorgte. Es ist eine sehr schöne Anlage mit viel Grün vor den Häusern, die interessante Fassaden besitzen. Auf der St. Andrew's Terrace kommen wir an den Bath Assembly Rooms vorbei. Das Gebäude wurde 1769 erbaut und es befinden sich eine Reihe von eleganten Versammlungsräume in dem Gebäude. Über die Mile's Buildings mit vielen alten, teilweise renovierungsbedürftigen Häuser erreichen wir die George Street. Von hier aus biegen rechts wir in die Milsom Street von 1762 ab. Die ehemaligen Stadthäuser werden heute von Geschäften, Banken und Büros genutzt. Wir bleiben immer wieder stehen um uns die vielen Details an den Häusern, wie z.b. die Türklopfer, bunte Glasscheiben, Fassaden u.ä. anzusehen.
Bummel durch die Stadt
Im weiteren Verlauf überqueren wir die Upper Borough Walls und erreichen die Union Street. Am Anfang steht das alte Royal National Hospital für rheumatische Erkrankungen von 1759, ein massiver Bau. Wir biegen links ab und erreichen Northumberland Place. Eine beliebte Ecke mit Cafés und Geschäften und dem kleinsten Pub von Bath (Coeur De Lion). Es ist eine malerische kleine Straße. Am Ende der Straße gehen wir hinüber in den Guildhall Market. Es ist eine überdachte, kleine Markthalle. Schon seit 800 Jahren wurde hier gehandelt und verkauft. Heute verkauft eine bunte Mischung von Händlern ihre Waren. Es macht Spaß hier hindurch zu bummeln. Elke findet auch gleich noch einen Rucksack, der ihr sehr gut gefällt und kauft ihn. Vorher wurde sie noch von einigen Schülern zum Thema "was Touristen in Bath unternehmen" befragt, natürlich in englisch.
Guildhall Markthalle - The Corridor - Abteikirche
Neben der Markthalle steht die Guildhall von Bath von 1775. Im Rathaus sitzt heute die Ratskammer, das Standesamt und es wird für Veranstaltungen genutzt. Vor dem Rathaus stehen einige Studenten, die vermutlich ihren Semesterabschluß feiern. Gegenüber befindet sich "The Corridor", eine Einkaufspassage. Sie wurde 1825 eröffnet und besitzt eine dorische Kolonnade und einen Bogen mit Marmorsäulen. Leider laufen hier z.Zt. Bauarbeiten, so dass nur an wenigen Stellen diese schönen Stellen der Arcade gut zu sehen sind. Über den Abbey Churchyard kommen wir jetzt zur Abteikirche von Bath. Eigentlich wollten wir uns auch die römischen Bäder ansehen, aber die Warteschlange ist lang und die Preise heftig. Also gehts erstmal in die Kirche.
In fast allen Kirchen in England muß man, wegen der fehlenden Kirchensteuer, Eintritt bezahlen oder es wird um eine entsprechende Spende gebeten. Wir geben hier 2,50 GBP und betreten die Kirche. Leider finden im Augenblick umfangreiche Bauarbeiten in der Kirche statt und die halbe Kirche ist nicht zugänglich. Die ehemalige Kirche wurde 1156 erbaut und im 13. Jhdt. schwer beschädigt. Der heutige Bau entstand ab 1500. Aus dieser Zeit stammt auch das wunderbare Fächerdeckengewölbe mit vielen Verzierungen, welches uns gleich auffällt. Die Decke des Mittelgangs ist allerdings ein Nachbau von 1860. Wir schlendern durch die Kirche und sehen uns viele der 52 Fenster an, die der Kirche ein sehr "freundliches" Aussehen verleihen. Außergewöhnlich sind auch die 891 flachen Grabsteinplatten, die den Fußboden der Kirche bilden. Dazu gibt es noch an den Wänden der Kirche 635 Gedenktafeln, die an Menschen aus dem 18. und 19. Jhdt., ihr Leben, ihren Glauben und mehr erinnern.
Römische Bäder
Wir verlassen nach dem Rundgang die Kirche und jetzt trennen sich unsere Wege. Ich würde mir doch gerne die römischen Bäder ansehen, die ziemlich einzigartig in England sind. Karin, Elke und Peter werden weiter durch die Stadt bummeln und wir treffen uns später in den Grünanlagen am Avon Fluß wieder. Erstaunlicherweise dauert es nur 10 Minuten bis ich im Gebäude bin, 5 Min später bin ich schon an der Kasse. Der Eintrittspreis ist heftig. 20 GBP normal, für Rentner immerhin noch 18,50 GBP. Ich bezahle per Kreditkarte und gehe dann auf den Rundgang. Die römischen Bäder sind eine gut erhaltene römische Stätte, die früher zum öffentlichen Baden genutzt wurde. Die Bäder selbst befinden sich heute unter dem Straßenniveau, die Häuser darüber stammen aus dem 19.Jdt.
Vermutlich war diese Quelle schon den Kelten bekannt und der britische König Bladud baute hier 836 v.Chr. schon die ersten Bäder. Die Römer nutzen die Quelle ab ca. 60 n.Chr. und errichteten über die nächsten 300 Jahre hier ihre Thermen. Danach verfielen die Bäder, wurden im Laufe der Jhdt. mehrmals um- und aufgebaut. Das Wasser für die Bäder kommt aus den nahegelegenen Mendip Hills. Das Wasser sickert hier tief ins Gestein, erwärmt sich auf 69-96 Grad C und steigt dann unter dem entstehenden Druck an die Oberfläche. Bath besitzt übrigens die einzigen heißen Quellen in England. Die gesamte Anlage ist relativ groß und ich versuche mir möglichst alles anzusehen. Aber ich will auch die anderen nicht allzu lange warten lassen. Es gibt hier sehr viel zu sehen, was so im Laufe der Jhdt. entstanden ist. Auch die heiße Quelle kann man sehen, ebenso wie die Bauten aus römischer Zeit. Man kann sich hier sicherlich einen ganzen Tag lang aufhalten.
Avon River und Pulteney Bridge
BATH - der Avon River mit der Pulteney Bridge
Nach rund 50 Minuten verlasse ich die Anlage. Dank Smartphone erfahre ich recht schnell wo sich Karin, Elke und Peter aufhalten. Wir treffen uns alle direkt am Avon Fluß gegenüber den Parade Gardens wieder. Wir bummeln am Fluß Avon entlang in Richtung der Pulteney Bridge. Die Brücke, die 1774 erbaut wurde, ist eine von nur vier Brücken weltweit, bei denen Geschäfte auf beiden Seiten über die gesamte Spannweite verteilt sind. Die anderen Brücken sind die Ponte Veccio in Florenz, die Rialto Brücke in Venedig und die Krämerbrücke in Erfurt. Von beiden Ufern aus kann man die Brücke wunderbar sehen und auch gut fotografieren. Vor der im georgianischen Stil gehaltenen Pulteney Bridge befindet sich ein beeindruckendes Wehr. Es lohnt sich auf jeden Fall auf beiden Seiten entlang des Avon Rivers zu bummeln.
Wir gehen hinauf zur Pulteney Bridge und kehren im Pulteney Kitchen zu einem kleinen Mittagessen ein. Karin und Peter haben hier schon vor 4 Jahren während ihrer organisierten Rundreise eine Kleinigkeit gegessen. 4 freie Plätze in dem kleinen Restaurant mit Blick auf den Avon Fluss werden von uns sofort besetzt. Wir bestellen uns Sandwiches, Paninies, Milchshake und Cola. Anschließend gehen wir noch auf der anderen Flussseite entlang um weitere schöne Fotos zu machen. Später bummeln wir durch die Stadt zum angeblich ältesten Haus der Stadt, welches in der North Parade Passage. Es ist das Sally Lunn's von 1482. Von hier aus machen wir uns so langsam auf den Rückweg und kommen noch an vielen interessanten Gebäuden vorbei.
die Suspension Bridge in Clifton
CLIFTON - die Suspension Bridge über dem Avon River
Wir verlassen Bath und fahren jetzt in Richtung Bristol. Wir wollen uns dort im Vorort Clifton eine Suspension Bridge (Hängebrücke) ansehen. Es gibt leider keinen Parkplatz in dieser Gegend, man müsste von weiter weg mit dem Bus hierher fahren um sich die Brücke anzusehen. Ich habe allerdings über Google Street View einige Parkplätze am Straßenrand ganz in der Nähe der St. Vincent Rock's in der Straße "The Promenade/Litchfield Place" gefunden. Hier die GPS-Koordinaten : 51.458430, -2.626552. Sie sind zwar nicht kostenlos, aber man kann von hier zu ganz tollen Aussichtspunkten durch eine Grünanlage laufen.
Wir finden tatsächlich einen freien Parkplatz an dieser Stelle und laufen dann durch die Grünanlage hoch zu den St. Vincent Rock's. Die Suspension Bridge überspannt die 2,5 Km lange Avon Gorge . An der Clifton Suspension Bridge ist die Schlucht mehr als 210 m breit und 91 m tief. Ein toller Anblick, diese Hängebrücke. Der Fluss allerdings ist nur noch ein trübes Rinnsal, nachdem auch in England deutlich zu wenig Regen gefallen ist. Die Suspension Bridge wurde 1864 erbaut. Sie ist 412 m lang und fast 10 m breit. Autos müssen heute für die Überfahrt bezahlen, Radfahrer und Fußgänger dürfen sie kostenlos überqueren. Eine sehr schöne Brücke.
Von hier aus fahren wir zu unserem letzten Stopp an diesem Tag. Es ist Blaise Hamlet, eine Gruppe von neun kleinen Cottages in Henbury, einem Stadtteil im Norden von Bristol. Diese neun Cottages wurden um 1811 für pensionierte Angestellte des Quäker- Bankiers und Philanthropen John Scandrett Harford gebaut. Die Cottages sind alle einzigartig und verfügen über gemauerte Schornsteine und Dachgauben mit teilweise Strohdächern. Man darf die Anlage betreten, soll aber Rücksicht darauf nehmen, dass hier noch Leute wohnen. Die Cottages gruppieren sich um eine große Rasenfläche, auf der sich ein Brunnen und einige Bäume befinden. Wir wandern einmal an allen Cottages vorbei. Man kann diese nicht von innen besichtigen. Anschließend machen wir uns auf den Heimweg nach Melksham, der ca. 1 Std. dauert.
HENBURY - Blaise Hamlet, eine kleine Siedlung von 1811
wir landen wieder im Kings Arms
Zum Abendessen gehen wir wieder ins Kings Arms, wo man uns langsam schon kennt. Das Essen und auch der Cider sind wieder sehr lecker und wir genießen die Zeit in diesem Pub sehr. Wie schon gestern sitzen wir anschließend auch heute noch eine ganze Weile im Garten des "The Conigre" zusammen und lassend den Tag mit einem weiteren Gläschen Cider ausklingen. Auch heute hatten wir wieder sehr schönes Wetter und wir haben viele und interessante Dinge gesehen. So kann es weiter gehen.

| Wetter | : | wenig Bewölkung, viel Sonne, später einige Wolken, 28 Grad. trocken |
| Kilometer Auto | : | 128 |
| Kilometer Fuß | : | 10 + 1 + 1 |
| Unterkunft | : | The Conigre - Melksham |

