Portugal (Azoren) -- Insel São Miguel -- Ponta Delgada
Ausflug : "Inselrundfahrt" -- gebucht bei Azores-Guide4U

10.02.2020


Balken

wir erreichen Ponta Delgada auf der Azoreninsel São Miguel

Mal sehen, was uns heute auf São Miguel nach dem gestrigen tollen Tag in Terceira erwarten wird. Der Wetterbericht hört sich hinsichtlich Sonnenschein und Temperatur nicht ganz so gut an, aber es soll trocken bleiben, das ist das Wichtigste. Von den Wellen in der Nacht (bis zu 3,5 m) haben wir fast nichts mitbekommen. Nur einzelne heftige Stöße der kurzen Wellen habe ich mal gemerkt.

SAO MIGUEL - morgens um 1/2 8 in Ponta Delgada (Azoren)

 SAO MIGUEL - morgens um 1/2 8 in Ponta Delgada (Azoren) 

Der erste Blick heute morgen vom Balkon zeigt eine sehr gemischte Bewölkung mit einzelnen blauen Stelle. Um 6 Uhr 15 stehen wir auf und gehen nach der Morgentoilette frühstücken. Während des Frühstücks legt Mein Schiff Herz in Ponta Delgada sehr stadtnah an. Vor dem Schiff entdecke ich ein Ambulanzfahrzeug mit einer Trage. Schon wieder ein Kranker ? Schon in Teneriffa, noch vor der Abfahrt stand ein Krankenwagen vor dem Schiff.

wir treffen uns zum Ausflug vor dem Schiff

Um 8 Uhr 15 sind wir mit einem Pärchen vor dem Schiff verabredet. Wir hatten den Beiden gestern von Terceira aus noch 2 Plätze auf dem von uns gebuchten deutschsprachigen Ausflug auf São Miguel vermittelt. Per Whatsapp habe ich von Terceira aus unseren Reiseleiter Robert auf São Miguel angeschrieben. Er hatte mir schon vor unserer Abreise seine Handynummer mitgeteilt, falls es Probleme geben sollte. Die Antwort von ihm kam prompt und so haben die 2 noch die beiden Plätze bekommen.

INFOS ZUM GANZTAGESAUSFLUG AUF SÃO MIGUEL
Buchung des Ausflugs über Azores-Guide4u Der Ganztagesausflug kostet 55€ p.P. ohne Essen. Azores-Gide4u legt die Route vorher nicht genau fest, sondern richtet sich mehr nach dem Wetter. Jenachdem wo es besser ist, werden diese Stellen zuerst angefahren. Eine vernünftige Lösung. Gegessen haben wir auf Vorschlag von Robert, unserem Reiseleiter, in Furnas im Lokal "Restaurant Tony's" wo ein Buffet (16€ p.P. inkl. Getränke) u.a. mit dem berühmten " Cozido das Furnas" serviert wird.

Pünktlich um 8 Uhr 15 treffen wir das Paar vor dem Schiff. Die kleinen Busse, mit denen wir fahren werden, haben wir auch schon weiter vorne an der Straße (ca. 150 m) entdeckt. Robert hatte uns folgendes dazu geschrieben : "Wenn es für Sie okay ist warte ich am 10.02 um 08:30h am "Haupt-Ausgang" da wo man in die Stadt reingehen kann mit einem Schild mit ihrem Namen auf sie. Achtung! Nicht an dem Ausgang da wo die ganzen grossen Touristenbusse stehen, sondern da, wo man in die Stadt gehen kann!". Wir suchen also auf der oberen Ebene des Terminals den Weg dorthin und wollen gerade an den Touristenbussesn vorbei gehen als wir gestoppt werden. Hier ist Hafengelände und wir dürfen hier nicht weiter gehen.

Also gehen wir wieder hinunter auf die untere Ebene des Terminals wo wir hergekommen sind. Wir suchen uns gerade einen anderen Weg als Elke jemanden mit einem Schild mit unserem Namen darauf entdeckt. Wie sich herausstellt, wartet Robert Hoge (unser Reiseleiter) schon hier direkt im Terminal auf uns und nicht an seinem Wagen. Hier sammelt auch TUI seine Leute ein und auch andere private Anbieter. Robert meint, das wäre vielleicht besser, bevor wir uns verlaufen. Das ist gut. 2 Personen fehlen allerdings noch. Er ruft sie kurz an. Es stellt sich heraus, dass die Beiden schon vorne an der Straße stehen. Also laufen wir gemeinsam nach vorne zum Parkplatz der kleinen Busse. Auf dem heutigen Ausflug sind wir 8 Personen.

der Ausflug startet in Richtung Westen

Robert führt uns zum Bus. Wir dürfen wieder vorne sitzen und können so gut in Fahrtrichtung fotografieren. Zunächst führt uns die Fahrt durch Ponta Delgada Richtung Osten. Die Stadt wirkt an manchen Stellen sehr modern, aber es gibt auch viele alte Bauten. Robert erklärt uns unterwegs sehr viel. Am Gefängnis von Ponta Delgada dreht er um und fährt jetzt Richtung Westen durch die Stadt. Dabei umrunden wir einmal den Praça Gonçalo Velho Cabral, den zentralen Platz von Ponta Delgada. Um den Platz herum stehen einige schöne Gebäude mit Arkadengängen aus dem 18. und 19. Jhdt.

SAO MIGUEL - das Stadtor Portas da Cidade in Ponta Delgada von 1783

 SAO MIGUEL - Stadtor in Ponta Delgada von 1783 

Das dreibogige Stadttor Portas da Cidade auf dem Platz stammt aus dem Jahr 1783 und war das Tor zur Stadt. Früher stand es unmittelbar an dem kleinen Hafen. Auf dem Platz steht auch ein Denkmal von Gonçalo Velho Cabral, dem man die Erforschung von São Miguel und der Nachbarinsel Santa Maria verdankt. Das Rathaus, ganz in der Nähe, ist ein typischer azoreanischer Barockbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wurde als Wohnsitz einer noblen Familie errichtet.

Wir umrunden ebenso den Praça 5 de Outubro an desen Westseite die Kirche Igreja de São José steht, der Bau wurde schon im 16. Jhdt. begonnen. An der Nordseite des Platzes steht die schmale Klosterkirche Igreja da Nossa Senhora da Esperança von 1541. Das dazugehörige Kloster wird heute noch von Nonnen bewohnt. Auf dem Platz steht auch ein Eisenholzbaum von 1870. Im Sommer muss dieser Platz mit den dann belaubten Bäumen ringsherum ganz toll aussehen. Vorbei am Forte de São Brás von 1552 verlassen wir jetzt Ponta Delgada.

wir verlassen Ponta Delgada und fahren über Land

Unterwegs kommen wir am internationale Flughafen Joao Paolo II. vorbei. Von hier aus sind es z.B. nur 3 Flugstunden nach Boston (USA). Am Miradouro do Caminho Novo legen wir einen ersten Stopp ein. Von hier aus kann man während der Saison gut die Wale vor der Küste beobachten und deren Position an die Walbeobachtungsboote durchgeben. Der Walausguck ist in der Saison von März bis September besetzt. Auf der Weiterfahrt zeigt sich auch São Miguel von seiner grünen Seite. Überall sehen wir Kühe und viele Bäume, Palmen und Sträucher stehen entlang der Straßen. Wir fahren weiter auf der Küstenstraße und passieren kleine Dörfer und ständig ändert sich die Aussicht.

die Landspitze Ponta da Ferraria

SAO MIGUEL - alte Badeanstalt (Ponta da Ferraira) und heiße Quellen

 SAO MIGUEL - alte Badeanstalt (Ponta da Ferraira) und heiße Quellen 

An der Ponta da Ferraria befindet sich eine Badeanstalt, in der einst Patienten ihr Rheuma in dem auf Eselskarren herantransportiertem Thermalwasser kurieren konnten. Noch heute speisen heiße Mineralquellen die Badeanstalt. In einem Naturschwimmbecken an der zerklüfteten Küste treffen kaltes Meerwasser und heiße Quellen aufeinander und bieten so angenehme Badetemperaturen. Eine witzige Sache. Über Leitern kann man hier in die Naturbecken steigen. Ganz in der Nähe steht der Leuchtturm Foral da Ponta da Ferraria.

der westliche Zipfel von São Miguel

Durch eine wunderbar grüne Landschaft, teilweise leicht nebelverhangen, biegen wir jetzt von der Küste Richtung Sete Cidades ab. Am Miradouro da Lomba do Vasco, wir sind jetzt fast 300 m hoch, folgt der nächste Fotostopp. Von hier aus können wir weit über das Land und hinunter bis zur Küste zum Ort Mosteiros blicken. Markant sind die gut erkennbaren Ilhéus dos Mosteiros, vier kleine Felsinseln bzw. -nadeln vor der Küste. Es sind freigelegte Reste von vulkanischen Lavadomen. Ein schöner Anblick. An vielen Stellen unterwegs sehen wir auch auf São Miguel kleinere oder größere Kamelienbüsche mit schönen Blüten.

wir erreichen Sete Cidades

Jetzt sind wir an einem der erstaunlichsten Orte auf São Miguel. In der riesigen Caldera Sete Cidades , die ca. 2x5 Km misst, liegt der gleichnamige Ort Sete Cidades. Obwohl der ehemalige Vulkan bereits im 15. Jhdt. seine letzte große Eruption hatte und nur einige kleinere folgten gilt er nicht als tot. Trotzdem haben sich hier Leute angesiedelt. Das ist schon sehr erstaunlich. In der großen Caldera liegen auch noch 2 Seen, der Lagoa Azul (blauer See) und den Lagoa Verde (grüner See). Der Lagoa Verde soll je nach Sonneneinstrahlung manchmal sehr grünlich aussehen (durch Reflexionen vom umliegenden Nadelwald), während der Lagoa Azul mehr bläulich erscheint. Eigentlich handelt es sich nur um einen See, den Lagoa das Sete Cidades, der durch eine Straßenbrücke getrennt ist.

Erster Stopp in Sete Cidades ist die Pfarrkirche São Nicolao von 1857 im neogotischen Stil. Die Kirche ist recht schlicht gehalten. Hinter einem Taufbecken befindet sich an einer Wand ein Bildnis aus blauen Azulejos. Im Restaurante Esplanadas San Nicolau gegenüber der Kirche haben wir Gelegenheit das WC zu nutzen und/oder eine Kleinigkeit zu kaufen. Bei der Fahrt durch den Ort sehen wir merkwürdige Betonwürfel, die Wohnhäuser sein sollen. Robert erzählt uns, dass diese nach den neusten Erkenntnissen der Erdbebenforschung gebaut sind. Trotzdem sehen sie sehr schmucklos und unvollendet aus. Es sind auch nur wenige bewohnt, da sie sehr teuer sein sollen. An dem ehemaligen Landgut Casa Grande vorbei überqueren wir über eine Straßenbrücke den Lagoa das Sete Cidades, mit seinen 2 Teilseen.

wunderschöne Aussichtspunkte

Dann klettert unser Bus zum 500 m hoch gelegenen Aussichtspunkt Miradouro do Cerrado das Freiras hinauf. Von hier aus, 250 m oberhalb des Sees, haben wir einen phantastischen Panoramablick auf die Caldera und den Lagoa das Sete Cidades. Ab und zu ziehen tiefhängende Wolken durch die Caldera, aber nehmen uns zum Glück nicht die Sicht. Ringsherum ist es überall grün, viele Bäume, Farne, Büsche und blühende Pflanzen. Eine tolle Landschaft. Anschließend fahren wir weiter.

SAO MIGUEL - Blick vom Aussichtspunkt Miradouro da Vista do Rei auf  den Lagoa das Sete Cidades

 SAO MIGUEL - Blick vom Aussichtspunkt Miradouro da Vista do Rei auf den Lagoa das Sete Cidades 

Am 570 m hoch gelegenen Aussichtspunkt Miradouro da Vista do Rei stoppen wir erneut. Diese Aussicht hat ihren Namen dem Besuch des einstigen Königs D. Carlos und der Königin D. Amélia im Jahr 1901 zu verdanken. Das fantastische Panorama, das sich uns von hier bietet, ist grandios. Das ist vielleicht der schönste Ausblick auf den Lagoa das Sete Cidades. Wir sind jetzt etwa 300 m oberhalb des Sees. Erneut ziehen Wolken zeitweise quer durch und über die Caldera. Kurzfristig kommt auch mal die Sonne heraus. Wir sind einfach nur begeistert von diesem Ausblick.

Das sollten eigentlich auch die Gäste der Hotelruine Monte Palace sein, welches nur etwa 100 m hinter uns steht. 1989 wurde das 5-Sterne-Hotel eröffnet und mit 88 Zimmern ausgestattet. Schon ein Jahr später war es konkurs und steht seitdem leer. Versuche das Hotel wieder zu eröffnen scheiterten kläglich. Der Standort liegt einfach zu oft im Nebel und das behagt den meisten sonnenhungrigen Touristen ganz und gar nicht. Hier oben stehen viele teilweise blühende Hortensien, Schmetterlingsingwer und Agaven.

Rückfahrt nach Ponta Delgada

SAO MIGUEL - unterwegs

 SAO MIGUEL - unterwegs 

Auf der Rückfahrt nach Ponta Delgada ziehen Wolken quer über die Straße und wenige Regentropfen fallen. Weiter geht es durch eine intensiv grüne Landschaft. Unterwegs treffen wir auch einige TUI-Radfahrer. Nachdem Robert 2 Gäste, die nur einen Halbtagesausflug gebucht hatten, in Ponta Delgada abgesetzt hat, fahren wir weiter entlang der Küste Richtung Osten. Vorbei an schönen Kirchen und durch kleine Orte kommen wir auch durch ein Viertel, wo sich die zurückgekehrten Auslands-Azorianer sehr schöne Häuser und Villen errichtet haben. Ein nobles Viertel. Über eine teilweise autobahnähnliche Straße kommen wir gut voran. São Miguel ist deutlich größer als Terceira.

Auf unserem Weg entlang der Küste sehen wir u.a. die Ilhéu de Vila Franca do Campo. Es handelt sich um einen ehemaligen Vulkan, etwa 500 m vor der Küste. Die Kraterwand ist auf einer Seite eingebrochen. Ortsansässigen und Touristen nutzen während der Sommermonate, laut unserem Reiseleiter, die entstandene Lagune häufig als „natürliches Schwimmbecken“. Später biegen wir ins Landesinnere ab und passieren nach einiger Zeit den Lagoa das Furnas. Es ist der zweitgrößte See der Insel und er liegt in einem alten Vulkankrater.

Umgeben ist der See von üppiger makaronesischer Vegetation. Am Nordufer des Sees gibt es ein ausgedehntes Feld mit Caldeiras, kochenden schwefelhaltigen Thermalquellen. Dort wird das kochende Wasser in Erdlöchern zur Zubereitung traditioneller portugiesischer Gerichte genutzt, insbesondere den Cozido das Caldeiras, ein Eintopf aus Fleisch, Würstchen, Kartoffeln, Kohl und anderem Gemüse, der hier in einem Sack über mehrere Stunden gegart wird.

wir erreichen Furnas

Unterwegs bekommt Robert plötzlich einen Anruf von TUICRUISE. Sie fragen an, ob sich Robert um einen Passagier vom Kreuzfahrtschiff Mein Schiff Herz kümmern kann, der heute ins örtliche Krankenhaus eingeliefert werden musste und der sich über eine deutschsprachige Unterstützung sehr freuen würde. Robert sagt sofort zu und wird nach Ende unserer Rundfahrt direkt ins Krankenhaus fahren. Zwischenzeitlich meldet sich telefonisch noch eine Begleitperson des Erkrankten bei ihm mit einigen Fragen. Auf der weiteren Fahrt sehen wir immer wieder interessante Gegenden auf São Miguel. Gegen 13 Uhr 30 erreichen wir Furnas. Auch dieser Ort liegt inmitten einer Caldera.

Im Restaurant Tony's legen wir unsere Mittagspause ein. Es ist ziemlich voll (viele Portugiesen) und das Essen wird in Form eines Buffets angeboten. Getränke sind im Preis von 16€ inklusive. U.a. wird am Buffet auch Cozido das Caldeiras angeboten, was sehr lecker schmeckt. Cozido das Caldeiras ist ein Schmortopfgericht u.a. aus Fleisch, Fisch und Gemüse und wird in einem großen Topf in den heißen Quellen des nahegelegenen Lagoa de Furnas über bis zu 7 Std langsam gegart. So bietet das Buffet für jeden Geschamck etwas.

In Furnas und Umgebung stehen, wegen des besonderen Mikroklimas auf Grund der Lage, sogar Zedern und Araukarien, die normalerweise in diesen geographischen Breiten nicht gedeihen könnten. Den Parque Terra Nostra in Furnas können wir aus zeitlichen Gründen leider nicht besuchen. Er reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert und soll zu den schönsten und beeindruckendsten Parkanlagen auf den Azoren zählen.

es dampft und zischt und sprudelt

SAO MIGUEL - in Furnas qualmt es aus allen Ecken und Enden, sogar aus den Gullys in der Stadt

 SAO MIGUEL - in Furnas qualmt es aus vielen Löchern und Spalten, sogar aus Gullys in der Stadt 

Durch eine schöne Baumallee und vorbei an blühenden Azaleen erreichen wir nach dem Essen die Attraktion von Furnas. Durch die Lage des Ortes in einer großen Caldera (Vulkankrater) zeigen sich bis heute noch vulkanische Aktivitäten. Rund um den Ort und mittendrin befinden sich 23 warme bzw. heiße Mineralquellen und Calderas mit einer Wassertemperatur von bis zu 98 Grad. An vielen Stellen sprudelt das heiße Wasser hervor. Überall steigt Dampf aus den Calderas, Löchern und Spalten empor. Man kann sich von verschiedenen Stellen aus das Schauspiel ansehen. Selbst aus den Gullys im Ort dampft es teilweise. Der Geruch nach faulen Eiern ist aber nicht sehr intensiv. Trotzdem ein schönes Schauspiel. An einer Stelle, außerhalb der eigentlichen Fumarolen, steht an einer heißen Quelle ein Schild mit folgender Aufschrift : Achtung, es ist verboten, Milchflaschen und andere Utensilien zu hier waschen. Eine sehr interessante Ecke, die man unbedingt gesehen haben sollte.

es geht Richtung Nordküste

SAO MIGUEL - auf Grund der hohen Feuchtigkeit stehen auch viele Palmfarne auf der Insel

 SAO MIGUEL - auf Grund der hohen Feuchtigkeit stehen auch viele Palmfarne auf der Insel 

Beeindruckt verlassen wir Furnas und fahren jetzt Richtung Nordküste. Unterwegs sehen wir viele Farnbäume und Azaleen am Wegerand. Die Fahrt dauert nicht allzu lange, denn auf einem Parkplatz am Miradouro do Pico do Ferro stoppen wir erneut. Unter uns liegt in seiner vollen Ausdehnung der Lagoa de Furnas und das Tal von Furnas, was für ein Anblick. Direkt am Rand des Sees befindet sich eine weitere geothermale Zone mit dampfenden Fumarolen und sprudelnden Heißwasserquellen. Ein Fußweg führt mitten durch das kleine Gebiet. Hier können die Anwohner in Erdlöchern nahe den heißen Quellen ihr Essen kochen. Was für eine tolle Idee. Auch die umliegende Landschaft sieht phantastisch aus. Es ist im Augenblick stark bewölkt und Wolkenfetzen ziehen durch die Gegend, aber trotzdem sieht alles durch das intensive Grün einfach nur schön aus.

Über eine Hochebene, auf der viele Kühe stehen, geht es weiter Richtung Nordküste. Bei Sao Bras verlassen wir kurz die autobahnähnliche Straße. Robert will uns hier eine der nördlichsten Teeplantagen Europas zeigen.

SAO MIGUEL - Teeplantagen auf den Azoren, ein ungewöhnlicher Anblick

 SAO MIGUEL - Teeplantagen auf den Azoren, ein ungewöhnlicher Anblick 

Die Gorreana Tea Factory and Plantation ist ca. 50 Hektar groß und produziert rund 40 Tonnen Tee jedes Jahr. Die Gorreana Teeplantage wurde 1883 gegründet. Die Ausbeute reicht allerdings nicht für den Export, der Tee wird ausschließlich auf den Azoren bzw. an Touristen verkauft. Die wahrscheinlich nördlichste Teeplantage befindet sich in Tregothnan, Cornwall.

Rückfahrt nach Ponta Delgada

Vorbei an Strelitzien und Kamelien treten wir jetzt den Rückweg nach Ponta Delgada an. Am Miradouro da Ponta de Santa Iria stoppen wir doch noch mal für einen phantastischen Blick über die wilde und rauhe Nordküste von São Miguel. Im Vordergrund stehen blühende Callas (eigentlich Zantedeschien), dahinter der tosende Atlantik, ein letzter schöner Blick. Sogar ein Rotkehlchen gesellt sich zu uns und lässt sich in aller Ruhe fotografieren. Während der Rückfahrt genießen noch mal das saftige Grün der Insel bevor uns Robert gegen 17 Uhr wieder in Ponta Delgada absetzt. Erst hier kassiert er die 55€ p.P. für die Rundfahrt. Während wir uns auf den kurzen Rückweg zum Schiff machen, ist er schon wieder unterwegs Richtung Krankenhaus, um sich um den erkrankten Passagier von Mein Schiff Herz zu kümmern.

wir sind zurück auf dem Schiff / Crew-Show am Abend

Wir gönnen uns auf der Kabine erstmal eine Tasse Nespresso, bevor wir später zum Abendessen ins Anckelmannsplatz gehen. Abends genießen wir im Theater die Crew-Show. Immer wieder eine tolle Show mit vielen wirklich sehr guten Künstlern. Auch unser 2.Tag auf den Azoren war wieder ganz toll. Das Wetter hat mitgespielt, wir haben sehr viel gesehen und hatten einen sehr guten Reiseleiter, der uns viel über Land und Leute erzählt hat.

SAO MIGUEL - so einen Sonnenuntergang haben wir noch nie erlebt (unbearbeitet !!)

 SAO MIGUEL - so einen Sonnenuntergang haben wir noch nie erlebt (unbearbeitet !!) 

Interessant ist, das Terceira und São Miguel doch recht unterschiedlich sind. Das Einzige was sie vereint, ist das intensive Grün, welches überall auf beiden Inseln zu sehen ist. Es hat sich gelohnt, diese tolle Kreuzfahrt zu unternehmen. Nach dem üblicher Abendprogramm stellen wir die Uhren diesmal eine Stunde vor (Teneriffa-Zeit) und lassen uns von den leichten Wellen, begleitet vom Meeresrauschen (bei offener Tür), in den Schlaf wiegen.

Balken
  Wetter : Sonne, Wolken, alle Mischungen, aber trocken, morgens 15 Grad, mittags je nach Ort 17-21 Grad, trocken, teilweise wenig Wind
  Unterkunft : TUI - Mein Schiff Herz, Balkonkabine 8125
  Kilometer Bus : 160 Km
  Wellen : letzte Nacht wieder bis zu 3,5m hohe Wellen, kurz