In der ersten Nacht hier im Haus haben wir sehr gut geschlafen, lediglich die Kopfkissen stellen wieder ein Problem dar, könnten etwas weicher sein. Ansonsten war von den vielen Kindern, die hier in den beiden Häusern wohnen nach 23 Uhr bis morgens zum Aufstehen (so gegen 7 Uhr) nichts zu hören.
Obwohl wir uns zu dritt jetzt ein Bad teilen, verläuft die Morgentoilette recht zügig. Auch Warmwasser gibt es wieder, nachdem wir gestern Abend aus Versehen die Gastherme elektrisch ausgeschaltet hatten, ohne es zu bemerken. Mir fiel das zum Glück noch auf und so gab es warmes Wasser zum Duschen.
Anschließend marschieren wir wieder hinunter zum Frühstück, bewaffnet mit einer warmen Jacke, denn es waren nur 14 Grad draußen. Zunächst suchen wir vergebens einen Tisch, alle waren mit „Reserviert“-Schildern belegt. Nach dem wir uns durchgefragt haben, stellt sich heraus, dass im Nachbarraum doch ein Tisch für uns gedeckt. Dort haben wir schon gar nicht mehr hinein geschaut, wg. der vielen reservierten Tische.
Das Frühstück wird in Form eines Buffets serviert, welches einen ähnlichen Umfang wie das in Viareggio hat. Also war für jeden etwas dabei. Auch der Kaffee schmeckt nicht besonders, erst der Cappuccino konnte uns dann zufrieden stellen.
Im Anschluss an das Frühstück laufen wir wieder die ca. 500 m bis zu unserer Unterkunft zurück, leider geht es in dieser Richtung immer bergauf. Alles notwendige für die heutige Rundfahrt haben wir bereits zurecht gelegt, so dass wir es uns nur noch schnappen und zum Auto gehen. Heute wollen wir den Bereich der zentralen Toskana, also San Gimignano und Volterra abfahren. Auf Grund der Reitstunde von Gitti am heutigen Nachmittag werden wir jedoch unsere Runde etwas abkürzen und Volterra an einem anderen Tag besuchen.
San Gimignano, Stadt der Geschlechtertürme
Bei noch sehr bewölktem Himmel fahren wir zunächst Richtung Gambassi Terme. Auf der Straße von hier bis nach Certaldo soll es einige schöne Ausblicke auf San Gimignano und Volterra geben. Wir finden auch einige Stellen, aber leider ist es immer noch sehr diesig und die Sicht daher nicht so berauschend. Erst kurz vor der Ortseinfahrt von San Gimignano (aus Richtung Certaldo kommen) haben wir einen sehr schönen Blick auf die Stadt mit den vielen Türmen bei besseren Sichtverhältnissen. Leider steht mitten in der Stadt ein riesiger Baukran.
Wir stellen unser Auto auf einem der wirklich zahlreichen Parkplätze (2 € pro Stunde) ab und marschieren in die Stadt. Hier sind natürlich wieder viele Touristen unterwegs, San Gimignano ist schließlich eine der Sehenswürdigkeiten in der Toskana.
Wir laufen langsam die Gassen entlang zur Piazza del Duomo, wo heute Markttag war und genießen diese tolle Atmosphäre einer mittelalterlichen Stadt, trotz der vielen Touristen. Auf dem Markt gibt es von Lebensmittel über Dinge des täglichen Bedarfs bis hin zu Sachen, die überwiegend von Touristen gekauft werden, alles mögliche. Vom Dom, der nicht sehr groß ist, ist vor lauter Marktständen kaum etwas zu sehen.
Aber jedes Mal, wenn wir unseren Blick nach oben richten, sind wir fasziniert von den Geschlechtertürmen, ehemalige Statussymbole einflussreicher Patrizierfamilien, von denen heute leider nur noch wenige (14) der ehemals 72 die Stadt überragen.
Auf den Torro Grosse steige ich dann auch hinauf, für 5 € Eintritt. Es müssen 218 halbdurchsichtige Stufen und zum Schluss eine etwas enge und steile Leiter bewältigt werden, aber es lohnt sich. Von hier oben hat man zunächst mal einen tollen Blick in die Umgebung der Stadt, eine Landschaft so wie man die Toskana sich vorstellt. Außerdem liegt einem San Gimignano zu Füßen und die Menschen krabbeln wie Ameisen darin herum.
Nach dem Abstieg gehen wir 3 weiter durch die Stadt. An der Piazetta Becci E Cugnanesi in der Snackbar „La Biscondola“ lassen wir uns nieder und können hier relativ preiswert und gut essen. Hier gibt es eine große Auswahl an toskanischen Spezialitäten, sehr zu empfehlen. Die Snackbar befindet sich gleich rechts hinter dem Durchgang, wenn man den Dom auf der Hauptstrasse passiert hat.
Unser weiterer Weg führt uns dann noch bis zum anderen Ende der Stadt, wir machen noch den einen oder anderen Abstecher und wandern dann quer durch die Stadt wieder zurück zu unserem Auto.
San Gimignano macht schon einen gewaltigen Eindruck. Die Stadt sieht wesentlich wehrhafter aus als andere kleine toskanische Städte, die wir bisher gesehen haben. Schon durch die Türme aber auch durch die hier meiner Meinung nach höher gebauten Häuser. Absolut sehenswert, auch wenn viele Menschen unterwegs sind.
Bei der Ausfahrt aus der Stadt gibt es dann noch einige Probleme mit unserem TomTom, dessen Vorgaben nicht so ganz mit der Realität übereinstimmen. Nachdem er uns aber fälschlicherweise auf eine Schotterpiste führt, sind wir trotzdem sehr zufrieden mit ihm. Von hier aus haben wir noch mal einen sehr schönen Aussichtspunkt. Anschließend klappt es auch mit der Navigation wieder.
Den Ort Colle di Val d’Elsa lassen wir erst mal links liegen und steuern zunächst Monteriggioni an, ein kleiner Ort mitten im einem Festungsring oben auf einem Hügel. Schon von weitem hat man einen tollen Blick auf diese Anlage.
mittelalterliches Städtchen Monteriggioni
Von Colle di Val d’Elsa kommend, ca. 2 Km vor Monteriggioni auf Höhe des Hotels „Il Piccolo Castello“ gibt es eine fantastische Stelle zum fotografieren. Unten an der Festung gibt es genügend kostenlose Parkplätze. Nach dem Aufstieg, es ist nicht viel zu steigen, erreicht man einen schönen, kompletten Festungsring mit etlichen Häusern innerhalb dieser Mauern. Heute touristisch erschlossen, existiert hier schon seit der vorrömischen Zeit ein kleines Dorf. Ein Spaziergang lohnt sich auf jeden Fall, auch auf Teilen der Mauer (1,50 €). Wir beenden unseren Rundgang mit einem Cappuccino in einem der Cafés am Ort.
Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit fahren wir nun direkt zurück nach Tonda. Gewählt haben wir die schnellste Strecke auf TomTom, der uns trotzdem über einige Schotterpisten, aber auch sicher nach Tonda zurück bringt. Auf seine Angaben konnten wir uns mit einer Ausnahme bisher sehr gut verlassen.
Beim ersten Abzweig auf eine Schotterstrecke müssen wir dann sofort einen Fotostopp einlegen. Ein Mohnblumenfeld, dahinter ein toskanisches Haus mit einer Pinie nebenan, was für ein Fotomotiv. Leider sind die Lichtverhältnisse hier nachmittags nicht so optimal, trotzdem schießen wir etliche Fotos und merken uns die Stelle genau.
zurück in Tonda
Dann setzen wir unsere Fahrt nach Tonda fort. Gleich nach unserer Ankunft packen wir einige Wäschestücke zusammen , während Gitti schon mal zu ihrer Reitstunde geht, ca. 20 Minuten Fußweg, es ist eine sehr weitläufige Anlage.
Wir fahren später mit dem Auto hinterher und werfen unsere Wäsche in eine der 2 Waschmaschinen, wobei man für jeden Waschgang 5 Euro !! (inklusive Waschmittel) bezahlen muss. Danach sehen wir Gitti bei Ihrer Reitstunde zu und fotografieren sie auch. Gegen 19 Uhr ist die Stunde beendet, Gitti ganz begeistert und das Pferd und die Reitlehrerin können endlich Feierabend machen. Wir machen uns mit der fertigen Wäsche auf den Rückweg.
Anschließend laufen wir zum Abendessen. Heute ist ein Buffet aufgebaut worden mit vielen Spezialitäten der Toskana. Wir bestellen uns dazu eine Flasche Rotwein vom hiesigen Weingut, der uns deutlich besser als der Chianti schmeckt. Wenn man eine Flasche nicht austrinkt, wir diese kühl gestellt und man bekommt sie am nächsten Abend wieder auf den Tisch gestellt.
Gegen 21 Uhr 20 schleppen wir unsere vollen Bäuche wieder bergauf Richtung Unterkunft. Wir setzen uns dann noch eine Weile zusammen und sehen uns die Bilder des Tages an. Gerade bin ich auch mit dem Reisebericht fertig geworden und Elke wird wie immer den Bericht Korrektur lesen.
Es war heute wieder ein schöner Tag. Wir sahen interessante Städte, aber auch wunderschöne Landschaften mit blühenden Wiesen ((Mohn). Schon die Fahrt durch diese sanfte Hügellandschaft macht einfach Spaß, weil man bei nicht allzu hohem Tempo auch als Fahrer einiges mitbekommt.
Morgen wollen wir nach Siena fahren.
| Wetter | : | morgens wolkig, am Nachmittag aufheiternd morgens 14 Grad, mittags 22, ein kurzer Regenschauer |
| Unterkunft | : | Weingut Castellare die Tonda -- ÜF Gehöft San Carlo e San Tommaso |



