Rundfahrt ab Bodmin - Lanyon Quoit, Mên-an-Tol, Geevor Tine Mine, Merry Maidens, Tregiffian, Boscawen-ûn und dem Minack Theatre

31.07.2019



Balken

heute steuern wir unser nächstes Etappenziel an

Ab heute läuft unser Programm wieder wie geplant, denn das Wetter soll im südlichen Cornwall weitestgehend trocken bleiben. Außerdem haben wir sowieso keine andere Möglichkeit, denn morgen müssen wir uns auf den Rückweg Richtung Bristol machen. So langsam geht dieser schöne Urlaub seinem Ende entgegen. In 1 Std. 45 Min. fahren wir von Bodmin Richtung Lands End nach Lanyon Quoit. Wir kommen gut voran und genießen unterwegs die schöne Landschaft. Übrigens, die meisten Sehenswürdigkeiten, insbesondere Steinkreise, archäologische Stellen und Ähnliches sind an den Straßen nicht ausgeschildert. Das bedeutet, man muss sich vorher informieren, was man unterwegs sehen möchte und sich dann die entsprechenden Orte über Google Maps oder auch Wikimapia ansehen und sich die genaue Position notieren (GPS-Koordinaten) oder die Karte ausdrucken. Man kann dann unterwegs, sofern man ein Smartphone oder Navi besitzt die Orte gezielt anfahren.

Lanyon Quoit

LANYON QUOIT - ein etwa 5500 Jahre alten Dolmen (Grab) aus der Jungsteinzeit

 LANYON QUOIT - ein etwa 5500 Jahre alten Dolmen (Grab) aus der Jungsteinzeit 

Gerade hier an dieser Stelle (GPS : 50.147211, -5.599600) ist es wichtig, die genaue Stelle zu kennen. Wir fahren trotz Navi erstmal an der Stelle vorbei. Es gibt kein Hinweisschild und auch der kleine Weg über ein Mäuerchen zum Lanyon Quoit haben wir glatt übersehen. Also müssen wir ein kleines Stück zurückfahren und finden dann auch die kleine Parkbucht für etwa 3 Autos. Wir "klettern" über die Mauer (2 Stufen rauf, 2 Stufen runter) und stehen dann nur ca. 20 m entfernt von einem etwa 5500 Jahre alten Dolmen aus der Jungsteinzeit, er ist der bekannteste Quoit in Cornwall.

Wir sind hier ganz alleine und können so diesen Dolmen von allen Seite menschenfrei fotografieren. Ein beeindruckendes Bauwerk, wenn man bedenkt, was damals für primitive Werkzeuge zur Verfügung standen. Alleine die Deckplatte soll rund 13 Tonnen wiegen. Das ganze Gebilde sieht aus wie ein Tisch für Riesen. Der Lanyon Quoit besitzt aber nicht mehr ganz sein ursprüngliches Aussehen. 1815 stürzte der Dolmen bei einem Sturm ein und wurde, weil ein Pfeiler und ein Teil der Deckplatte zerbrachen, etwas anders als im Original (es gab Zeichnungen von vor dem Sturm) wieder aufgebaut.

Mên-an-Tol in der Nähe von Morvah

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel (wieder ein Superwetter) verlassen wir den Lanyon Quoit und fahren ein kurzes Stück weiter zu Mên-an-Tol. Auch hier gilt, gewusst wo. Lediglich ein kleiner Platz, wo 3-4 Autos parken können, weist daraufhin, dass sich hier irgend etwas Interessantes befindet (GPS : 50.153493 -5.614945). Von der Straße aus öffnen wir ein Gitter und laufen dann ca. 800 m auf einem Schotterweg bis zu einem gekennzeichneten Abzweig nach rechts. Wir folgen dem Abzweig und erreichen ca. 200 m weiter den Mên-an-Tol. Wir sind erstaunt, hier einige Leute anzutreffen. Der Mên-an-Tol ist ein Lochstein einer ca. 3000 bis 4000 Jahre alte Megalithformation und Teil eines Steinkreises. Von dem Steinkreis ist fast nichts mehr zu sehen.

MÊN-AN-TOL - Der Mên-an-Tol ist ein Lochstein einer ca. 3000 bis 4000 Jahre alte Megalithformation

 MÊN-AN-TOL - ist ein Lochstein einer ca. 3000 bis 4000 Jahre alte Megalithformation 

Es gibt lediglich einen weiteren Stein flach im Boden, zwei weitere befinden sich wenige Meter westlich und weitere Steine konnten unter der Erdoberfläche lokalisiert werden. Welche Funktion dieser Lochstein besaß ist völlig unklar. Eine sehr interessante Formation. Peter lässt es sich nicht nehmen einmal durch den Lochstein zu kriechen. Angeblich soll dieser heilende Wirkung für fast alles besitzen und auch Schwangerschaften fördern. In ganz Cornwall gibt es nur 2 solcher Lochsteine. Dann machen wir uns wieder auf den Rückweg. Rechts und links des Schotterweges stehen viele blühende Pflanzen, u.a. auch Brombeeren, die teilweise schon reif sind. Auch die Landschaft ringsherum ist sehr schön anzusehen.

Geevor Tine Mine in der Nähe von Lower Boscaswell nach oben

Weiter geht unsere Fahrt durch Cornwall. Unterwegs sind wir immer wieder auf teilweise breiten gut geteerten Straßen, aber auch öfters auf Schotterstraßen, die manchmal kaum breiter sind als unser Mietwagen, unterwegs. Hier muss man besonders auf den Gegenverkehr achten. Es gibt zwar Ausweichstellen, aber trotzdem ist Vorsicht geboten. Bisher haben wir solche Passagen aber jedes Mal ohne Probleme durchfahren. Kurz darauf erreichen wir die Geevor Tine Mine. Hier gibt es kostenlose Parkplätze und auch ein Café außerhalb der Anlage, die Eintritt kostet. Auf Grund der Preise und auch der Zeit sehen wir uns die Mine nur von außen an. Eintritt kostet hier bis zu 15 GBP. Wir gehen ins Café um eine Kleinigkeit zu essen. Vom Café aus können wir einige Teile der Mine, auch eine weitere Mine und das Meer sehen.

Merry Maiden Steinkreis

Nächster Stopp ist der Merry Maiden Steinkreis, der ca. 4000 bis 3000 Jahre alt sein soll. Hier gibt es einen kleinen "Parkplatz" für ca. 7 Autos, aber ebenfalls keine Ausschilderung. Vom Parkplatz aus kann man den Steinkreis mit seinen 19 Menhiren schon sehen. Als wir uns dem Steinkreis nähern, stehen dort etliche Touristen, fotografieren und unterhalten sich. Wir müssen eine ganze Weile warten bis sich die Gruppe endlich aus dem Steinkreis entfernt. Leider wurde Mitte des 19. Jahrhunderts der Steinkreis beim Versuch einer Rekonstruktion durch neue Steine ergänzt, allerdings nicht in korrekter Position und Zahl. Zudem wurde der Standort alter Steine verändert, so dass sich die heute vorzufindende Setzung der Steine ergab. Das Wetter ist immer noch super, große weiße Haufenwolken und Sonne.

Tregiffian Passage Tomb

Ca. 150 m entfernt befindet sich direkt neben der Straße das Tregiffian Großsteingrab. Diese Anlage befand sich bis 1846 zur Hälfte unter einer Straße, die hier langführte. Nach letzten Forschungen scheint es sich um einen Gemeinschaftsgrab zu handeln. Wahrscheinlich entstand Tregiffian vor 4000-5000 Jahren. Die eigentliche Grabkammer liegt etwa 4 m tief. Der Tregiffian bildete zusammen mit den Merry Maidens und weiteren Grabanlagen vermutlich einen heiligen Bezirk. Das Innere der Grabanlage kann man von aussen leider nicht sehen. Aber es ist schon spannend was sich hier vor mehreren tausend Jahren abgespielt hat und unter welchen Bedingungen dieses Anlagen enstanden. Die Grabanlage wurde scheinbar über längere Zeit genutzt, den bei Ausgrabungen fand man Urnen, die auf etwa 1900 v.Chr. datiert wurden. Der quer vor der Kammer liegender Stein mit Cup-and-Ring-Markierungen (abstrakte prähistorische Petroglyphen) verzierter Stein ist ein sehr seltenes Exemplar. Das Original wurde ins Museum von Truro gebracht, vor Ort befindet sich jetzt eine Kopie.

Boscawen-ûn

Auf dem Weg zu Boscawen-ûn erleben wir eine kleine "Schrecksekunde", als uns ein großes landwirtschaftliches Fahrzeug relativ zügig auf einer der schmalen Straßen entgegen kommt. Offensichtlich kann der Fahrer alles sehr gut einschätzen und nichts passiert. Dann erreichen wir eine kleine Parkbucht neben der A30, die man leicht übersehen kann (GPS : 50.092824 -5.622780). Durch ein Holzgatter, neben dem auch ein kleines Hinweisschild steht, gehen wir durch ein Feld von Farnen, Büschen und Blüten durch eine schöne Landschaft. Da Cornwall relativ flach ist können wir weit in die Umgebung sehen. Zum Steinkreis, der etwas abseits der Straße liegt, sind es etwa 400 m.

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 BOSCAWEN ÛN - ein außergewöhnlicher Steinkreis mit einem zentralen Menhir 

Und dann liegt er vor uns, einer der ganz wenigen Steinkreise mit einem zentralen Menhir. Er ist 3000-4000 Jahre. Wir sind glücklicherweise ganz alleine. Das erste was auffällt, ist der ungewöhnlich gute Erhaltungszustand der Anlage, er sieht komplett aus. 19 Steine bilden den Steinkreis. Der zentrale Stein besitzt die beachtliche Höhe von 2,7 m und steht etwa in einem Winkel von 45 Grad mitten in der Anlage. Vermutlich ist die Schräglage beabsichtigt. Wir genießen es, die Anlage ganz für uns alleine zu haben und schießen diverse Fotos. Eine beeindruckende Anlage in einer schönen Umgebung.

Minack Theatre und ein "unschönes" Ereignis. nach oben

Von hier starten wir dann zum letzten Tagesordnungspunkt. Wir wollen uns das Minack Theatre ansehen. Wir sind schon fast vor Ort, da passiert das, was wir unbedingt vermeiden wollten. Auf der Straße "The Valley" wird es immer enger. Wie schon bekannt, stehen die Büsche, Hecken und vielleicht darunter versteckte Mauern dicht an der Straße. Diese ist sehr eng und es herrscht dichter Verkehr, auch auf der Gegenfahrbahn. Wir fahren schon extra langsam um ständig einem der entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen zu können. Da passiert es. Wahrscheinlich nur ein ganz leichter Schlenker und es kracht heftig an der Beifahrerseite, gefolgt von einem schabenden Geräusch. Oh je, wir haben irgendetwas an unserer Seite gestreift. Wir können in dieser Situation auch nicht stoppen. Hinter uns Autos, Gegenverkehr und keine Ausweichmöglichkeiten nach rechts oder links. Erst auf dem Parkplatz des Minack Theatre können wir uns den Schaden ansehen.

Es hat zum einen die Felge des linken vorderen Reifen zerschrammt. Viel heftiger hat es aber die Tür des Beifahrers und noch ein kleines Stück dahinter erwischt. Eine mehrere Zentimeter breite Schramme erstreckt sich über den genannten Bereich. So kurz vor Ende der Reise musste uns das passieren. Wir haben zwar eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen, aber man weiß ja nie, was sich die Autovermieter bei so einem Schaden ausdenken. Wir gehen jetzt aber erstmal ins Minack Theatre, der Schaden ist passiert und lässt sich nicht mehr ändern.

Der Eintrittspreis ist mit 5 GBP moderat. Elke interessiert sich nicht so sehr dafür. Sie genießt die Aussicht vom Eingangsbereich aus. Dieses einzigartige Freilichttheater liegt direkt an der Südküste Cornwalls und ist in an einen Felsenabhang gebaut. Ab 1932 wurden hier, erst in kleinerem Rahmen, Stücke aufgeführt und das Theater langsam ausgebaut. Als wir von oben die Anlage betreten sind wir beeindruckt von der Steilheit des Geländes. An mehreren Stellen führen Treppen, teilweise ohne Geländer, bis hinunter zur Bühne.

Die Zuschauerränge sind alle aus Stein gebaut und teilweise mit Gras bewachsen. Für Veranstaltungen kann man sich Sitzkissen mieten. Ein tolles Theater, welches an vielen Stellen mit schönen. blühenden Pflanzen bestückt ist. Wir gehen langsam bis zur Bühne hinunter. Von hier sieht das Ganze nicht mehr so steil aus. Von den meisten Plätzen aus hat man einen schönen Blick aufs Meer. Etwa 45 Min später steigen wir über die steilen Treppen langsam wieder nach oben.

ein letztes Mal ins Jamaica Inn - Abendprogramm

Unser Weg führt uns jetzt ein letztes Mal durch die schöne Landschaft von Cornwall zurück zum Jamaica Inn. Auf der Rückfahrt genießen wir nochmal die Gegend und kommen erneut an St. Michaels Mount vorbei. Wir sehen unterwegs viele Windräder, Felder und Wiesen, eingezäunt mit Hecken und Mauern. Einfach nur schön. Je näher wir Bodmin kommen umso schlechter wird das Wetter. Was haben wir wettertechnisch für ein Glück im Süden gehabt. Die Wolken werden immer dichter und es fängt an zu regnen. Lustigerweise finden wir im Jamaica Inn genau an dem Tisch Platz, an dem Karin und Peter schon vor 4 Jahren während ihrer Rundreise gesessen haben. Wir genießen ein letztes Mal das Essen, den Cider und die urige Atmosphäre. Die Bedienung schießt noch ein schönes Foto von uns und dann geht es zurück nach Bodmin.

Auch von der Bar des Hotels nehmen wir mit einigen Cidern Abschied, denn morgen fahren wir in Richtung Bristol. Ein schöner Abschluss in Cornwall. Vor allen Dingen sind wir froh, dass wir 4 uns bisher so gut verstanden und miteinander harmoniert haben. Es war schließlich unsere erste, gemeinsame und privat organisierte Reise. Es ist schon etwas ganz anderes, ob man sich vielleicht alle 2-4 Monate mal gegenseitig besucht oder über 16 Tage fast den ganzen Tag zusammen ist. Es hätte nicht besser klappen können.

Balken
Wetter : morgens etwas Regen,16 Grad, weiter südlich kommt die Sonne raus, 22 Grad, trocken, auf der Rückfahrt nahe Bodmin Wolken und Regen
Kilometer Auto : 241
Kilometer Fuß : 0,25 + 2,5 + 1 + 1,2 + 0,5
Unterkunft : Westberry Hotel - Bodmin