der übliche morgendliche Ablauf
Auch heute müssen wir wieder früh raus aus den Federn, um 6 Uhr 30 klingelt unser Wecker. 1 Stunde später sind die Koffer gepackt, wir gewaschen und fertig zum Frühstück. Wieder waren die Betten sehr hart, aber langsam gewöhnt man sich immer mehr daran. Um 7 Uhr 30 steht das Frühstück, diesmal zum allerersten Mal auf einer Terrasse, für uns bereit. Eine große Auswahl an Speisen wie Müsli, Joghurt, warme Speisen, Säfte, Toast, Eier und einiges mehr sind sehr verführerisch. Das bisher beste Frühstücksbüffet bisher. Bei strahlendem Sonnenschein genießen wir das Frühstück auf der Terrasse mit einem wunderbaren Blick auf den Picholasee und das Lake Palace Hotel mittendrin.
Um 8 Uhr 15 starten wir mit unserem Bus Richtung Ranakpur. Durch eine sehr grüne Landschaft, in der Gerste, Okra, Papayas und Bananen und noch einiges mehr angebaut wird, kommen wir zügig voran. Immer weiter bergauf führt uns später eine andere Straße quer durch das Aravalligebirge bis hinauf auf rund 900 Meter. Tolle Aussichten haben wir von hier oben. Nachdem wir wieder flaches Land erreicht haben, fahren wir auf kleinen Nebenstraßen durch eine tolle Landschaft mit vielen kleinen Dörfern am Wegesrand. Unterwegs passieren wir immer wieder völlig überladene Lkws, die wie riesige Ballons aussehen. Mit einer Art riesiger Stoffsack wird die Ladefläche um ein vielfaches vergrößert und der Lkw wird dadurch fast doppelt so breit wie üblich und auch deutlich höher wie sonst. Die Lkws transportieren überwiegend Viehfutter.
Neben vielen Eukalyptusbäumen entdecken wir am Straßenrand auch den indischen Korallenbaum mit seinen wunderbaren roten und orangen Blüten. An einem dieser Bäume legen wir unseren ersten Fotostopp ein. Kurzer Zeit später sehen wir ein weiteres schönes Fotomotiv. Ein Wasserschöpfrad, betrieben von 2 Büffeln, wie aus dem Mittelalter. Wir fotografieren und filmen was das Zeug hält, ein richtiges Postkartenmotiv.
Unterwegs winken uns sehr viele Leute zu. Faszinierend sind die vielen bunten Saris, die die Frauen tragen. Während die Frauen noch sehr oft die traditionellen Saris tragen, sieht man bei den Männern schon sehr viel westliche Kleidung. Besonders in den größeren Städten, weniger auf dem Land.
Vereinzelt treffen wir auch schon auf Dromedare. Viele Mangobäume stehen im Augenblick in voller Blüte. Später durchqueren wir einen Nationalpark, in dem es sogar Schwarzbären und Leoparden geben soll.
der Chaumukha-Tempel (Jain) in Ranakpur
In Ranakpur legen wir dann einen längeren Stopp ein. Hier befindet sich der wohl größte und am üppigsten ausgeschmückten Tempelkomplex der Jainas in Indien. Wir besichtigen zunächst, als Zugabe, den Neminath-Tempel. Ein sehr schöner kleiner Tempel mit tollen Steinmetzarbeiten. Von einem kleinen Berg aus können wir schöne Fotos vom großen Jain-Tempel in Ranakpur schießen. Wieder hat Jai eine schöne Aussicht für uns gefunden. Der riesige Tempel beeindruckt schon von außen durch die unzähligen Türmchen und Kuppeln und seine Größe.
Um 12 Uhr können wir endlich den im 15. Jhdt. erbauten großen Chaumukha-Tempel mit seinen 1444 Marmorsäulen betreten. Die Bauzeit betrug 60 Jahre. Nur von 12-17 Uhr ist der Tempel für Nicht-Jains geöffnet. Dabei dürfen keine Ledersachen, Zigaretten und noch einiges mehr mit in den Tempel gebracht werden. Nach einer kurzen Einführung dürfen wir uns 20 Min. lang alleine im Tempel umsehen. Die Eindrücke sind überwältigend. Das Innerste des Tempels, das Garbhagriha, der Hauptraum mit dem Chaumukha-Standbild, darf auf gar keinen Fall fotografiert werden. Etliche Wächter wachen darüber und passen genau auf.
Die Versammlungshalle (Rangamandapa oder Sabhamandapa) kann nur fotografiert werden wenn man nicht den zentralen Teil des Tempels mit fotografiert. Man muss immer gut aufpassen, in welche Richtung man fotografiert. Die hohe überkuppelte Halle rings um das zentrale Heiligtum (Meghanadamandapa) kann man aber ohne Probleme fotografieren. Schon alleine hier gibt es unendlich viele Motive. Jede der 1444 Marmorsäulen sieht anders und ist für sich absolut sehenswert. Ein beeindruckendes Bauwerk, eine überwältigende Vielfalt an detailgenau gemeißelten Skulpturen und Motiven. Die Fotogebühr beläuft sich hier für Kameras auf 50 Rupies, für Videokameras 150 Rupies.
Im Anschluss gehen wir in einem nahe gelegenen Hotel zum Mittagessen. Das Essen in Büffetform ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. (Cola und Fresh Lime Soda 220 Rupies). Auf der weiteren Fahrt nach Rohet sehen wir einige Dromedare und auch einen bemalten Tempelelefanten am Straßenrand. Ansonsten herrscht in der jetzt deutlich trockeneren Landschaft reger Verkehr, überwiegend sind es Lastkraftwagen. Die Straße hat nur eine Spur pro Richtung und ist stark frequentiert. Immer wieder erleben dabei wir die unglaublichsten Fahrmanöver.
Hotelzimmer und Antilopen
Wir erreichen Rohet gegen 16 Uhr. Man sollte nicht glauben, dass es in so einem kleinen Ort so ein schönes Hotel gibt. Nach einer kurzen Erfrischung an der Rezeption gehen wir auf unsere Zimmer. Jedes Zimmer ist anders gestaltet und ausgestattet. 20 Minuten später treffen wir uns zu einer Safarifahrt. Mit zwei Jeeps fahren wir hinaus in die Landschaft und suchen die hier lebenden Hirschziegenantilopen und entdecken auch einige auf den Feldern der Bishnoi. Die Bishnoi lassen die Antilopen, auf Grund ihrer 29 ökologischen und spirituellen Gebote, in Ruhe auf ihren Feldern grasen, dadurch bleiben die Tiere hier und sind auch nicht extrem scheu. Aus einiger Distanz können wir schöne Fotos schießen und den Anblick der relativ kleinen Antilopen genießen. Unterwegs treffen wir auch noch eine größere Gruppe von Pfauen, die wir hier gar nicht vermutet hätten. Wilde Pfaue in der freien Wildbahn hatten wir vorher noch nie gesehen.
die Bishnoi und das Opium
Dann statten wir einer Gruppe von Bishnoi, einer Religionsgemeinschaft, einen Besuch ab. Eine Familie lebt hier in Lehmhütten und Jai erklärt uns alles über das Leben dieser Leute. Wir dürfen uns in den Hütten umsehen und alles fotografieren. Was für ein, aus unserer Sicht, einfaches Leben. Aber die Leute scheinen glücklich zu sein. Kurz darauf besuchen wir noch ein Dorf in dem Brahmanen leben, erkennbar an den blau angestrichenen Häusern. Brahmanen gehören der obersten Kaste an und sind sehr oft als Priester tätig. Es ist ein etwas größeres Dorf mit vielen blauen Häusern. Das ist schon ganz was anderes als die Behausungen der Bishnoi. Wir werden zu einer Opiumzeremonie eingeladen, bei der wir schließlich ein Gemisch aus 5% Opium, Wasser, Tee, Butterschmalz und Zucker zu trinken bekommen. Jeder bekommt 3 Schluck, eine Wirkung haben wir danach allerdings nicht gespürt.
zurück im Hotel
Wir fahren wieder zurück ins Hotel und treffen unterwegs noch auf eine Herde Dromedare, die wir bestens fotografieren können. Was für ein Tag. Im Hotel angekommen, machen wir uns noch frisch und gehen dann zum Abendessen im ersten Stock des Restaurants. Jai erklärt uns wieder in seiner sehr netten Art die einzelnen Gerichte, gibt Tipps, was wir essen können und was lieber nicht. Nach dem Essen sitzen wir alle noch zusammen und unterhalten uns. Gegen 22 Uhr sind wir, Katrin und René, die letzten, die sich auf ihre Zimmer zurückziehen.
Heute habe ich es endlich geschafft den stichwortartigen Bericht von gestern mit "Leben" zu füllen und auch den heutigen Tag wenigstens soweit zu schreiben, dass alle Gefühle und Empfindungen und Ereignisse notiert sind. Ich entdecke dann noch, dass wir hier kostenlos ins Internet kommen und schicke eine E-Mail an unsere Freunde ein Bayern. Die Zeit ist abends nach der Rückkehr ins Hotel immer recht knapp um den Reisebericht auf dem neusten Stand zu halten. Bei unseren privaten Reisen können wir zeitlich alles besser organisieren und haben dadurch auch abends mehr Zeit. In Ländern allerdings, die wir sprachlich nicht beherrschen, wie Indien o.a., ziehen wir dann eine Gruppenreise einer privat organisierten Reise vor. Allerdings sind uns die Gruppenreisen in kleinem Kreis (wie beispielsweise bei Chamäleon) deutlich lieber als mit Gruppen mit mehr als 15 Personen durch die Gegend zu fahren.

| Wetter | : | 33 Grad, sonnig, trocken |
| Unterkunft | : | Rohet Garh FMA |








