Ausflug TUI -- "Insel der Berge - Santo Antao"
und das soll Urlaub sein ?
Das ist wirklich kein Urlaub, wenn uns der Wecker schon um 4 Uhr 15 unsanft aus dem Schlaf weckt. Die Kapverden sind schon in Sicht, aber es ist noch stockfinster draußen. Ganz in der Ferne sind erste Lichter von Mindelo auf der Kapverden-Insel Sao Vicente zu erkennen. Gegen 5 Uhr schieße ich die ersten Fotos, Kapverden bei Nacht. Um 5 Uhr 15 schauen wir mal im Anckelmannsplatz vorbei, ob es vielleicht schon Frühstück gibt, offiziell erst ab 5 Uhr 30. Aber alles steht schon bereit und die Ersten essen schon. Also holen wir uns auch einige leckere Sachen und frühstücken, allerdings nicht mit der gewohnten Ruhe. Inzwischen legt Mein Schiff Herz am Kai der Stadt Mindelo auf der Kapverden-Insel Sao Vicente an.
Als wir um 6 Uhr am Treffpunkt am Theater auf Deck 7 eintreffen ist noch keiner da. Ein Schild an der Tür zum Theater weist daraufhin, dass man frühestens 10 Minuten vorher erscheinen, das werden wir uns für die Zukunft merken. Später können wir unsere Ausflugsvoucher gegen Bustickets eintauschen. Im Theater müssen wir noch etwas warten und werden dann, nach Busnummern geordnet, abgeholt.
INFOS ZUM AUSFLUG : Geländewagen-Abenteuer auf der Insel Santo Antão - die Insel der Berge
Nach einem kurzen Transfer erreichen Sie den Anleger; von hier bringt Sie eine Fähre binnen einer Stunde nach São Antão,
wo im Hafen bereits Ihre Geländewagen für das heutige Abenteuer bereit stehen. Durch beeindruckende Landschaft und
einheimische Dörfer fahren Sie bergauf über Serpentinen Richtung Chã de Morte. Während kurzer Stopps können Sie die
Kapverdische Insel auf sich wirken lassen und werden schnell feststellen, warum sie auch "Insel der Berge" genannt wird.
Besonders beeindruckend sind die Basalt- und Lavaformationen, die Sie bei Ihrer Tour durchqueren. Einen weiteren Stopp
legen Sie in Chãa de Feijoal ein, bevor Sie sich zwischen Vulkanen und Kratern auf einer Höhe von 1600m bei einem Picknick
stärken. Abschließend können Sie einen tollen Blick über den Atlantik und São Vicente erleben. Mit der Fähre von Porto Novo und
einem kurzen Transfer werden Sie zurück zum Schiff gebracht.
Preis : 99€ p.P. / Dauer : 11 Std. / Verpflegung : Imbiss
Hinweis: Dieser Ausflug ist nicht für Gäste mit Rückenproblemen geeignet.
Als wir das Schiff verlassen (Deck 3) finden keinerlei Einreisekontrollen statt. Erstaunlich. In kleinen Bussen werden wir zum Fährterminal gefahren, welches nur ca. 5 Fahrminuten entfernt ist. Es ist jetzt 6 Uhr 45 und so langsam setzt die Dämmerung ein. Am Fährterminal ist noch relativ wenig los, heute ist ja schließlich Sonntag. Wir werden durch das Fährterminal zu unserer Fähre, der "CV Interilhas" geführt und gehen direkt an Bord.
Fährüberfahrt nach Santo Antao
SAO VICENTE - mit dieser Fähre setzten wir frühmorgens nach Santo Antao über
Das Schiff ist Baujahr 1970 und kann bis zu 300 Passagiere und 25 Autos befördern. Offensichtlich sind die meisten Passagiere schon an Bord, denn die Sitzplätze sind bereits knapp. Elke findet noch einen Platz, während ich über das ganze Schiff wandere, um mir alles anzusehen. Es macht soweit einen ganz ordentlichen Eindruck und besitzt sogar recht vernüftige Toiletten an Bord. Ist ja für manche Personen wichtig. Kurz nach 7 Uhr verlassen wir Mindelo und nehmen Kurs auf die Nachbarinsel Santo Antao . Der Ausflug auf diese mit 779Km² zweitgrößte Insel der Kapverden hat uns wegen der Beschreibung :"Die hochgebirgige Insel vulkanischen Ursprungs ist geprägt von Gebirgslandschaften mit tief eingeschnittenen Erosionstälern" gereizt. Noch sehen wir allerdings nicht allzu viel von der Insel, vor der eine große Wolkenbank liegt.
Mit gemütlichen 10 Knoten verlässt die Fähre den Hafen und passiert kurz darauf Mein Schiff Herz. Wir können es sehr schön von allen Seiten fotografieren. Es wird immer heller. Einige Zeit später kommen wir an der unbewohnte Insel Ilhéu dos Pássaros vorbei. Auf der Insel befindet sich auf dem höchsten Punkt der Leuchtturm Farol de D. Luís. Bei leichtem Seegang erleben wir, wie gegen 7 Uhr 25 die Sonne hinter den Bergen von Mindelo aufgeht. Während der Überfahrt sehe ich sogar einen fliegenden Fisch. Langsam lichten sich die Wolken vor Santo Antao und wir können erste Einzelheiten erkennen.
die Geländewagen sehen sehr bequem aus
Fast genau nach einer Stunde und rund 20 Km Strecke legen wir im Hafen von Porto Novo an der Südküste von Santo Antao an. Wir verlassen das Schiff über die Laderampe und gehen zu den bereitgestellten Fahrzeugen. Mindestens 2 verschiedene Ausflugsgruppen von TUI sind unterwegs und wir dürfen schon mal zu den Geländewagen gehen, mit denen wir über die Insel fahren werden. Die Wagen sind überwiegend Taxen, die aber sehr modern wirken. 4 Gäste sollen sich jeweils einen Geländewagen teilen. Ein Teil der Geländewagen besitzt auch eine Ladefläche mit Sitzen. Aber es ist auch genug Platz im Inneren für 4 Personen. Das Paar, welches sich mit uns das Auto teilt, möchte gerne von der Ladefläche aus die Insel erleben. Dadurch haben wir beide im Inneren des Geländewagens mehr Platz. Ich kann sogar neben dem Fahrer sitzen und dadurch während der Fahrt nach vorne fotografieren. Für die 8 Geländewagen gibt es nur einen englischsprachigen Reiseleiter, die Fahrer sprechen meist nur ein gebrochenes englisch. Wir werden während der Rundfahrt an verschiedensten Stellen anhalten und dann wird der Reiseleiter uns immer einiges erzählen.
wir verlassen Porto Novo Richtung Westen
SANTO ANTAO - unterwegs
Durch eine recht menschenleere, aber bunte Stadt Porto Novo fahren wir auf einer gut asphaltierten Straße entlang der Südküste der Insel Richtung Westen. Der Geländewagen ist sehr bequem und wir sind gespannt, was uns heute so alles erwartet. Die Landschaft ist noch relativ grün, zumindest etliche Bäume (Akazien) stehen rechts und links der Straße. Im Hintergrund sind schon die hohen Berge zu erkennen. Nach etwa 30 Min. stoppt die Kolonne zum ersten Mal und der Reiseleiter gibt uns erste Informationen zu Land, Leuten und der Insel.
Kurz bevor wir in Ponte Sul die Küste verlassen und auf einer Kopfsteinpflasterstraße Richtung Landesinnere abbiegen halten wir zum 2. Mal an. Eine tiefe Schlucht läuft aus dem Inneren der Insel kommend unter der Straße hindurch Richtung Küste. Normalerweise fließt hier der Fluß Ribeira das Patas, der aber nach einer längeren Regenpause völlig trocken ist. Am Rande des ziemlich tief eingegrabenen Flussbettes halten einige Hirten etliche Ziegen und Hühner. Jede Ziege hat eine andere Farbe. Von tiefschwarz bis zu fast weiß ist alles vorhanden. Wahrscheinlich sind diese Tiere die einzigen, die in der immer karger werdenden Landschaft noch Nahrung finden.
Anbau von Obst und Gemüse
Vorbei an enorm tiefen Schluchten halten wir jetzt in Lagedos (auch Lajedo). Etwa 500 Leute wohnen hier und rechts und links der Straße und es werden sehr viele verschiedene Sachen angebaut. Wir sehen u.a. Bananen, Mango, Papayas, Maniok und auch Zuckerrohr. Aus dem Zuckerrohr wird Grogue hergestellt, das Nationalgetränk der Kapverden. Der Grogue ist auch die Basis für einen Cocktail namens Ponche, der viel Ähnlichkeit mit dem "Poncha" auf Madeira besitzt.
SANTO ANTAO - Terrassenanbau
Interessant ist, das vieles auf Terrassen angebaut wird. Die Terrassen werden teilweise wegen der Steilheit der Hänge angelegt, bzw. damit ein Abrutschen des Bodens verhindert werden soll. Sie werden alle per Hand bearbeitet. Eine richtig grüne Oase. Das klappt aber nur, weil hier intensiv über kleine Kanäle bewässert wird. Entlang der Straße wurden diese kleinen Kanäle angelegt, die das Wasser zu den Terrassen und Feldern transportieren. Die Mangobäume stehen in voller Blüten. So haben wir sie vorher noch nicht gesehen. Hier in der Gegend stehen viele grüne Bäume und teilweise auch sehr große Palmen. Außerdem können wir von hier aus bis hinüber nach Sao Vicente (der Nachbarinsel) sehen, wo wir heute früh hergekommen sind. Die Insel ist etwa 25 Km entfernt.
das Inselinnere bietet eine grandiose Landschaft
Weiter geht es über Kopsteinpflaster Richtung Norden. Unsere beiden Mitfahrer halten tapfer auf der Pritsche aus. Sie sagen, sie können von dort aus alles besser sehen. Die Berge rings um uns herum werden immer karger, schroffer und höher und in der Landschaft wird das Grün seltener. Teilweise ragen die Berge wie Finger in die Höhe. Wasser ist ein großes Problem in der Mitte und dem Süden der Insel. Im Norden der Insel regnet es häufiger. Ab und zu ergibt sich ein Blick in eines der zerklüfteten Erosionstäler auf der Insel. In dem kleinen Ort Cha de Morte (ca. 200 Einw.) legen wir eine Toilettenpause ein. Diese sind wegen der dünnen Besiedlung der Insel natürlich rar. Wir haben die Gelegenheit in einer Art Tante-Emma-Laden in der Ortsmitte, der scheinbar gleichzeitig als allgemeiner Treffpunkt gilt, die entsprechende Örtlichkeit zu benutzen. Die Toilette ist in einem sehr ordentlichen Zustand (gekachelt, Spülung, Toilettenpapier, Waschbecken mit Seife). Wir können uns ein bisschen im Ort umsehen. Die Häuser hier sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Teilweise aus Stein, teilweise aus allen möglichen anderen Materialien.
SANTO ANTAO - grandiose Landschaften
Dann setzen wir unsere Fahrt fort. Unterwegs passieren wir einen Friedhof und die Landschaft wird immer schroffer. Eine Weile später und nach vielen Kurven legen wir auf der Passhöhe Selada do Alto Mira bei 1150 m einen weiteren Stopp ein. Dieser Pass trennt den Süden vom Norden sowie auch den Westen vom Osten der Insel. Von hier aus bietet sich uns ein atemberaubender Blick in die umliegende Landschaft, die wie alles auf der Insel vulkanischen Ursprungs ist.
Wir stehen inmitten einer grandiosen Landschaft. Es sieht aus, als ob wir eine große Caldera vor uns haben. Steil abfallende Felswände in der Ferne, erodiertes Gestein vor uns und viele verschiedenfarbige Strukturen, die die Felsen durchziehen. Einfach grandios. Teilweise sieht es aus, als ob sich verschiedenfarbige Flüsse, die erstarrt sind, die Hänge hinab fließen. Man kann das einfach nicht beschreiben und die Fotos zeigen nur Ausschnitte dieser tollen Landschaft. Tief unter uns liegt der Ort Alto Mira, zum dem nur eine Stichstraße führt. Aber auch in dieser kargen Gegend finden wir einige kleine blühende Pflanzen an der Straße. Nach etwa 15 Min. trennen wir uns von diesem grandiosen Anblick und fahren weiter.
wir fahren hinunter zur Nordwestküste
Von hier aus geht es wieder bergab und wir können schon die Nordwestküste von Santo Antao erkennen. An manchen Stellen sind auch die typischen Basaltsäulen aus erstarrter Lava zu sehen. Überall auf der Insel ist der vulkanischen Ursprung zu erkennen. Bei etwa 400 Höhenmeter stoppen wir im Ort Ribeira de Cruz, der mit seinen ca. 400 Einwohnern am gleichnamigen, tiefeingegrabenen Flüsschen, das aber z.zt. ohne Wasser ist, liegt. Trotzdem ist die Landschaft hier schon deutlich grüner als auf der Südseite der Insel. Es fällt mehr Regen, bedingt durch die westlichen Winde und zusätzlich wird intensiv bewässert. Auf kleineren und größeren Feldern wird viel Gemüse und Obst angebaut, vielfach auch wieder auf Terrassen. U.a Bananen, Mango, Papayas, Maniok und Yams sowie Zuckerrohr. Aber auch Avocados und Brotfruchtbäume gedeihen hier. Auch einige Mandelbäume können wir entdecken. Ganz vereinzelt sehen wir auch Rinder. Nach dem kargen Mittelteil der Insel ist dass hier eine richtig grüne Oase. Santo Antao besitzt eine wirklich sehr abwechslungsreiche, wenn auch überwiegend karge Landschaft.
Lavastrand und Picknick
SANTO ANTAO - ohne Worte
Wir fahren weiter hinunter Richtung Küste. Ab jetzt geht es die nächste 30-35 Km nur auf Schotterpisten der unterschiedlichsten Qualitäten durch die Gegend. Unsere Mitfahrer sitzen weiterhin tapfer hinten auf der Pritsche. Teilweise bieten sich uns grandiose Ausblicke entlang der schroffen Steilküste. Kurz vor unserem Ziel verlassen wir die Piste und fahren durch trockene, tief eingeschnittenen Canyons der Ribeira do Biha und Ribeira de Cruz Richtung Küste. Nach einer letzten Biegung stoppen alle Fahrzeuge auf einem Parkplatz und vor uns erstreckt sich über ca. 500 m ein schwarzer, menschenleerer Lavasandstrand. Eine tolle Kulisse. Auch das Meer trägt seinen Teil dazu bei, indem teilweise mächtige Wellen auf den Strand zurasen und sich dort bzw. an der Felswand am Ende des Strands brechen. Die entstehende Fontänen sind teilweise deutlich über 10 m hoch.
Rechterhand am Strand steht ein großes Felsentor. Durch das Tor hindurch kann man die anrollende Brandung und die sich brechenden Wellen sehr gut sehen. An der Abbruchkante der Felsen hinter dem Strand steht ein einsames Fischerboot. Wir haben die Gelegenheit am Strand entlang zu laufen und auch zum Felsentor zu gehen. Eine grandiose Landschaft. Nach dem wir uns alles ausführlich angesehen haben, verteilt der Reiseleiter Picknickbeutel an alle. Jeder bekommt 2 Sandwiches (Thunfisch, Käse/Wurst, 1 Nektarsaft, 1 kleine Flasche Wasser und 1 Apfel. Das ist schon ein sehr ordentliches Picknick. Wir setzen uns auf einen der dicken Felsbrocken und genießen mit Blick auf Strand und Meer unser Picknick. Nach rund 50 Min. verlassen wir diesen schönen Strand und fahren durch die canyonartige Schlucht im ausgetrockneten Flussbett zurück zur Schotterpiste.
es geht zurück auf die Schotterpiste
Unsere Fahrt führt uns vorbei an verlassenen Häusern, Terrassen und Feldern. Die Landschaft ähnelt stellenweise einer Steinwüste. Immer wieder ergeben sich tolle Ausblicke auf die hinter uns liegende Küste. Als wir in Richtung Inselinneres am Ortschaft Cha de Norte vorbeifahren sehen wir wieder grüne Terrassen in Tälern oder Bergabhängen, auf denen verschiedene Sorten Obst und Gemüse angebaut werden. Unterwegs kommen wir ab und zu an Gebieten vorbei, in denen man versucht Wiederaufforstung zu betreiben. Wer sich in diese Gegend der Insel wagt, durch die wir jetzt fahren, sollte wissen, dass es hier viele Wege, aber kaum Wegweiser gibt. Man muss sich hier sehr gut auskennen.
"Porzellanpause" in Chã de Feijoal
SANTO ANTAO - der hier produzierte Ziegenkäse soll von außerordentlichen Qualität sein
Durch eine für uns sehr interessante, aber karge Landschaft erreichen wir schließlich die Region Planalto Norte. Sie liegt in einer Höhe von 800-1500 m, ein bergiges, trockenes und fast unbewohntes Plateau. Im kleinen Ort Chã de Feijoal legen wir unseren nächsten Stopp ein. Die Häuser im Ort wirken sehr einfach. Sie sind teilweise gemauert, aber auch aus vielen anderen Materialien hergestellt. Die Bewohner dieser Gegend widmen sich hauptsächlich der Ziegenhaltung und stellen aus der Ziegenmilch den als Case de Queijo oder auch Planalto de Bolona bekannten Käse her. Dieser soll sehr an italienischen Mozzarella erinnern.
Der Prozess der Ziegenkäseherstellung bei Planalto Norte unterscheidet sich von dem üblichen Käseherstellungsprozess aufgrund zweier wichtiger und unterschiedlicher Aspekte: Erstens können die Ziegen den ganzen Tag frei grasen. Sie versammeln sich jeden Tag zu einer bestimmten Zeit, um Wasser zu bekommen. Wasser ist sehr wertvoll und muss immer noch mit einem Wassertankwagen oder Eseln transportiert werden. Zweitens beginnt der Käseherstellungsprozess unmittelbar nach dem Sammeln der frischen Milch. Es gibt keine andere Möglichkeit, da die Milch nicht erhitzt werden kann, da weder Strom noch Holz permanent verfügbar sind. Stattdessen erfolgt die Verarbeitung auf natürliche Weise: Die natürliche Wärme der Milch wird direkt vom Tier und das Lab von den Ziegenbabys genutzt. Also ohne zusätzliche Wärmequellen. Dies geschieht in traditionellen Steinhütten mit Strohdächern und Matten, die als Case de Queijo bekannt sind.
Neben dem Dorfladen befindet sich die einzige öffentliche Toilette weit und breit. Es ist zwar eine Porzellantoilette, jedoch ohne Spülung. Aber Toilettenpapier ist vorhanden. Unser Reiseleiter schleppt fleißig Wasser heran, damit jeder genug zum Spülen hat. Es gibt zwar auch ein Handwaschbecken, aber ohne Wasseranschluß. Alles sehr abenteuerlich aber trotzdem recht sauber und die einzige Gelegenheit weit und breit.
Diese Gegend hat große Probleme mit Strom und Wasser. Aber im Jahr 2020 sollen Zisternen angelegt und die Stromversorgung, im Augenblick durch Photovoltaik-Anlagen, verbessert werden. Auch der Tourismus soll hier ganz langsam entwickelt werden, da es von hier aus nur ca. 5 Km bis zum 1979 m hohen Vulkankegel Tope de Coroa, der im Vulkan Coroa liegt. Der Vulkankegel entstand bei einer späteren Eruption.
grandioser Aussichtspunkt "Miradouro de Campo Redondo"
SANTO ANTAO - Blick vom Miradouro de Campo Redondo auf eine tolle Landschaft vor uns
Wir fahren weiter Richtung Süden. Der Südwesten der Insel, der jetzt rechterhand von uns aus zu sehen ist, ist wüstenhaft trocken mit wenig Infrastruktur und nur äußerst dünn besiedelt. Hier sind verschiedensten Lavaformationen, Gesteinsformationen, Vulkankegel und Basaltwände zu sehen, die eine einzigartige Mondlandschaft bilden. Nur noch selten sind Bäume oder Sträucher zu sehen. Vom Aussichtspunkt Miradouro de Campo Redondo aus (ca. 1500 m hoch) können wir diese grandiose Landschaft weit überblicken. Ein phantastischer Aussichtspunkt. Von hier aus können wir auch den Vulkankegel Tope de Coroa sehen. Vom dunkelsten Grün bis zum hellsten Braun sind hier alle Farbtöne vertreten. Langsam nehmen wir Abschied von Santo Antao und verlassen jetzt die Schotterpiste und fahren auf Kopfsteinpflaster wieder hinab zur Küste. Vor uns taucht wieder die Insel Sao Vicente auf, die wir jetzt sehr gut erkennen können. In Serpentinen geht es immer weiter bergab. Unterwegs legen wir noch einen letzten Stopp ein. Von hier aus können wir Sao Vicente gut fotografieren. Ganz in der Nähe befindet sich eine der wenigen Quellen, an den die Leute sich Wasser holen können. Ab und zu überqueren vereinzelt Rinder die Straße.
wir auf dem Weg zum Hafen
Später erreichen wir wieder die Asphaltstraße und kurz vor 16 Uhr sind wir zurück am Fährterminal von Porto Novo. Unterwegs sehen wir schon die Fähre, die von Mindelo kommend sich langsam dem Hafen von Porto Novo nähert. Wir müssen uns aber noch bis 16 Uhr 45 gedulden, bevor wir auf die Fähre gehen können. Dort lässt man uns zunächst nicht an Bord, weil irgendwelche Papiere fehlen. Irgendwo ist der einheimische Reiseleiter mit den Papieren abhanden gekommen und unsere Reiseleiterin von TUICRUISE begibt sich auf die Suche nach ihm. Nach einigen Minuten tauchen beide auf und wir können an Bord gehen.
nach 45 Min. sind wir wieder zurück in Mindelo auf Sao Vicente
Auf der letzten Stufe zum Oberdeck der Fähre passiert es dann. Ich rutsche auf dem etwas feuchten Boden mit meinem linken Schuh aus, kann mich nicht mehr mit dem anderen Fuß halten und falle lang hin. Zum Glück passiert nichts Schlimmes. Ein paar Schrammen, aber das war's. Einige Leute sind sofort bei mir und helfen mir hoch. Auch der Kamera ist nichts passiert, ein Glück. Die Abfahrt der scheinbar komplett ausgebuchten Fähre erfolgt um 17 Uhr 15. Bei leichtem Seegang und strahlendem Sonnenschein erreichen wir Mindelo um 18 Uhr. Es ist nur ein kurzer Weg zu den Bussen, die uns in wenigen Minuten zum Schiff zurückfahren. Wir wurden zwar bei der Einreise heute früh nicht kontrolliert, jetzt aber müssen wir unsere Bordkarten vorzeigen, lustig.
Abendessen und Schoko-Obst-Buffet
SANTO ANTAO - das Schokobuffet kurz vor der "Plünderung"
Auf unserer Kabine erwartet uns heute ein Fabeltier (gefertigt aus den Bettdecken). Wir duschen kurz und gehen dann zum Abendessen. Leider sind im Außenbereich alle Plätze besetzt, so dass wir heute im Anckelmannsplatz essen werden. Dort wird u.a. das Kapverdische Nationalgericht "Capucha" angeboten, welches sehr lecker schmeckt. Interessanterweise findet heute auf den Kabinen (wahrscheinlich weil Sonntag ist) kein Abendservice statt. Die süßen Betthupferl gab es schon heute früh beim Kabinenservice. Später schauen wir bei der Poolparty vorbei, insbesondere wegen des Schoko-Obst-Buffets. Alles sieht hier sehr lecker aus. Allerdings fehlen diesmal die Schokobrunnen, wo man sein Obst selber mit einem Schokomantel versehen kann. Alles ist schon fix und fertig. Aber ich koste trotzdem einige Früchte.
zum Abschluss des Tages noch ein "Lecker Cocktail"
Anschließend wollen wir uns eigentlich in der Schaubar niederlassen, aber hier ist es relativ laut. Die "Flying Wizzards" spielen relativ laute Tanzmusik. Also weichen wir in die TUI Bar aus. Hier wird zwar ziemlich laut geredet, aber keine Musik gespielt. Nach einem BBC für Elke und einem Long Island Ice Tea für mich nehme ich mir später noch einen Planters Punch mit auf die Kabine. Jetzt muss ich erstmal die ganze Eindrücke des Tages niederschreiben, damit nicht alle Gedanken verloren gehen. Das war heute ein ganz toller TUI-Ausflug, auch wenn er mit 99€ nicht ganz preiswert war. Die Fahrt mit den Geländewagen, teilweise weit ab der normalen Straßen, hat uns tolle Eindrücke der Insel Santo Antao beschert. Zum Schlafen öffnen wir wieder die Balkontür. Allerdings muss ich sie später in der Nacht wieder schließen weil heute Nacht der Wind plötzlich quer durch die Kabine wehte und an der Kabinentür ein lautes pfeifendes Geräsuch erzeugt.
| Wetter | : | morgens 20 Grad (4 Uhr), Mittags 30 Grad, relativ trocken, wenig wind, keine Wolken, morgens leichter Nebel |
| Unterkunft | : | TUI - Mein Schiff Herz, Balkonkabine 8125 |
| Kilom. Bus | : | ca. 100 Km |
| Kilom. Fähre | : | ca. 20 Km |


