Portugal (Azoren) -- Insel Terceira -- Hafen Praia da Vitoria
Ausflug "Inselrundfahrt" -- gebucht bei TuriAzores

09.02.2020


Balken

nach 2 Seetagen haben wir wieder Land unter den Füßen

Die Letzte Nacht war etwas katastrophal. Das leichte Klappern der geschlossenen Balkontür haben wir ja schon in Griff bekommen, aber heute Nacht wollten wir die Tür wegen der heftigen Winde nicht offen lassen. Im geschlossenen Zustand höre ich morgens gegen 4 plötzlich einen intensiven, hoher Pfeifton. Ich versuche durch alle mögliche Stellungen der Tür diesen Ton zu verhindern, aber es klappt nicht. Einzige Möglichkeit ist die Tür ein kleines Stück aufzuschieben. Dann ist der Ton zwar weg, aber der Wind pfeift deutlich durch die Kabine und unter der Kabinentür wieder hinaus. Dieser Ton ist aber besser zu ertragen. Um 6 Uhr 20 klingelt der Wecker.

Draußen scheint der Mond und nähert sich seinem Untergang. Vor uns ist in der Dämmerung schon die Insel Terceira mit dem Hafen Praia da Vitória zu erkennen. Wir machen uns fertig und gehen anschließend ins La Vela frühstücken. Der Himmel zeigt sich weitestgehend wolkenlos und später geht die Sonne wunderschön durch einzelne Wolken hindurch auf.

unser Ausflug startet direkt vor dem Schiff

Kurz vor 8 Uhr 30 verlassen wir das Schiff. Wir sind immer noch begeistert von dem schönen Wetter. Treffpunkt für unseren gebuchten Ganztagesausflug ist direkt vor dem Schiffsausgang.

TERCEIRA - Antonia erwartet uns für die Rundfahrt direkt vor dem Schiff

 TERCEIRA - Antonio erwartet uns für die Rundfahrt direkt vor dem Schiff 

INFO ZUM GANZTAGESAUSFLUG AUF TERCEIRA
Bei dem einheimischen Anbieter TuriAzores haben wir den Ganztagesausflug "Serra do Cume u. Algar Do Carvao" für 60€ p.P. mit Reiseleiter gebucht. Dieses relativ junge Unternehmen (seit 2015) besitzt lediglich 1 Guide, der deutsch spricht. So jedenfalls der Stand zur Zeit unserer Buchung. 14 Tage vor dem Start unserer Kreuzfahrt wurde uns dann mitgeteilt, dass (Zitat) "unser deutschsprachiger Reiseleiter an diesem Tag bereits mit einer Kreuzfahrt vom Kreuzfahrtschiff beschäftigt ist und nur ein englischsprachiger Guide zur Verfügung steht." Das fanden wir natürlich nicht ganz so toll. Unsere Vermutung : auf Anfrage von TUI hat TuriAzores einen Ausflug von TUI übernommen und dementsprechend dort den deutschsprachigen Guide eingesetzt. Wir haben uns dann doch für den englischsprachigen Ausflug entschieden, schon alleine wegen der kleineren Gruppe. Die Bezahlung des Ausflugs erfolgt übrigens vor Ort und ein Mittagessen mit Wein und Wasser ist inklusive.

Von TuriAzores und einem Bus mit Fahrer ist weit und breit nichts zu sehen. Aber es hieß ja auch 8 Uhr 30 – 9 Uhr 00. Kurz darauf sehe ich einen Minibus (9-Sitzer) mit der Aufschrift „TuriAzores“ um die Ecke biegen. Na bitte, geht doch. Der Fahrer steigt aus und stellt sich als Antonio vor (englischsprachig). Inzwischen sind noch weitere Mitfahrer aufgetaucht. Also sind wir nicht alleine. Den anderen Mitfahrern wurde vorher noch mitgeteilt, daß der Guide während der Rundfahrt seine englischen Erklärungen langsam und gut akzentuiert geben wird, damit wir auch alles gut verstehen. Ich kann mit Elke neben unserem Fahrer/Reiseleiter Antonio im Bus Platz nehmen. Von dort können wir prima nach vorne fotografieren. Wir sind insgesamt 9 Personen plus Guide.

Aussicht auf Praia

TERCEIRA - vom Aussichtspunkt Miradouro do Facho bietet sich uns ein grandioser Blick auf Praia

 TERCEIRA - vom Aussichtspunkt Miradouro do Facho bietet sich uns ein grandioser Blick auf Praia 

Kurze Zeit später (8 Uhr 45) geht es los. Antonio begrüßt uns und verspricht nochmal englisch langsam und deutlich zu sprechen. Er spricht ein gutes englisch und wir haben erfreulicherweise wenig Probleme ihn zu verstehen. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen kommen wir am Forte de Santa Catarina aus dem 17.Jhdt. vorbei. Die letzte Befestigungsanlage von ehemals 9. Wir fahren zunächst durch das noch verschlafene Praia de Vitoria (heute ist Sonntag). Im Stadtzentrum drehen wir eine kleine Runde mit dem Bus und sehen das nach dem Erdbeben von 1614 im ursprünglichen Stil wieder aufgebaute Rathaus (Paços do Conselho) mit seinem Glockenturm, dessen Baustil an den Norden Portugals erinnert. Ein sehr schönes Gebäude. Entlang der Küste und dem Strand Praia Grande fahren wir zum Aussichtspunkt Miradouro do Facho. Sobald wir einen Stopp einlegen, muß sich Elke immer ganz schön mühselig aus dem Auto „hangeln“, der Ein- und Ausstieg ist ziemlich hoch. Vom Aussichtspunkt bietet sich uns ein schöner Blick über die ganze Stadt bis hin zum Hafen. Auch das überaus grüne Hinterland ist zu sehen.

Dort wollen wir jetzt hinfahren. Unterwegs kommen wir an der schönen, farbigen Heiligeistkapelle 'Império da Caridade'' vorbei. Von diesen Heiliggeistkapellen stehen viele auf den Azoren. Der Heilige Geist, Espirito Santo nimmt eine wichtige Rolle im Leben der Azoreaner ein. Ihm zu Ehren hat man überall kleine Kapellen - die Imperios - errichtet. Rechts und links der Straßen, auf denen wir jetzt unterwegs sind und die nicht sehr belebt sind, stehen kleine Mauern als Begrenzungen. Sie wurden aus Steinen errichtet, die man auf den Feldern, die man angelegt hat, einsammelte. Es geht immer weiter bergauf und rings um uns herum dominiert nur eine Frabe, Grün.

die Serra do Cume

TERCEIRA - Blick in eine riesige Caldera vom Aussichtspunkt Miradouro da Serra do Cume

 TERCEIRA - Blick in eine riesige Caldera vom Aussichtspunkt Miradouro da Serra do Cume 

Am 545 m hochgelegenen Aussichtspunkt Miradouro da Serra do Cume legen wir unseren nächsten Stopp ein. Der langgestreckte Höhenzug Serra do Cume ist der letzte Rest eines Kraterrandes. Von hier aus bietet sich uns ein phantastischer Blick auf eine riesige Caldera, die als solche kaum noch erkennbar ist. Vor uns liegt wahrscheinlich (laut verschiedener Quellen) eine der schönsten Landschaften der Azoren. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich die Serra do Moriao in Richtung Angra und linkerhand können wir die gesamte Bucht von Praia da Vitoria in Richtung Osten sehen. Es ist sicherlich der schönste Aussichtspunkte auf Terceira. Der Durchmesser der Caldera soll bei etwa 7 Km liegen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Caldera sind diverse Schlackekegel zu sehen. Es sind Vulkanschlote, um die sich herum Vulkanasche und -staub angesammelt hat.

Wir sind einfach nur überwältigt von dem Anblick. Die Erosion hat natürlich hier schon ihre Spuren hinterlassen. Die riesige Caldera wird intensiv für die Viehwirtschaft genutzt. Viele durch Steinmauern abgetrennte Bereich sind zu sehen. Es sind Weiden für die Rinder, die überall zu sehen sind. 50000 Rinder soll es für die Milch und Fleischproduktion auf Terceira geben. An den flachen Hängen der Caldera stehen vereinzelt kleine oder größere Baumgruppen, aber kein zusammenhängender Wald. Daneben züchtet man auf eigens abgesteckten Weiden auch die Stiere der Touradas - einem Stierkampf am Strick, der typisch für Terceira ist. Stierkämpfe haben eine lange Tradition auf den Azoren. Die Stiere werden aber hier bei der Tourada a corda nicht getötet oder verletzt. Wagemutige necken den Stier und sorgen so für Unterhaltung. Mit Schirmen springen sie vor die wilden Stiere und manch einer spielt den Pausenclown zum Vergnügen der Zuschauern. Nach dem "Kampf" kommen die Tiere wieder auf die Weide.

Hier oben auf der Serra do Cume stehen auch einige Windräder, ein guter Platz mit viel Wind. Wir sind fasziniert von dem, was wir hier oben alles sehen und entdecken können. Ein einmaliger Aussichtspunkt. Als sich dieser Stelle einer der größeren TUI-Busses nähert, verlassen wir die Gegend. Über kleine Straßen und immer begleitet von niedrigen Mauern fahren wir weiter Richtung Süden. Man kommt sich manchmal wie in Irland vor.

alte Kirche in Vila de São Sebastião

TERCEIRA - die alte Kirche in Vila de São Sebastião (1455) beherbergt mittelalterliche Fresken

 TERCEIRA - die alte Kirche in Vila de São Sebastião (1455) beherbergt mittelalterliche Fresken 

In Vila de São Sebastião mit seinem 2400 Einwohnern legen wir einen weiteren Stopp ein. Hier steht die älteste Kirche der Insel. Über den Platz "Praca da Vila de Sao Sebastiao" gehen wir hinüber zur Kirche Igreja Matriz de Sao Sebastiao. Diese von außen sehr rustikal wirkende Kirche wurde wahrscheinlich von den ersten Siedlern um 1455 errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Teile angebaut oder zerstörte Teile nach Bränden oder ähnlichen Ereignissen erneuert. Durch das barocke Portal von 1789 betreten wir die Kirche.

Das Innere der Kirche sieht eher spartanisch aus. Auch der Altarbereich ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Es gibt noch einige kleine seitliche Kapellen. Das Außergewöhnliche in dieser Kirche sind die auf dem Archipel der Azoren einzigartigen Fresken an den Wänden. Sie wurden erst 1935 bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckt. Ihre Entstehung geht wahrscheinlich auf das späte Mittelalter zurück, also 15. oder 16.Jhdt. zurück. Sie werden gerade restauriert. In einer kleinen Snack-Bar gegenüber der Kirche können wir die Toilette nutzen und/oder auch eine Kleinigkeit kaufen. Vis-á-vis der Kirche befindet sich der "Império do Espírito Santo de São Sebastião", eine besonders farbenfroh bemalte Heilig-Geist-Kapelle, die 1918 auf einem Sockel über dem Straßenniveau erbaut wurde. Wir können einen kurzen Blick in das Innere werfen. Dann verlassen wir Vila de São Sebastião wieder Richtung Süden.

Ponta das Contendas und die Ilhéus das Cabras

TERCEIRA - unterwegs

 TERCEIRA - unterwegs 

Über kleine, mauergesäumten Straßen und mit Blick auf das Meer fahren wir hinunter zur Küste. Im Schutzgebiet Ponta das Contendas zeigt uns Antonio die Stelle, wo die Spanier im 16.Jhdt. versucht haben, die Insel Terceira zu besetzen, was misslang. Hier befinden sich auch noch Reste eins Forts (kaum noch zu erkennen). Heute ist das ein Schutzgebiet (93 ha) um die große Bucht Baía das Mós herum für die einheimische Flora und Fauna. Auch vorbeiziehende Vögel legen hier gerne eine Rast ein. Ganz in der Nähe steht der Leuchtturm Farol da Ponta das Contendas

Vorbei an Bananenplantagen, kleinen Dörfer und weiteren bunten Heiliggeistkapellen erreichen wir einen Aussichtspunkt auf die Ilhéus das Cabras. Diese Doppelinsel ist der Rest eines erloschenen Unterwasservulkans und liegt etwa 1000 m vor der Küste. Früher wurde die Insel von Schaf- und Ziegenhirten genutzt. Heute nisten hier viele Vögel. Wir erreichen jetzt Angra do Heroísmo, die Hauptstadt der Insel Terceira.

Monte Brasil und Angra do Heroísmo

TERCEIRA - Blick vom Monte Brasil auf  Angra do Heroísmo, die Inselhauptstadt

 TERCEIRA - Blick vom Monte Brasil auf Angra do Heroísmo, die Inselhauptstadt 

Unser Weg führt uns aber zunächst vorbei am Fort of São João Baptista, (1567) wo noch heute das Militär sitzt, auf den Monte Brasil. Er ist der Überrest eines Vulkans und bietet von seinem 205 m hohen Gipfel vom Aussichtspunkt Miradouro do Pico das Cruzinhas aus einen wunderbaren Blick auf Angra do Heroísmo und die gesamte Südküste der Insel. Einfach toll. Hier oben stehen auch noch einige Geräte der Flugabwehrartillerie aus der Zeit des 2.Weltkriegs. Das riesige Denkmal aus Beton am Aussichtspunkt wurde anläßlich des 500-jährigen Jubiläums der Entdeckung der Azoren (1432-1932) errichtet.

Auf dem Weg abwärts stoppen wir noch an der Caldera eines alten Krater. Hier entstand nach mehreren Ausbrüchen der Monte Brazil. Anschließend fahren wir hinunter in die Stadt Angra do Heroísmo. Antonio setzt uns an der Kathedrale Igreja do Santissimo Salvador da Sé aus dem 16.Jhdt. im Zentrum ab. 30 Minuten haben wir jetzt Zeit für einen kleinen Bummel durch die älteste Stadt der Azoren. Sie bekam schon 1534 die Stadtrechte. Die Altstadt von Angra wurde 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

TERCEIRA - die Altstadt von Angra do Heroísmo ist UNESCO Weltkulturerbe

 TERCEIRA - die Altstadt von Angra do Heroísmo ist UNESCO Weltkulturerbe 

Über die Rua de Sé bummeln wir langsam Richtung Zentrum zum Praca Velha. An der Straße stehen viele unterschiedliche, schöne und teilweise sehr farbenfrohe Häuser mit tollen Balkonen und Fassaden. Mittendrin steht ein einzelnes Haus das aussieht, als ob es im Bauhausstil erbaut wurde. Das historische Zentrum von Angra do Heroismo wurde 1980 durch ein Erdbeben schwer zerstört. Über 60% der Häuser auf Terceira waren schwer gezeichnet. Viele Gebäude in der Stadt mussten komplett neu im historischen Stil wieder aufgebaut werden. Leider ist die Zeit viel zu kurz um sich die Stadt genauer anzusehen.

Von Angra do Heroismo aus fahren wir jetzt in Richtung Inselzentrum. Vorbei am Forte de São Sebastião aus der Mitte des 16.Jhdts. erreichen wir nach kurzer Fahrt die Käserei Quinta dos Acores. Hier haben wir die Gelegenheit einige Käse und Milchprodukte der Käserei zu probieren. Alles schmeckt sehr gut. Nach der Verkostung erfahren wir, dass 5 Gäste auf der Rundfahrt dabei sind, die nur eine Halbtagestour gebucht haben. Diese muss Antonio jetzt wieder zurück zum Schiff bringen. Wir fahren ein Stück auf der Straße an der Küste wieder zurück, auf der wir schon hergekommen sind. In Porto Judeu setzt Antonio die Gäste der Ganztagestour zum Mittagessen im Restaurante Rocha ab. Er begleitet uns noch ins Restaurant, regelt alles Wichtige und bringt dann die anderen Gäste zurück zum Schiff.

Alcatra de Carne, Mittagessen in Porto Judeu

Jetzt sind wir nur noch zu viert. Wir sitzen in einem sehr netten Lokal mit Blick Richtung Meer. Zunächst serviert man uns eine Gemüsesuppe und anschließend das landestypisches Gericht "Alcatra de Carne". Es handelt sich um einen Eintopf mit Rindfleisch. Dieses typische Gericht wird langsam in einem Tontopf in einem Holzofen zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeer, Rotwein, Pfeffer und anderen Zutaten gegart. Dazu wird frisches Brot oder Hefegebäck gereicht. Es schmeckt köstlich und es ist genug für jeden vorhanden. Dazu gibt es Kartoffeln. Uns schmeckt das Essen auf jeden Fall sehr gut.

Ansonsten ist das Essen bei solchen Kreuzfahrtausflügen ja eher nicht besonders. Da macht sich eben der Privatanbieter bemerkbar. Im Preis inbegriffen sind noch je 1 Flasche Rot- und Weißwein (für alle zusammen) sowie eine Flasche Wasser. Brötchen und Butter stehen natürlich auch auf dem Tisch. Da kann man bei dem Preis von 60€ für das komplette Paket (Rundfahrt/Essen) nicht meckern. Leider ist kein einheimisches Bier vorrätig. Dafür bestellen wir uns 3 unbekannte, aber in Portugal gebraute Biersorten, die aber auch sehr gut schmecken. Im Restaurant treffen wir auf einige Deutsche die scheinbar privat auf Terceira unterwegs sind.

Fahrt ins Zentrum der Insel

TERCEIRA - die Landschaft verändert sich

 TERCEIRA - die Landschaft verändert sich 

Nach etwa 60 Min. kehrt Antonio wieder zurück. Die Zeit hat gut gereicht für das Mittagessen. Jetzt beginnt Teil 2 der Inselrundfahrt. Es geht zunächst weg von der Küste und quer durch die Serra do Cume ins Zentrum von Terceira. Die Serra do Cume haben wir ja schon vom Aussichtspunkt Miradouro da Serra do Cume bewundern können. Überall stehen kleine Steinmäuerchen und weiden Kühe auf saftig grünen Wiesen. Ab und zu kommt uns ein Traktor entgegen und wir sehen auch den einen oder anderen alten Vulkankegel. Dann tauchen plötzlich immer mehr Bäume auf.

Wir sind jetzt wieder auf etwa 500 m Höhe und hier stehen u.a. australische Pinien, Neuseeländische Araucarien, Eukalyptus und viele andere Bäume. Der Nationalpark von Terceira in dem wir uns jetzt bewegen, umfasst verschiedene Schutzgebiete (auch in anderen Teilen der Insel). Er bedeckt etwa 22% der Insel und der größte zusammenhängen Teil zieht sich von der Inselmitte bis hin zur Westküste von Teiceira. Eine wunderschöne und so ganz andere Landschaft, als wir sie bisher auf Terceira gesehen haben. Je höher wir kommen, umso mehr weichen die Bäume den Büschen, die die Landschaft hier bedecken. Antonio erklärt uns viel zu den Bäumen, Pflanzen und Blüten. Hier oben findet man u.a. Baumheide, Wacholder und Lorbeer. Immer wieder legen wir einen Fotostopp ein.

die Schwefelquellen Furnos do Enxofre

TERCEIRA - an den verschiedensten Stellen in Furnos do Enxofre dampft aus vielen Löchern

 TERCEIRA - an den verschiedensten Stellen in Furnos do Enxofre dampft es aus vielen Löchern 

Die Vulkanhöhle Algar do Carvão, die eigentlich auch auf unserem Programm steht, können wir nicht besuchen. Sie ist zu dieser Jahreszeit noch geschlossen. Dann erreichen wir bei etwa 600 m Höhe das Gebiet Furnos do Enxofre Hier steigen heiße Schwefeldämpfe aus zahlreichen Quellen und Fumarolen auf. Auf 2 Rundwegen kann man durch das Gebiet hindurchlaufen. Wir sehen auf unserem 15-minütigen Rundweg, wie aus Spalten und Löchern teilweise übelriechende Dämpfe hervortreten. Überall sind Moose und Farne zu sehen. Die Dampfentwicklung in diesem Gebiet ist je nach Wetter- und Windlage sehr unterschiedlich. Ein interessantes Gebiet, wenn man so etwas noch nicht gesehen hat.

wir erreichen die Norwestküste

Weiter geht unsere Fahrt durch teilweise dichte Waldstücke und offene grüne Landschaften mit vielen verschiedenen Büschen. Im Waldreservat Lagoa das Patas legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Im einen kleinen Zedernhain wurde hier an einem künstlich angelegten See ein Freizeitpark zum Entspannen und für Picknick-Grillplätze angelegt. Immer wieder sehen wir unterwegs große Kamelienbüsche und -bäume mit vielen Blüten. Auf der Weiterfahrt ziehen stellenweise Wolken durch die Gegend und anschließend ist wieder blauer Himmel zu sehen. An der Norwestküste, am Miradouro do Raminho, legen wir einen weiteren Fotostopp ein. Vom 96 m hohen Aussichtspunkt haben wir einen beeindrucken Blick auf die wilde Küste.

Weinanbau und Naturschwimmbäder

Kurz bevor wir den Ort Biscoitos erreichen, zeigt uns Antonio noch, wie auf Terceira Wein angebaut wird. In von ca. 1 m hohen schwarzen Trockensteinmauern umgebenen, vielleicht 5 m² großen Flächen , wachsen sehr niedrige Weinstöcke, die hier windgeschützt Trauben entwickeln, aus denen dann mal Wein gepresst werden soll. Ein mühseliger Anbau. Der vulkanische Boden bietet aber optimale Bedingungen für den Weinanbau.

TERCEIRA - die Naturschwimmbäder von Biscoitos an der Nordküste der Insel

 TERCEIRA - die Naturschwimmbäder von Biscoitos an der Nordküste der Insel 

Letzter Stopp unserer Rundfahrt sind die Naturschwimmbäder von Biscoitos an der Nordküste von Terceira. Zwischen schwarzer Lava haben sich am Meer mehrere natürliche "Schwimmbecken" gebildet bzw. wurde auch ein wenig nachgeholfen. Hier kann man geschützt vor den Wellen baden und sich anschließend, sofern die Sonne scheint, auf betonierten Flächen sonnen. Die Wellen sind hier ganz schön heftig und brechen sich an den vorgelagerten Lavafelsen. Von Biscoitos fahren wir auf teilweise autobahnähnlich ausgebauten Straßen zurück nach Praia, dem Ausgangspunkt unserer Rundfahrt.

eine beeindruckende Rundfahrt ist zu Ende

Gegen 17 Uhr 50 setzt uns Antonio nach einer rund 9-stündigen Rundfahrt wieder vor dem Schiff ab. Das war eine ganz tolle Rundfahrt, die wir absolut empfehlen können. Wir haben so viele unterschiedliche Facetten der Insel Terceira gesehen und Teil 2 der Rundfahrt nach dem Mittagessen hat uns wieder eine ganz andere Seite der Insel gezeigt als der Vormittag. Wir hatten ein Superwetter mit viel Sonne und bis zu 21 Grad und kein Regen. Besser hätte es um diese Jahreszeit nicht sein können. Nicht mal eine Wind- oder Regenjacke war nötig. Wir haben unwahrscheinlich viel an diesem Tag gesehen und man kann gar nicht alles hier beschreiben.

der Rest des Tages

TERCEIRA - an der Penne-Station stellt man sich leckere Nudelgerichte  selbst zusammen

 TERCEIRA - an der Penne-Station stellt man sich leckere Nudelgerichte selbst zusammen 

Wir verabschieden uns von Antonio und begebgen uns wieder an Bord. Bevor wir zum Essen gehen, verschicke ich schnell noch einige Bilder per Smartphone. Schließlich gehören die Azoren zu Europa und so kann ich hier den günstigen Smartphonetarif nutzen und nicht das Internet an Bord. Dass hebe ich mir für die Seetage auf. Dann gehen wir ins Anckelmannsplatz zum Abendessen. Heute muss es mal wieder die Penne-Station sein. Die selbst zusammengestellten Gerichte mit einer leckeren Soße schmecken einfach super. Später ziehen wir uns mit einigen Cocktails auf unsere Kabine zurück. Heute findet "nur" die Poolparty "White Night" statt, mit einem Schokoobstbuffet. Es sieht schon lustig aus wie viele Gäste in Bademänteln über das Pooldeck schlendern. Ist aber nicht so unser Fall. Daher kann ich in Ruhe den Reisebericht schreiben, die Fotos ansehen und sichern. Da wir morgen wieder früh raus müssen ist heute ein bisschen früher Schluß. Bei offener Tür mit sehr wenig Wind schlummern wir der nächsten Insel entgegen.

Balken
  Wetter : morgens 17 Grad, Sonne und Wolken, tagsüber bis 21 Grad und viel Sonne, nachmittags auf der Nordseite viele Wolken, später wieder mehr Sonne im Süden
  Unterkunft : TUI - Mein Schiff Herz, Balkonkabine 8125
  Wellen : bis zu 3,5 m, kurze Wellenbewegungen
  Kilom. Bus : 157 Km